Automobil Aktionstag Tausende setzen Zeichen für Zukunft und gute Arbeit bei Mercedes-Benz

Mit einer bundesweiten Protestaktion haben mehr als 33.000 Beschäftigte von Mercedes-Benz ein deutliches Signal an den Konzern gesendet: Die Zukunft der Standorte darf nicht auf dem Rücken der Beschäftigten gesichert werden. Auch am Düsseldorfer Sprinterwerk beteiligten sich zahlreiche Beschäftigte.

Mercedes Protest

Unter dem Motto „Jetzt reicht's! Standorte sichern, Tarifstandards verteidigen!“ gingen die Beschäftigten an allen Mercedes-Benz-Standorten auf die Straße. Anlass sind die aktuellen Diskussionen über längere Arbeitszeiten, Einschnitte bei tariflichen Leistungen und weitere Belastungen für die Belegschaften. Gleichzeitig sorgen fehlende Zukunftszusagen für die deutschen Standorte und die anhaltende Dividendenpolitik des Konzerns für Kritik.

Beschäftigte sind nicht verantwortlich für die Krise

Die IG Metall macht deutlich: Die aktuellen Herausforderungen der Automobilindustrie wurden nicht von den Beschäftigten verursacht. Geopolitische Krisen, steigende Energiepreise, die schwache Marktentwicklung in China oder strategische Fehlentscheidungen des Managements dürfen nicht als Vorwand genutzt werden, um Entgelt-, Arbeitszeit- und Sozialstandards anzugreifen.

Gerade die Beschäftigten haben die Unternehmen in den vergangenen Jahren durch Krisen, Transformation und wirtschaftlich schwierige Phasen getragen. Viele Belegschaften haben bereits erhebliche Beiträge zur Zukunftssicherung geleistet. Deshalb stößt die Forderung nach längeren Arbeitszeiten ohne entsprechenden Ausgleich sowie nach weiteren Einschnitten bei tariflichen Leistungen auf massiven Widerstand.

Düsseldorf im Mittelpunkt des Aktionstags

Das Düsseldorfer Sprinterwerk war einer der zentralen Orte des bundesweiten Aktionstags. Dort sprach die Erste Vorsitzende der IG Metall, Christiane Benner, zu den Beschäftigten und machte deutlich, worauf es jetzt ankommt:

„Der Schlüssel für eine starke Autoindustrie liegt in Investitionen in zukunftsfeste Produkte, Standorte und Beschäftigte.“

Zugleich forderte sie ein klares Bekenntnis von Politik und Unternehmen zum Industriestandort Deutschland. Renditeinteressen dürften nicht über die Zukunftsfähigkeit ganzer Standorte und die Sicherheit von Arbeitsplätzen gestellt werden.


Christiane Benner, Erste Vorsitzende der IG Metall, in Düsseldorf beim Automobil-Aktionstag

Investitionen statt Kahlschlag

Die Proteste bei Mercedes-Benz stehen stellvertretend für die wachsende Sorge vieler Beschäftigter in der deutschen Automobilindustrie. Sparprogramme, Stellenabbau, Verlagerungen und Werksschließungen prägen seit Monaten die Schlagzeilen. Allein im vergangenen Jahr wurden in der Branche zehntausende Arbeitsplätze abgebaut.

Für die IG Metall ist klar: Wettbewerbsfähigkeit entsteht nicht durch die Verschlechterung von Arbeitsbedingungen. Zukunft braucht Investitionen in innovative Produkte, moderne Technologien, Forschung und Entwicklung sowie in die Qualifizierung der Beschäftigten.

Die Beschäftigten sind nicht das Problem – sie sind ein wesentlicher Teil der Lösung. Deshalb fordert die IG Metall von den Unternehmensleitungen tragfähige Zukunftsstrategien für die Standorte statt eines Kurses, der vor allem auf Kürzungen und Personalabbau setzt.

IG Metall kündigt weiteren Widerstand an

Die Kundgebungen bei Mercedes-Benz markieren für die IG Metall den Auftakt einer breiteren Auseinandersetzung um die Zukunft der Automobilindustrie. Solange Unternehmen weiterhin Arbeitsplätze abbauen, Produktionen verlagern und tarifliche Standards infrage stellen, werden die Beschäftigten gemeinsam mit ihrer Gewerkschaft entschlossen dagegenhalten.


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