Protest bei ZF/TRW Werk auf Schalke

Es ging heftig zu auf der außerordentlichen Betriebsversammlung im Schalker ZF-Werk! Am vergangenen Donnerstag verkündete die Geschäftsführung der Belegschaft die Schließung des Standortes zum Jahresende 2018. Die Beschäftigten reagierten wütend und empört.

Der ZF-Konzern hatte TRW erst 2015 aufgekauft. Die Beschäftigten hatten damals große Hoffnung in den neuen Eigentümer gelegt, weil sie große Chancen zum Ausbau des Geschäfts sahen. Nun aber die Hiobsbotschaft der Geschäftsleitung: der Schritt der Schließung sei unausweichlich, denn die Wirtschaftlichkeit des Standortes sei nicht mehr gegeben. Der von der IG Metall beauftragte Wirtschaftsprüfer sieht das, nach Prüfung der Sachlage, allerdings anders.

Schon zum Jahresende soll nach Aussage der Geschäftsführung der Produktionsteil der ehemaligen TRW auf Schalke geschlossen werden. Von den rund 500 Beschäftigten am Standort seien aber „nur“ rund 350 Beschäftigte betroffen, beschwichtigt die Geschäftsführung. Dass der Kelch an den restlichen 150 Mitarbeitern vorübergeht, mag aber keiner so recht glauben. Fragen der Belegschaft wozu man ohne Produktion vor Ort noch eine Logistikabteilung braucht und wo die Auszubildenden eingesetzt werden sollen, blieben unbeantwortet. Auch den beruhigenden Aussagen der Geschäftsführung zu Übernahmemöglichkeiten in andere Betriebe wurde mit äußerster Skepsis begegnet. Von der Schließung Betroffene sollen angeblich auch im Düsseldorfer Betrieb einen neuen Job finden. Dabei handelt es sich in Düsseldorf um einen reinen Entwicklungsbetrieb und keinen Produktionsstandort.

Zur Unterstützung der Belegschaft waren ZF/TRW-Gesamtbetriebsräte aus ganz Deutschland, sowie Vertreter der IG Metall, des DGB und der Lokalpolitik gekommen, um ihre Solidarität zu bekunden. Auch aus dem Düsseldorfer Entwicklungsbetrieb in Oberkassel waren Betriebsräte zur Unterstützung in Gelsenkirchen. Alle gemeinsam forderten von der Geschäftsführung die Rücknahme der Fehlentscheidung und beteiligten sich im Anschluss am Protestzug durch die anliegenden Straßen.

Es ist davon auszugehen, dass diese einmalige Aktion den Konzern nicht zum Umdenken bewegt. Belegschaft und IG Metall sind jedoch gewappnet für eine weitere und größere Offensive und entschlossen die Pläne der Geschäftsleitung zu verhindern!