M+E: Verhandlungsergebnis erzielt!

Die IG Metall Düsseldorf-Neuss begrüßt den in der Nacht in Nordrhein-Westfalen vereinbarten Pilotabschluss zwischen IG Metall und Arbeitgeberseite für die Metall- und Elektroindustrie. „Es hat sich gelohnt zu kämpfen“, bewertet Karsten Kaus, Erster Bevollmächtigter der IG Metall Düsseldorf-Neuss, die Vereinbarung. „Die Beschäftigten haben auch in der Corona-Pandemie gezeigt, dass sie einen neuen Tarifvertrag als Wertschätzung für die harten Umstände der letzten Monate verdient haben. Mit Autokinos, kreativen Aktionen vor Ort und einer breiten Beteiligung im Netz haben wir gezeigt, dass wir auch in diesen Zeiten erfolgreich für die gemeinsame Sache kämpfen können.“

500 Euro Corona-Prämie und 2,3 Prozent Lohnerhöhung als „Transformationsgeld“

IG Metall und Arbeitgeberverband haben für Nordrhein-Westfalen beschlossen, dass die Beschäftigten in der Metall- und Elektroindustrie eine Corona-Prämie in Höhe von 500 Euro (Brutto gleich Netto) erhalten sollen. Die vereinbarte Erhöhung der Monatsentgelte um 2,3 Prozent wird zunächst bis Februar 2022 angespart und dann als „Transformationsgeld“ ausgezahlt. Ab Februar 2023 wird diese Sonderzahlung bei 27,6 Prozent eines Monatsentgelts liegen und ist „tarifdynamisch“. Das heißt: Das „Transformationsgeld“ erhöht sich automatisch mit jeder Tariferhöhung in den Folgejahren. „Diese zusätzliche Sonderzahlung sorgt dafür, dass wir damit bei knapp 14 Monatsgehältern in der Metall- und Elektroindustrie liegen“, erklärt Karsten Kaus.

Außerdem erleichtert der neue Tarifvertrag der Gewerkschaft aktiver bei Veränderungsprozessen einzugreifen. „Wir wollen mit Zukunftstarifverträgen Investitionen, Beschäftigung und Zukunft für die Betriebe sichern, bevor die Krise eintritt. Oft kommen die Unternehmen erst zu uns, wenn nur noch harte Einschnitte helfen. Wir wissen, dass die heimische Industrie sich in einem großen Transformationsprozess befindet. Wir müssen nun gemeinsam dafür sorgen, diesen Prozess zum Beispiel mit vorausschauenden Zukunftstarifverträgen zu begleiten“, so Kaus.

Arbeitszeitverkürzung zur Beschäftigungssicherung

Ebenfalls vereinbart wurden neue Regelungen zur Arbeitszeitverkürzung. Betriebe, die sich großen Veränderungsprozessen – Stichwort: Transformation, E-Mobilität und Digitalisierung – stellen müssen, können die Arbeitszeit künftig umfangreicher verkürzen. „Damit sichern wir Beschäftigung, weil das geringer werdende Arbeitsvolumen nicht durch Entlassungen kompensiert wird, sondern durch eine Arbeitszeitverkürzung für alle. Hier ist eine Vier-Tage-Woche möglich. Um eine Kürzung bei den Monatsentgelten zu vermeiden, kann zum Beispiel das neu ausgehandelte „Transformationsgeld“ genutzt werden. Das ist ein echtes Pfund. Es sichert Einkommen und rettet Arbeitsplätze“, rechnet Volker Consoir, Zweiter Bevollmächtigter der IG Metall Düsseldorf-Neuss, vor.

Darüber hinaus wurden auch gemeinsame Ziele zur Ausbildung vereinbart. So sollen Auszubildende im Verbundstudium – also der Kombination von klassischer Berufsausbildung und einem Studium – künftig auch einen Anspruch auf Übernahme haben. Insgesamt soll die Ausbildung gestärkt werden. „Daran werden wir die Unternehmen vor Ort messen. Nach einem Rückgang von etwa einem Fünftel im letzten Jahr, muss in diesem Jahr wieder ein Plus an Ausbildungsplätzen in der Region Düsseldorf-Neuss verzeichnet werden. Das beste Rezept gegen den Fachkräftemangel bleibt die Berufsausbildung“, stellt Consoir fest.

 

Mehr zum Verhandlungsergebnis findet ihr in unseren aktuellen metallnachrichten

Verhandlungsergebnis Stahl

Dauerhafte Entgeltsteigerung und Beschäftigungssicherung

Die IG Metall NRW und die Arbeitgeber der nordwestdeutschen Stahlindustrie haben in der Nacht von Freitag auf Samstag nach 7 Stunden Verhandlung ein Verhandlungsergebnis erzielt. Die Beschäftigten erhalten am 30.06.2021 eine Corona-Prämie in Höhe von 500 Euro. Die bereits bestehende jährliche Zahlung aus dem Tarifvertrag „zusätzliche Vergütung“ von 1.000 Euro wird ab dem Jahr 2023 um eine weitere zusätzliche tarifdynamische Zahlung in Höhe von 600 Euro ergänzt, die im Februar eines jeden Jahres ausgezahlt wird. Auf dem Weg dorthin, gibt es im Dezember 2021 zunächst 250 Euro und im Februar 2022 weitere 250 Euro. Diese zusätzlichen tariflichen Entgelte können auch zur Beschäftigungssicherung genutzt werden.

