Die IG Metall und Unternehmensseite haben gestern eine Prozessvereinbarung im Zusammenhang mit dem geplanten Verkauf von TKE an KONE unterzeichnet. Nach intensiven Verhandlungen werten die Arbeitnehmervertretungen das Ergebnis als wichtigen Erfolg für die Beschäftigten.
Ausgangspunkt war der bundes- und weltweite Aktionstag am 20. Mai 2026, bei dem tausende Beschäftigte ein deutliches Signal für Mitbestimmung, Transparenz und sichere Arbeitsplätze gesetzt haben. Dieser Druck habe entscheidend dazu beigetragen, verbindliche Regelungen für den weiteren Prozess durchzusetzen, so die IG Metall.
Klarer Schutzrahmen für die Beschäftigten
Die nun vereinbarte Prozessvereinbarung schafft verbindliche Leitplanken für den weiteren Verlauf des Verkaufsprozesses. Hintergrund ist, dass es aufgrund kartellrechtlicher Vorgaben zu Veränderungen wie Verkäufen oder Ausgliederungen von Unternehmensteilen kommen kann. Ziel der Vereinbarung ist es, sicherzustellen, dass solche Maßnahmen nicht zulasten der Beschäftigten gehen.
Zu den zentralen Punkten der Vereinbarung gehören:
- Stabilität des laufenden Betriebs: Der Geschäftsbetrieb wird unverändert fortgeführt, Investitionen laufen weiter und Maßnahmen, die das Unternehmen schwächen könnten, sind ausgeschlossen.
- Klare Regeln für Strukturmaßnahmen: Mögliche Verkäufe oder Umstrukturierungen müssen geordnet, transparent und mit wirtschaftlicher Perspektive erfolgen. Ein Ausverkauf oder „Rosinenpickerei“ wird ausgeschlossen.
- Schutz bestehender Tarifverträge und Vereinbarungen: Bestehende Regelungen, insbesondere der Tarifvertrag „Zukunft Elevator“, bleiben bis zum Abschluss des Verkaufs in Kraft.
- Kündigungsschutz: Betriebsbedingte Kündigungen sind bis mindestens zum Abschluss des Verkaufs ausgeschlossen.
- Starke Mitbestimmung: Betriebsräte werden frühzeitig informiert, kontinuierlich eingebunden und haben Einfluss auf alle wesentlichen Schritte.
- Fortsetzung der Verhandlungen: Weitere Vereinbarungen zur langfristigen Absicherung („Zukunft 2.0“) sind bereits in Vorbereitung.
Knut Giesler, Bezirksleiter der IG Metall NRW und stellvertretender Aufsichtsratsvorsitzender von TKE, betont:
„Der heutige Abschluss zeigt: Wenn Beschäftigte geschlossen auftreten, können sie wirksame Schutzmechanismen durchsetzen. Wir haben klare Regeln vereinbart, die verhindern, dass ein möglicher Umbau auf dem Rücken der Belegschaften erfolgt. Mitbestimmung und Tarifbindung sind verbindlich abgesichert.“
Dinah Trompeter, Geschäftsführerin der IG Metall Düsseldorf-Neuss, erklärt:
„Die Beschäftigten haben am 20. Mai deutlich gemacht, dass sie bei ihrer Zukunft mitreden wollen. Diese Prozessvereinbarung ist ein wichtiger Schritt, um Transparenz herzustellen und die Interessen der Kolleginnen und Kollegen verbindlich zu schützen.“
Yusuf Tüfekci, Vorsitzender des Konzernbetriebsrats von TKE, sagt:
„Wir erreichen mit der Vereinbarung einen echten Schutzschirm für die Belegschaft. Es gibt klare Zusagen zu Beschäftigungssicherheit, Standorten und Mitbestimmung. Gleichzeitig ist klar: Das ist erst der Anfang – wir werden den weiteren Prozess aktiv gestalten.“
Gemeinsame Stärke zahlt sich aus
Die Vereinbarung ist das Ergebnis intensiver Verhandlungen und des entschlossenen Engagements der Beschäftigten. Sie stellt sicher, dass der weitere Prozess strukturiert, transparent und unter aktiver Beteiligung der Arbeitnehmervertretungen verläuft.
Mit der Prozessvereinbarung ist es gelungen, zentrale Risiken für die Beschäftigten abzusichern und klare Regeln für den weiteren Verlauf zu schaffen. Damit ist ein wichtiger Schritt getan, um Arbeitsplätze, Standorte und Mitbestimmung auch in einer Phase tiefgreifender Veränderungen zu sichern. Gleichzeitig machen IG Metall und Betriebsrat deutlich: Die Vereinbarung ist eine belastbare Grundlage – aber kein Endpunkt. Die kommenden Monate werden entscheidend sein, um weitere Verbesserungen für die Zeit nach dem Verkauf durchzusetzen.