Gemeinsame Erklärung von IG Metall NRW und METALL NRW zur Hochwasserkatastrophe 2021

Gemeinsame Erklärung von IG Metall NRW und METALL NRW zur Hochwasserkatastrophe 2021

Eine Woche nach der Hochwasserkatastrophe in unserem Bundesland, wird schonungslos erkennbar, welch kaum ermessliches Leid die Flut über so viele von unseren Mitbürgerinnen und Mitbürgern gebracht hat.

Unsere Gedanken sind bei den Opfern der Katastrophe und ihren Angehörigen sowie bei allen Menschen, die in Not geraten sind. Den so hart betroffenen Beschäftigten und Unternehmen der Branche werden wir, wo immer möglich, solidarisch beistehen. Schon jetzt unterstützt eine Vielzahl nicht unmittelbar betroffener Betriebe mit ihren Belegschaften die Einsatzkräfte vor Ort. In dieser Situation ist es selbstverständlich, dass Beschäftigte für die Hilfe freigestellt werden.

Unser Dank gilt den vielen Rettungskräften und ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern, die sich in den Krisenregionen engagieren. In den kommenden Wochen und Monaten wird es nun darauf ankommen die Schäden zu beheben und drohende wirtschaftliche Notlagen zu verhindern.

METALL NRW und IG Metall NRW appellieren an die Verantwortlichen in Politik und Verwaltung, unbürokratisch und schnell zu helfen.

Es darf nicht geschehen, dass Menschen, die heute vor den Trümmern ihrer privaten Existenz stehen, auch noch um ihren Arbeitsplatz fürchten müssen. Die Wiederaufnahme der Produktion in den von der Flut betroffenen Betrieben muss oberste Priorität haben. Gestörte Lieferketten sind unverzüglich wiederherzustellen.

Maßstab für die jetzt dringend nötigen Soforthilfen darf nur der Grad der akuten Betroffenheit und Gefährdung der wirtschaftlichen Existenz sein.

Hierfür werden sich IG Metall NRW und METALL NRW einsetzen. Die Überwindung der Hochwasserfolgen bedarf der gleichen Besonnenheit und unkonventionellen Entscheidungsfähigkeit, die die Verantwortlichen bei der Bekämpfung der Pandemie zeigen.

IG Metall NRW           METALL NRW
Knut Giesler                Dr. Luitwin Mallmann

Fair Owner Vereinbarung für Speira

In Grevenbroich, Hamburg, Dormagen und Neuss wird weiterhin Aluminium gewalzt und verarbeitet – unter neuem Namen, dafür mit Standort- und Beschäftigungsgarantie. Das hat die IG Metall mit einer Fair Owner Vereinbarung festgezurrt.

Garantie der Standorte und Arbeitsplätze bis Ende 2024 und auch Ausbildung und Tarifvertrag haben weiter Bestand: 3000 Beschäftigte in Grevenbroich, Hamburg, Dormagen und Neuss können aufatmen. Der Verkauf des Walzgeschäfts von Hydro an KPS Capital Partners ist über die Bühne und er bringt den Metallerinnen und Metallern Sicherheit. Denn die IG Metall hat dafür gesorgt, dass eine Fair Owner Vereinbarung geschlossen wurde. Für die Beschäftigten heißt das: Statt Hydro Aluminium rolled products heißen sie jetzt Speira, sonst hat alles für die nächsten Jahre Bestand. Damit die vertraglich beschlossene Standort- und Beschäftigungssicherung auch auf solidem Boden gebaut ist, hat die IG Metall dem neuen Eigentümer eine Investitionszusage abgerungen: 225 Millionen Euro fließen in den nächsten drei Jahren in die Standorte. Konzernbetriebsratsvorsitzender Heinz Höhner betont: „Das Erreichte ist für uns zukunftsweisend und bietet die nötigen Absicherungen. In Ausbildung, in Kompetenz und Investitionen.“

Neuer Eigentümer besteht ersten Vertrauenstest
KPS Capital Partners ist, wie der Name schon vermuten lässt, ein US-amerikanisches Unternehmen. Gedanken an eine Heuschrecke, die Betriebe verschlingt, zerkaut und wieder ausspuckt, sind in diesem Fall aber unbegründet. KPS hat einen Gewerkschaftshintergrund und arbeitet mit Gewerkschaften zusammen. So ist Manuel Bloemers, stellvertretender Aufsichtsratsvorsitzender und Konzernbetreuer seitens der IG Metall, bisher zufrieden mit dem neuen Eigentümer und mit der KPS geschlossenen Fair Owner Vereinbarung: „Mit den verhandelten Sicherheiten für Beschäftigte und die Standorte hat die KPS ein wichtiges vertrauensbildendes Signal gesendet“, so Bloemers. Dazu kommt: Wenn die KPS das Unternehmen weiterverkaufen möchte, wird die IG Metall mit eingebunden. Das ist ebenfalls vertraglich geregelt.

