250 Beschäftigte folgen dem Warnstreikaufruf der IG Metall

Nachdem am ersten Warnstreiktag im Tarifkonflikt der Metall- und Elektroindustrie NRW sich in anderen Regionen bereits tausende Beschäftigte  an Kundgebungen und Aktionen der IG Metall beteiligt haben, wurde nun der erste Corona-konforme Warnstreik bei Aluminium Norf in Neuss durchgeführt..

Vor dem Werkstor sagte Volker Consoir, Geschäftsführer der IG Metall Düsseldorf-Neuss und Betriebsbetreuer der AluNorf, zu den Teilnehmerinnen und Teilnehmern der Kundgebung und Früh-Schluss-Aktion:

„Die Beschäftigten in der Aluminiumindustrie haben ihre letzte tabellenwirksame Entgelterhöhung im Jahr 2018 erhalten und im Corona-Jahr 2020 bereits eine Nullrunde gefahren. Einige haben durch Kurzarbeit finanzielle Einbußen hinnehmen müssen. Außerdem ist die schwache Binnennachfrage zurzeit ein Klotz am Bein der Konjunktur. Der Konsum muss angekurbelt werden, damit die Krise schnell überwunden wird. All das spricht für eine maßvolle Entgelterhöhung. Es braucht jetzt ein klares Signal für die Zeit nach der Krise.“

Des Weiteren ist die Beschäftigungssicherung durch eine temporäre Arbeitszeitverkürzung mit einem Teilentgeltausgleich eine weitere wichtige Forderung der IG Metall für Betriebe, die sich in einer wirtschaftlichen Schieflage befinden. Durch eine neue tarifliche Option sollen Fachkräfte für die Zeit nach der Krise gehalten werden und verlieren nicht ihren Job. Darüber hinaus kritisiert Consoir insbesondere das Verhalten der Arbeitgeber in Sachen Ausbildung:

„Im Krisenjahr 2020 ist die Zahl der Ausbildungsverträge bundesweit um über zehn Prozent gesunken. In diesem Jahr wollen erneut 11,3 Prozent der Betriebe Ausbildungsplätze reduzieren. Auch die Übernahme Ausgebildeter ist 2020 deutlich zurückgegangen. Im Juni 2020 wollten über 15 Prozent der Metall- und Elektro-Betriebe Ausgebildete weniger oder gar nicht übernehmen. Diese Zahlen sind skandalös. Damit wird jungen Menschen in ohnehin extrem schwierigen Zeiten die Zukunft verbaut. Außerdem wird die Zukunftsfähigkeit eines Betriebes riskiert. Wer Fachkräfte will, muss auch ausbilden. Darum fordern wir den Erhalt und Ausbau guter Ausbildung auch in der Krise sowie die Übernahme für alle. Und wir wollen, dass endlich auch die dual Studierenden unter den Schutz von Tarifverträgen fallen. Hier erwarten alle mehr als betretenes Schweigen von den Arbeitgebern in dieser Tarifrunde.“