Rund 1.000 Beschäftigte des Mercedes-Benz Sprinter-Werks Düsseldorf haben heute gemeinsam mit Kolleginnen und Kollegen der ZF Active Safety GmbH ein deutliches Signal für die Zukunft der Automobilindustrie gesetzt. Die Beschäftigten beteiligten sich am bundesweiten Aktionstag der IG Metall unter dem Motto „Zukunft statt Kahlschlag – Zusammenhalt ist unsere stärkste Marke“. Der Aktionstag richtet sich gegen Stellenabbau, Verlagerungen und Sparprogramme und fordert stattdessen Investitionen in Standorte, Produkte und Beschäftigte.
Ausgangspunkt der Aktion war das Tor 1 des Mercedes-Benz Sprinter-Werks an der Rather Straße. Von dort zog ein lautstarker Demonstrationszug durch den Düsseldorfer Stadtteil Derendorf. Fast zwei Stunden lang machten die Teilnehmenden mit Fahnen, Transparenten und Sprechchören auf die Sorgen und Erwartungen der Beschäftigten aufmerksam.
Mit dabei waren auch Kolleginnen und Kollegen der ZF Active Safety GmbH. Die Entwicklerinnen und Entwickler aus der Automobilzulieferindustrie machten deutlich, dass die aktuellen Herausforderungen die gesamte Branche betreffen und nur gemeinsam bewältigt werden können.
Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer wandten sich gegen Forderungen nach längeren Arbeitszeiten und Angriffe auf die 35-Stunden-Woche. Aus Sicht der IG Metall tragen solche Vorschläge nichts zur Lösung der aktuellen Probleme der Branche bei. Die Ursachen der Krise liegen vielmehr in Managementfehlern, einer teilweise verfehlten Modellpolitik, einem vielerorts zu späten Einstieg in die Elektromobilität sowie schwierigen internationalen Wettbewerbs-bedingungen, insbesondere durch die Zollpolitik der USA und der Subventionspolitik von China. Die Forderung nach mehr Arbeit löse keines dieser Probleme. Notwendig seien stattdessen Investitionen in Innovationen, Forschung und Entwicklung, Qualifizierung sowie zukunftsfähige Produkte und Standorte.
Jessica Worrings, 2. Bevollmächtigte der IG Metall Düsseldorf-Neuss, erklärte:
„Die Beschäftigten haben heute eindrucksvoll gezeigt, dass sie bereit sind, die Transformation der Industrie mitzugestalten. Was wir nicht akzeptieren, ist, dass die Folgen von Managementfehlern und strategischen Versäumnissen auf die Beschäftigten abgewälzt werden. Die Krise der Automobilindustrie wird nicht durch längere Arbeitszeiten gelöst. Zukunft entsteht durch Investitionen, Innovationen und sichere Perspektiven für die Menschen in den Betrieben.“
Metin Duman, Vertrauenskörperleiter im Mercedes-Benz Sprinter-Werk Düsseldorf, sagte:„Die Kolleginnen und Kollegen haben heute ein starkes und geschlossenes Zeichen gesetzt. Die Menschen in den Betrieben sind nicht das Problem, sondern ein wesentlicher Teil der Lösung. Wer die Zukunft der Mobilität gestalten will, muss auf das Know-how und die Erfahrung der Beschäftigten setzen. Wir brauchen Investitionen in die Zukunft und keine Debatten über Arbeitszeitverlängerungen.“
Die IG Metall Düsseldorf-Neuss wertet die hohe Beteiligung als deutliches Signal an Unternehmen und Politik. Die Beschäftigten erwarten verlässliche Zukunftskonzepte für die Industrie, die Sicherung von Wertschöpfung und Beschäftigung in Deutschland sowie eine aktive Industriepolitik, die Investitionen fördert und gute Arbeit sichert. Der heutige Aktionstag ist dabei nur ein weiterer Schritt. Gemeinsam mit dem DGB wird die IG Metall die Proteste für eine starke Industrie, sichere Arbeitsplätze und eine zukunftsfähige Wirtschaftspolitik am 26. September 2026 in Essen fortsetzen. Besonders in Zeiten, in denen viele Beschäftigte um ihre Arbeitsplätze bangen, sind solidarische Absicherungen und gesellschaftlicher Zusammenhalt wichtiger denn je. Politik und Arbeitgeber müssen den Beschäftigten vertrauen, die mit ihrer täglichen Arbeit den Wohlstand unseres Landes schaffen. Deutschland und Europa brauchen eine Wachstumsagenda, die Investitionen fördert, Innovationen ermöglicht und strategische Abhängigkeiten reduziert. Nur mit einer starken industriellen Basis, sicheren Arbeitsplätzen und einer zukunftsorientierten Wirtschaftspolitik kann die Transformation erfolgreich gestaltet werden. Die Beschäftigten werden ihre Stimme auch in Essen deutlich erheben und für eine Zukunft eintreten, die auf Investitionen statt Kahlschlag setzt.
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