IG Metall Düsseldorf-Neuss kritisiert Sozialstaats-Debatte:
„Beschäftigte sind nicht das Problem – sie sind die Lösung“
Düsseldorf/Rhein-Kreis-Neuss Die IG Metall Düsseldorf-Neuss verurteilt die aktuell von Teilen der Union und verschiedener Arbeitgeberverbände angestoßene Debatte über Sozialleistungen und Arbeitsrechte. Die Gewerkschaft warnt vor einer politischen Stimmungsmache, die Beschäftigte verunsichere, gesellschaftliche Spaltungen vertiefe und den wirtschaftlichen Aufschwung gefährde.
„Was derzeit als Reformdebatte verkauft wird, ist in Wahrheit ein gefährlicher Angriff auf unseren Sozialstaat und auf Millionen Beschäftigte im Land“, erklärt Dinah Trompeter, 1. Bevollmächtigte der IG Metall Düsseldorf-Neuss. „Diese Vorschläge lösen keine der realen Herausforderungen – sie lenken lediglich von strategischen Fehlentscheidungen in Chefetagen, einer verfehlten Wirtschaftspolitik und der jahrelangen Unterfinanzierung zentraler Zukunftsaufgaben ab.“
„Kahlschlagpolitik ist keine Reform“
Die IG Metall bezeichnet die jüngsten Vorstöße zur Einschränkung sozialer Absicherung, zur Schwächung von Arbeitnehmerrechten und zur Verschärfung von Leistungsbezügen als sozialpolitischen Rückschritt. Forderungen, Beschäftigte arbeiteten zu wenig, seien zu krank oder zu oft in Teilzeit, seien nicht nur faktisch falsch, sondern gesellschaftlich gefährlich.
„Diese Pauschalangriffe auf arbeitende Menschen sind respektlos und brandgefährlich“, so Trompeter weiter. „Wer behauptet, Beschäftigte seien das Problem, verwechselt Ursache und Wirkung. Gute Löhne, sichere Arbeitsbedingungen und starke soziale Absicherung sind die Grundlage für wirtschaftliche Stabilität und gesellschaftlichen Zusammenhalt.“
IG Metall fordert Kurswechsel
Die Gewerkschaft fordert ein sofortiges Ende von Debatten, die auf Spaltung und Verunsicherung setzen. Stattdessen brauche es:
• mehr Zukunftsinvestitionen in Infrastruktur, Bildung und Transformation,
• stärkere Tarifbindung und faire Arbeitsbedingungen,
• gerechte Steuerpolitik, die hohe Vermögen und Spitzenverdienste stärker in die Verantwortung nimmt,
• Reformen, die Wachstum schaffen, soziale Sicherheit stärken und Perspektiven eröffnen.
„Reformen sind nicht dann gut, wenn sie den Menschen besonders wehtun“, betont Trompeter. „Gute Reformen bringen unser Land voran – wirtschaftlich, sozial und demokratisch.“
Gewerkschaften bereit zum Dialog
Die IG Metall bekräftigt ihre Bereitschaft zu einem konstruktiven Austausch über die Zukunft des Landes. Voraussetzung sei jedoch ein klarer Abschied von sozialen Abrissplänen und ein Hinwenden zu echten Lösungen.
„Wir wollen eine solidarische, demokratische und gerechte Gesellschaft gestalten – gemeinsam mit den Menschen in dieser Region“, so Trompeter. „Gemeinsam für einen starken Sozialstaat. Gemeinsam für gute Arbeit. Gemeinsam für eine gerechte Zukunft.“