Hemmschuh Wasserkopf-Management ist abgelegt
Die schwierigen Zeiten haben die Beschäftigten des Aluminiumherstellers nun hinter sich. Fast 20 Prozent der Arbeitsplätze hatte der ehemalige Eigentümer Hydro über die vergangenen Monate mit einem Freiwilligenprogramm abgebaut. Am Markt tat sich das Unternehmen im Wettbewerb mit den anderen Herstellern schwer und hatte mit dem Hydro-Konzern einen Management-Wasserkopf, mit dem Entscheidungen schwer zu treffen waren, erklärt Bloemers. Doch der Metaller und stellvertretende Aufsichtsratsvorsitzende sieht die Zukunft positiv: „Mit den Investitionen des neuen Eigentümers kann sich das Unternehmen fit für die Zukunft machen und schon heute sind die Auftragsbücher wieder voll.“ Als gutes Zeichen sieht Bloemers, dass Einar Glomnes, der bereits als Executive Vice President das Walzgeschäft von Hydro leitete, neuer CEO von Speira wird. Dass Glomnes nicht mit dem norwegischen Hydrokonzern abzieht, sondern im Rheinland bleibt, zeige, dass auch er an die Zukunft des Unternehmens glaube. „Sicherheit bietet aber insbesondere die Fair Owner Vereinbarung“, betont Bloemers. Da stimmt auch Volker Consoir, 2. Bevollmächtigter der IG Metall Düsseldorf-Neuss, zu: „Mit dieser Vereinbarung haben wir einen elementaren Schritt in eine gesicherte Zukunft machen können. Sie ist ein großer Erfolg, da die wichtigsten Forderungen der Arbeitnehmerseite durchgesetzt werden konnten.“ Und Consoir unterstreicht: „Die Einigung zeigt, dass eine starke IG Metall im Unternehmen wichtig ist, damit weiterhin gute Ergebnisse erzielt werden können!“

Nothilfe für Hochwassergeschädigte

Liebe Kolleginnen und Kollegen, die aktuelle, anhaltende Überschwemmungskatastrophe trifft die Menschen hart. In den betroffenen Gebieten leben und arbeiten IG Metall Mitglieder. Es ist insofern davon auszugehen, dass Mitglieder davon betroffen sind bzw. sein werden. Das teilweise existenzbedrohende Ausmaß der Katastrophe macht eine unkomplizierte, solidarische finanzielle Unterstützung erforderlich.

Die Satzung der IG Metall sieht für derart außergewöhnliche Fälle eine Notfallunterstützung (§ 28) vor.

Solltest du also von der Katastrophe betroffen sein:

Steht dir eine Soforthilfe in Höhe einer Einmalzahlung (zwischen 500 und 1000 Euro) zu. Für die Beantragung bitten wir dich, folgende Unterlagen in unserer Geschäftsstelle einzureichen:

  • Das Formular „Notlageantrag“ mit Unterschrift (wird von der GS zur Verfügung gestellt)
  • Ein „behördlicher“ Schadensnachweis (z.B. Bestätigung der Naturkatastrophe durch die Gemeinde/Stadt oder auch durch einen Feuerwehreinsatz, durch Pressemeldungen oder ähnliches)
  • Möglichst Fotos oder andere Dokumentationen wie regionalen Zeitungsbericht
  • Die (voraussichtliche) Schadenshöhe muss ersichtlich sein, entweder durch die Bestätigung einer Behörde/Institution oder durch andere geeignete Unterlagen wie Schadensanträge für Versicherungen, Versicherungsunterlagen, Schadensprotokolle, Gutachten, Kostenvoranschläge, Rechnungen

Wir bitten darauf zu achten, dass wirklich nur Schäden am Wohnraum/-gebäude geltend gemacht werden können, die innerhalb von drei Monaten ab dem Schadenstag bei uns eingereicht wurden.

