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Instrumente für die Gestaltung der Transformation

Freitag, 09.07.2021 | Aktuelles

 

Arbeitspapier 5 | 2021

Eine beispiellose globale Gesundheitskrise in Form der COVID-19-Pandemie, hat in Deutschland und vielen anderen Ländern über Wochen zum weitgehenden gesellschaftlichen Stillstand und zur schwersten Wirtschaftskrise der jüngeren Geschichte geführt. Die langfristigen Folgen und sozialen Verwerfungen dieser Krise sind bis heute noch nicht vollständig absehbar – ebenso wenig wie eine Rückkehr zur Normalität in unserem Alltag, in der Wirtschaft und in unserem sozialen Leben.

Die Coronakrise hat innerhalb kürzester Zeit alte Dogmen über den Haufen geworfen und den Staat als mächtigen Krisenbewältiger aktiviert und rehabilitiert. Binnen Kurzem wurden in Deutschland milliardenschwere Hilfspakete für Unternehmen, Beschäftigte und Selbstständige auf den Weg gebracht. Die schwarze Null – das langjährige und grundgesetzlich verankerte Dogma, dass der Staat keine neuen Schulden aufnehmen dürfe – wurde von heute auf morgen hinfällig. Mehr denn je wurde die Coronakrise zur Stunde staatlichen Handelns, der kollektiven Mobilisierung von erheblichen Mitteln, der Regulierung zum Zwecke der Krisenintervention und des umfangreichen Einsatzes von wirtschafts- und arbeitsmarktpolitischen Instrumenten zur Abfederung der sozialen Folgen. Dieses staatliche Handeln, auch das zeigt die Krise, entfaltet aber nur Wirksamkeit, wenn es eingebettet ist in einen zivilgesellschaftlichen Konsens darüber, wie die Wege aus der Krise gestaltet werden.

So beweist sich erneut in der Coronakrise, also der durch Corona vertieften Weltwirtschaftskrise, wie wichtig die Aushandlung von betrieblichen und tariflichen Regelungen zur Bewältigung schwieriger betrieblicher, branchenbezogener und gesamtwirtschaftlicher Situationen im Rahmen von Sozialpartnerschaft und Mitbestimmung ist. In Hunderttausenden von Betrieben haben die Betriebsparteien innerhalb kürzester Zeit Coronaschutzkonzepte entwickelt sowie Regelungen zu Kurzarbeit und Homeoffice getroffen, um auch in Zeiten der Pandemie möglichst gute Arbeitsbedingungen und Absicherungen für die Beschäftigten zu schaffen. Die IG Metall hat sich zusammen mit den anderen Einzelgewerkschaften und dem DGB für gesetzliche Regelungen zur Sicherung von Gesundheitsschutz, Beschäftigung und Einkommen eingesetzt und hier viel erreicht. In den kommenden Monaten wird es vor allem darauf ankommen, tariflich und betrieblich Beschäftigung zu sichern und da, wo es nötig ist, in harte Auseinandersetzungen mit Arbeitgebern zu gehen, die die Coronakrise für Kahlschlag und Verlagerungen nutzen wollen.

Gleichzeitig müssen Unternehmen, Staat und Gewerkschaften die grundlegenden und vielschichtigen Transformationsprozesse, die unsere Branchen bereits vor Corona erfasst haben, die weiterlaufen und durch die aktuelle Krise teilweise noch verschärft wurden, gemeinsam proaktiv gestalten.

Dafür lässt sich aus Krisen und Strukturwandelprozessen der Vergangenheit einiges lernen. Denn immer wieder hat es in der Geschichte der Bundesrepublik Strukturwandelprozesse einzelner Branchen sowie Transformations- und Krisenphasen der Gesamtwirtschaft gegeben, die sozialpartnerschaftlich gestaltet und sozialstaatlich flankiert worden sind mit dem Ziel, Arbeitslosigkeit zu vermeiden und Beschäftigten Brücken in neue Tätigkeiten oder Bereiche zu bauen. Dabei wurden von unterschiedlichen Akteur*innen neue Ansätze und Instrumente entwickelt, um Krisen zu bewältigen und strukturelle Veränderungen sozial verträglich zu gestalten.

Unsere Broschüre (PDF-Dokument, 4.8 MB) bietet einen Überblick über diese Ansätze, Instrumente und Erfahrungen. Sie behandelt den langen Ausstieg aus der Steinkohle, Krisen und Zukunftsgestaltung in verschiedenen Branchen in den 1980er- und 1990er-Jahren, den Umbruch der Wirtschaft im Osten nach der Vereinigung, Ansätze beschäftigungssichernder Arbeitszeitverkürzung wie die Viertagewoche bei Volkswagen sowie die Finanz- und Wirtschaftskrise 2008/2009. Sie stellt diese Umbrüche anhand von Fallbeispielen vor und Rahmenbedingungen, Handlungsansätze sowie arbeitsmarkt- und strukturpolitische Instrumente dar, die bei ihrer Bewältigung zum Einsatz kamen. Ferner beschreibt sie Erfolge und Grenzen der jeweiligen Bewältigungsstrategien und diskutiert, was wir aus den historischen Beispielen für heutige Transformationsprozesse lernen können.

Für die Zeit nach Corona wird eines mehr denn je gelten: Wir müssen die Transformation unserer Branchen sozial gestalten, damit die Beschäftigten nicht unter die Räder kommen und ihre Interessen an beruflichen Perspektiven, guter Arbeit und sozialer Sicherheit trotz und angesichts der großen Umbrüche, mit denen wir konfrontiert sind, gewahrt bleiben.

 

Sicherheit im Wandel. Instrumente für die Gestaltung der Transformation, Arbeitspapier 5 | 2021  (PDF-Dokument, 4.8 MB)

 

Weitere Arbeitspapiere:

Bedingungsloses Grundeinkommen. Gegenmodell zum Sozialstaat 4.0, Arbeitspapier 4 | 2018 (PDF-Dokument) 

Standortfaktor Fachkräfte. Herausforderungen und Handlungsfelder der Fachkräftesicherung, Arbeitspapier 3 | 2018  (PDF-Dokument)

Mehr Zeit zum Leben. Arbeitszeitwünsche und Vereinbarkeitsbedarfe von Beschäftigten, Arbeitspapier 2 | 2017 (PDF-Dokument) 

Umfang und Wirkung der Tarifbindung in der Metall- und Elektroindustrie, Arbeitspapier 1 | 2016 (PDF-Dokument) 

 

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