Zwei Wochen, in denen wir zugehört habe Hunderte Gespräche, ein Industriegipfel, ein Aktionstag

Eins ist sicher: Du bist nicht allein. Was dich bewegt, bewegt viele Kolleginnen und Kollegen. In den vergangenen Wochen waren wir viel unterwegs, haben Gespräche geführt, zugehört und Anliegen aufgenommen. Bevor viele in die Sommerferien starten, hier ein kleiner Rückblick.

Ansprache

Manchmal beginnt Stärke ganz leise. 

Nicht mit einer Rede. Sondern mit einer Frage: Wie geht es Dir eigentlich? 
Diese Frage haben wir in den letzten zwei Wochen hundertfach gestellt. Am Werkstor. Im Pausenraum. An der Linie. Bei ABB, Komatsu, Speira, Konecranes und Hille & Müller sind unsere Ansprache-Wochen gestartet.

Warum wir fragen

Wir wollen wissen, was die Kolleginnen und Kollegen wollen. Ihre Antworten sind der erste Schritt. Aus ihnen entsteht unsere Forderung für die Tarifrunde. Im September beschließen die Tarifkommissionen. Im Oktober beginnen die Verhandlungen.
Das heißt: Was am Werkstor gesagt wurde, landet auf dem Verhandlungstisch.

Was wir gehört haben

 Die Sorgen sind groß. Und sie sind konkret.

      •     Viele machen sich Sorgen um ihre Zukunft.

      •     Die Kosten steigen schneller als das Geld auf dem Konto.

      •     Die Belastung im Job wird immer größer.

      •     Viele haben Angst, wegen der Rentenreform länger arbeiten zu müssen.

Und trotzdem: Zur Tarifrunde ist die Stimmung gut. Eine moderate Forderung finden viele richtig. Das ist keine Bescheidenheit. Das ist Realismus mit Rückgrat. Und eine starke Basis für den Herbst.

Industriegipfel: alle an einem Tisch

Beim Industriegipfel kamen alle zusammen. Betriebsräte. Gewerkschaft. Politik. Es ging um die großen Fragen: Energiepreise. Künstliche Intelligenz. Wasserstoff. Also um unsere Arbeitsplätze von morgen.

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Der Anlass war klar. Der Vorstand hat eine tarifliche Sonderzahlung ausgesetzt. Einfach so. Geld, das vereinbart war. Geld, für das gearbeitet wurde.

So etwas trifft nicht nur das Konto. Es trifft das Vertrauen. Denn ein Tarifvertrag ist ein Versprechen. Wer daran rüttelt, sagt den Beschäftigten: Auf euch kommt es nicht so an.

Diese Wut haben wir in den Gesprächen gehört. Immer wieder. Und wir haben sie nicht in den Pausenräumen gelassen.

Beim Aktionstag hat sie einen Ort bekommen. In Düsseldorf. Und an vielen anderen Standorten gleichzeitig. Wer dort stand, hat gemerkt: Ich bin nicht allein. Neben mir stehen 1.200 Kolleginnen und Kollegen. Bundesweit sind es 33.000.

Das ist unsere Aufgabe: zuhören, was die Kolleginnen und Kollegen ärgert. Und einen Raum schaffen, in dem sie es laut sagen können.

Wut allein verändert nichts. Gemeinsame Wut schon.
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Was hat Politik mit dem Arbeitsplatz zu tun?

Ein Kollege, 58 Jahre alt. Schicht seit über 30 Jahren. Der Rücken macht nicht mehr mit. Er stellt sich jeden Morgen dieselbe Frage: Halte ich das gesund bis zur Rente durch? Sein Problem lösen wir nicht allein im Betrieb. Denn es geht um mehr. Um die Rente. Um die Gesundheitsversorgung. Um den Arbeitsschutz. Um Arbeitszeiten. Und um die Frage, ob harte Arbeit früher in Rente gehen darf.

Das steht in keinem Tarifvertrag. Das wird in Berlin entschieden.

Wenn wir uns nur um den Tarifvertrag kümmern würden, blieben viele Probleme einfach liegen. Deshalb mischen wir uns ein. Für gute Renten. Für sichere Sozialversicherungen. Für Gesundheit im Job.

Kurz gesagt: Wer will, dass Beschäftigte gesund bis zur Rente kommen, muss mehr verändern als den Arbeitsplatz.

Genau deshalb sind wir auch dort, wo Politik gemacht wird. Und auf der Straße.

Für den Sozialstaat auf die Straße

Das Motto war deutlich: Schnauze voll. Hände weg vom Sozialstaat.

Der Grund? Wir halten den Laden am Laufen. Und manche in der Politik sagen: zu teuer, zu krank, zu alt.

Sie reden über längere Arbeitszeiten. Über eine spätere Rente. Über Kürzungen. Sogar der Achtstundentag steht wieder zur Debatte. Rechte, für die unsere Großeltern gekämpft haben.

Darauf gab es eine Antwort. An 14 Orten in NRW. Bei Basta und bei der Ruhrpott Rebellion. Rund 10.000 Menschen waren unterwegs. Mittendrin: Mitglieder aus 

Soziale Rechte sind kein Geschenk. Sie wurden erkämpft. Und sie bleiben nur, wenn wir zusammenstehen.

 Wer den Sozialstaat verteidigt, verteidigt auch die eigene Familie.

Der Blick nach vorn

Am 26. September 2026 ruft der DGB zum Aktionstag nach Essen. Wir sind dabei.

Bis dahin gilt: Sonne tanken. Kraft sammeln. Familie genießen.

In diesen zwei Wochen haben wir vor allem zugehört. Im Herbst reden wir.

Wir wünschen schöne Ferien. Und wir danken allen, die dabei waren.

 

IG Metall Düsseldorf-Neuss