Die 120 Beschäftigten haben jahrelang für die Gewinne der Huf Gruppe gesorgt, jetzt droht ihnen die Arbeitslosigkeit ohne Abfindung. Über den Wortbruch sind Betriebsrat, IG Metall und die Beschäftigten schockiert und haben heute ihren Ärger mit einer ganztägigen Protestaktion gezeigt. Die 120 verbliebenen Mitarbeiter haben der Unternehmemsleitung gemeinsam die rote Karte für das unfaire Spiel gezeigt und sich symbolisch auf die Straße vor den Werkseingang gesetzt, um auf ihr drohendes Schicksal aufmerksam zu machen.

Auf der Betriebsversammlung im Dezember erklärte Tom Graf, CEO der Huf Gruppe, noch vollmundig, dass die Verlagerung des bis dato gewinnbringenden Unternehmens in Düsseldorf Teil des mit den Banken abgestimmten Umstrukturierungsprogrammes des Mutterkonzerns sei. Den Beschäftigten wurde damals auf der Versammlung versprochen, dass ein Interessenausgleich und Sozialplan mit dem Betriebsrat sozialpartnerschaftlich und fair verhandelt wird. Die Unternehmensleitung der Huf Gruppe stellt dies jedoch nun in Frage. Corona Krise, strikte Vorgaben von Kreditgebern und Schwierigkeiten bei der geplanten Verlagerung nach Rumänien werden vom Management für die billige Abwicklung der Mitarbeiter als Begründung herangezogen.
„Die Verhandlungen um einen Interessenausgleich und Sozialplan für die bei HED gebliebenen Beschäftigten starteten vielversprechend“, berichtet Dinah Trompeter von der IG Metall. „Jetzt gewinnen wir den Eindruck, dass dies alles Teil eines miesen Spiels ist. Die Mitarbeiter leisten bis jetzt ihr Bestes, um die Produktion aufrecht zu halten und die Verlagerung damit ungestört vorzubereiten. Jetzt, wo die Zeit drängt und die Ausproduktion in Düsseldorf naht, zeigt sich ein anderes Bild. Die Unternehmensleitung hat die Einigungsstelle angerufen, um die Umsetzung der Kündigungen zu beschleunigen und das Sozialplanvolumen zu drücken. Wir können derzeit keinem der Mitarbeiter empfehlen weiterhin top Leistung zu bringen, um den Weg in die Arbeitslosigkeit noch zu beschleunigen. Wir fordern jetzt ein faires Sozialplan – Angebot des Managements.“