Auszubildende erhalten 300 Euro Corona-Prämie, zwei Tarifzahlungen à 150 Euro und eine jährliche tarifliche Erhöhung von 360 Euro ab Februar 2023.

Darüber hinaus wurden die Tarifverträge zur Beschäftigungssicherung, Altersteilzeit und Werkverträgen verlängert. Die Tarifpartner haben vereinbart, in den kommenden Monaten einen Tarifvertrag für Dual Studierende zu entwerfen und gemeinsame tarifliche Regelungen der Transformation der Eisen- und Stahlindustrie zu finden.

Die Laufzeit der Tarifverträge geht bis zum 31.05.2022.

Knut Giesler: „In der größten Wirtschaftskrise der Nachkriegszeit haben die Tarifpartner in der Stahlindustrie einen verantwortungsvollen und fairen Kompromiss gefunden. Die Beschäftigten erhalten nicht nur eine Einmalzahlung; ihre Entgelte steigen auch dauerhaft. Dadurch wurden weitere Möglichkeiten zur Beschäftigungssicherung geschaffen. Positiv ist auch, dass die Auszubildenden und die unteren Entgeltgruppen überproportional von diesem Verhandlungsergebnis profitieren.“

Mehr Infos gibt es in unseren aktuellen stahlnachrichten

Frühschlussaktion bringt Mercedes Benz Sprinter Werk zum Stehen

100 Prozent Menschenwürde – zusammen gegen Rassismus

Warnstreikaktion bei Benhil

Am 19.03.21 beteiligten sich auch die Beschäftigten der Benhil GmbH in Neuss an den Warnstreik Aktivitäten in unserer Geschäftsstelle.
Unsere Früh-Schluss-Aktion unter dem Motto „Ab ins Wochenende„, sorgte für eine gute Beteiligung.

Ab 12:00 Uhr ruhte die Arbeit im Betrieb und auch teilweise im Homeoffice. Mit einem spontanen Autokorso und Hubkonzert vor den Büros der Geschäftsführung machten die Beschäftigten beim verlassen des Betriebes noch einmal deutlich, dass sie hinter der Tarifforderung ihrer IG Metall stehen.

Da es dem Unternehmen wirtschaftlich gut geht, wollten sie, insbesondere der Forderung von 4 % mehr Entgeltvolumen Nachdruck verleihen.

Danach ging es, ab ins Wochenende.

 

Bezirksweiter Online-Warnstreik am 24.März

Am 24. März ab 13 Uhr sind alle Beschäftigten in NRW zu einem einstündigen Online-Warnstreik aufgerufen – auch und gerade alle, die im Homeoffice arbeiten.

In dieser Stunde findet eine digitale Veranstaltung statt. Der Termin ist mit Absicht ausgesucht: Am darauffolgenden Tag, dem 25. März, wird die nächste Verhandlung mit den Arbeitgebern stattfinden. 24 Stunden vor dem Online-Warnstreik geht die IG Metall NRW auf Tour durch Nordrhein-Westfalen.

Im gesamten Bezirk NRW starten wir am 23. März um 13.00 Uhr in 24 Betrieben für jeweils eine Stunde mit öffentlichkeitswirksamen Aktionen, die von einem Medienteam begleitet werden. Enden wird das Ganze in einem einstündigen Online-Warnstreik. Es wird ein digitales Programm mit den Highlights der letzten 24 Stunden und aktuellen Informationen zum Stand der Verhandlungen geben, das von 13.00 bis 14.00 Uhr via Livestream übertragen wird.

Klick Dich rein auf www.warnstreik24.de

Warnstreik-Auto-Kino

Über 1.500 Beschäftigte haben sich heute an einem Auto-Kino-Warnstreik der IG Metall Düsseldorf-Neuss beteiligt

 Die IG Metall Düsseldorf-Neuss hat heute die Beschäftigten der Metall- und Elektroindustrie aus der Region zu einem Warnstreik aufgerufen. Statt dem üblichen Demo-Zug in Streikwesten und mit Trillerpfeifen, organisierte sie in diesem Jahr – mit Abstand und unter Einhaltung der geltenden Corona-Schutzverordnung – ein IG Metall Warnstreik-Auto-Kino mit anschließendem Autokorso an dem sich mehr als 1.500 Beschäftigte beteiligten.

 

„Die IG Metall ist auch in herausfordernden Zeiten kampffähig. Das haben wir heute eindrucksvoll unter Beweis gestellt“, sagte Karsten Kaus, Geschäftsführer der IG Metall Düsseldorf-Neuss. Kaus wies darauf hin, dass neben den über 1.500 Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Auto-Kino-Warnstreik, weitere 20.000 aufgerufene Beschäftigte aus 25 Betrieben in der Region Düsseldorf und Neuss den Warnstreik durch Frühschluss-Aktionen oder online im Homeoffice begleiten. Die IG Metall fordert in der aktuellen Tarifrunde für die rund 3,8 Millionen Beschäftigten der Branche in Deutschland, von denen etwa 700 000 in NRW arbeiten, ein Entgelt-Volumen von 4 Prozent bei 12 Monaten Laufzeit, das zur Stabilisierung der Einkommen oder zur Sicherung von Beschäftigung dienen soll. Außerdem will die IG Metall einen tariflichen Rahmen für betriebliche Zukunftstarifverträge schaffen und die Perspektiven für Auszubildende und dual Studierende verbessern.

Volker Consoir, Geschäftsführer der IG Metall Düsseldorf-Neuss sagte: „Zu all den Themen gibt es nach fünf Verhandlungsrunden keine konkreten und verbindlichen Vorschläge der Arbeitgeber. Die Warnstreiks sind eine Antwort der Beschäftigten auf diese Verweigerungshaltung.“

Weiter sagt Consoir: „Die Beschäftigten haben ihre letzte tabellenwirksame Entgelterhöhung im Jahr 2018 erhalten. Viele haben durch Kurzarbeit finanzielle Einbußen hinnehmen müssen. Außerdem ist die Binnennachfrage zurzeit ein Klotz am Bein der Konjunktur. Der Konsum muss angekurbelt werden, damit die Krise schnell überwunden wird. Das alles spricht für eine maßvolle Entgelterhöhung. Es braucht jetzt ein klares Signal für die Zeit nach der Krise und kein predigen von Verzicht.“ Kaus wies darauf hin, dass das Entgelt-Volumen in Betrieben, denen es nicht gut geht, eingesetzt werden solle, um Beschäftigung zu sichern. Die Bewältigung der letzten großen Wirtschaftskrise 2010 habe gezeigt, wie wichtig es sei, dass die Mannschaft an Bord bleibt. So sei es gelungen, nach Ende der Krise wieder schnell Fahrt aufzunehmen und aus dem wirtschaftlichen Tal zu kommen. „Wir brauchen eine Absenkung der Arbeitszeit, zum Beispiel auf eine 4-Tage-Woche, mit Teilentgeltausgleich. Das ist ein wichtiges Instrument zur Beschäftigungssicherung in unsicheren Zeiten“, so Kaus.

„Von den Arbeitgebern wollen wir noch bis Ostern wissen, ob es Richtung Einigung geht oder ob wir über die nächsten Schritte entscheiden müssen“, sagt Karsten Kaus. In den vergangenen beiden Wochen beteiligten sich bundesweit bereits über 410.000 Beschäftigte an kreativen und neue Aktionsformen sowie digitalen Warnstreiks – eine gigantische Zahl!

 

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Warnstreikauftakt bei AluNorf

Podcast mit Jörg Hofmann

Passt die Tarifforderung zur aktuellen wirtschaftlichen Lage in Deutschland?

Metall- und Elektro-, Stahl- und Textilindustrie und Kfz – 2021 ist für die IG Metall ein „Supertarifjahr“. Im neuen Podcast der IG Metall spricht Jörg Hofmann, Erster Vorsitzender der IG Metall mit Expertinnen und Experten aus der Wissenschaft, mit Betriebsräten und Beschäftigten über die Tarifbewegungen. In Episode 1 ist Hofmann im Gespräch mit Prof. Dr. Sebastian Dullien, wissenschaftlicher Direktor des IMK in der Hans-Böckler-Stiftung. Sie reden über die Tarifrunde und die Einordnung in die wirtschaftliche Lage.

Die deutsche Wirtschaft befindet sich in der schwierigsten Krise der Nachkriegszeit. Nach mehr als zehn Jahren wirtschaftlichen Wachstums traf die coronabedingte Krise die deutsche

Wirtschaft zu einem Zeitpunkt sinkender Wachstumsraten und bevorstehender großer technologischer, organisatorischer und struktureller Transformationsprozesse. In dieser Lage wollen die Arbeitgeber eine Nullrunde durchsetzen. Warum ist das nicht sinnvoll? Und wie passt die breitgefächerte Forderung der IG Metall in die momentane wirtschaftliche Lage? Moderatorin Ferdije Rrecaj erörtert diese und weitere Fragen mit Jörg Hofmann und Prof. Dr. Sebastian Dullien.

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M+E Tarifrunde: Erste Verhandlung

ERSTE VERHANDLUNG – ARBEITGEBER MAUERN

IG Metall NRW und Arbeitgeber haben sich zur ersten Verhandlungsrunde für die Metall- und Elektroindustrie getroffen. Die Arbeitgeber stellen auf stur und sagen, es gebe nix zu verteilen. Zugleich sägen sie an der Ausbildung und verkennen, was die Zeit erfordert.

Mehr zum Ablauf der ersten Verhandlung in Neuss findet ihr in unserer aktuellen Ausgabe der metallnachrichten