Solltest du dabei Unterstützung benötigen, melde dich bitte bei uns oder deinem Betriebsrat. Bitte informiere auch deine Kolleg*innen die wir auf diesem Weg zur Zeit leider nicht erreichen können.

Betriebliche Tarifverhandlungen

Regelmäßig nach der Tarifrunde für die ME Industrie machen wir unsere Hausaufgaben.

Aufgrund entsprechender Anerkennungs- oder Firmentarifverträge müssen wir in einigen Betrieben nachverhandeln.

Betriebliche Tarifpolitik

Von Mitglieder – Für Mitglieder

Gemeinsam erfolgreich.

 

Sulzer Pumpen Deutschland GmbH

Service Center Neuss und Gelsenkirchen

Keine Abkopplung von der Metall- und Elektroindustrie

Mehr Geld in mehreren Stufen

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KHT Fahrzeugteile GmbH

Guter Abschluss in schwierigen Zeiten:

800 € Corona Beihilfe

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Rhein-Getriebe GmbH

Stillstand hat noch nie was bewegt!

Nach dem Verbandsaustritt fordern die Beschäftigten einen Haustarifvertrag.

Wir sind verhandlungsbereit!

Die Mitglieder haben eine Tarif- und Verhandlungskommission gewählt.

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Tarifrunde im KFZ-Handwerk – BMW NL Grafenberger Allee

Tarifrunde im KFZ Handwerk – IVECO West in Düsseldorf

Tarifrunde im KFZ Handwerk – BMW Niederlassung Düsseldorf-Rath.

M+E: Verhandlungsergebnis erzielt!

Die IG Metall Düsseldorf-Neuss begrüßt den in der Nacht in Nordrhein-Westfalen vereinbarten Pilotabschluss zwischen IG Metall und Arbeitgeberseite für die Metall- und Elektroindustrie. „Es hat sich gelohnt zu kämpfen“, bewertet Karsten Kaus, Erster Bevollmächtigter der IG Metall Düsseldorf-Neuss, die Vereinbarung. „Die Beschäftigten haben auch in der Corona-Pandemie gezeigt, dass sie einen neuen Tarifvertrag als Wertschätzung für die harten Umstände der letzten Monate verdient haben. Mit Autokinos, kreativen Aktionen vor Ort und einer breiten Beteiligung im Netz haben wir gezeigt, dass wir auch in diesen Zeiten erfolgreich für die gemeinsame Sache kämpfen können.“

500 Euro Corona-Prämie und 2,3 Prozent Lohnerhöhung als „Transformationsgeld“

IG Metall und Arbeitgeberverband haben für Nordrhein-Westfalen beschlossen, dass die Beschäftigten in der Metall- und Elektroindustrie eine Corona-Prämie in Höhe von 500 Euro (Brutto gleich Netto) erhalten sollen. Die vereinbarte Erhöhung der Monatsentgelte um 2,3 Prozent wird zunächst bis Februar 2022 angespart und dann als „Transformationsgeld“ ausgezahlt. Ab Februar 2023 wird diese Sonderzahlung bei 27,6 Prozent eines Monatsentgelts liegen und ist „tarifdynamisch“. Das heißt: Das „Transformationsgeld“ erhöht sich automatisch mit jeder Tariferhöhung in den Folgejahren. „Diese zusätzliche Sonderzahlung sorgt dafür, dass wir damit bei knapp 14 Monatsgehältern in der Metall- und Elektroindustrie liegen“, erklärt Karsten Kaus.

Außerdem erleichtert der neue Tarifvertrag der Gewerkschaft aktiver bei Veränderungsprozessen einzugreifen. „Wir wollen mit Zukunftstarifverträgen Investitionen, Beschäftigung und Zukunft für die Betriebe sichern, bevor die Krise eintritt. Oft kommen die Unternehmen erst zu uns, wenn nur noch harte Einschnitte helfen. Wir wissen, dass die heimische Industrie sich in einem großen Transformationsprozess befindet. Wir müssen nun gemeinsam dafür sorgen, diesen Prozess zum Beispiel mit vorausschauenden Zukunftstarifverträgen zu begleiten“, so Kaus.

Arbeitszeitverkürzung zur Beschäftigungssicherung

Ebenfalls vereinbart wurden neue Regelungen zur Arbeitszeitverkürzung. Betriebe, die sich großen Veränderungsprozessen – Stichwort: Transformation, E-Mobilität und Digitalisierung – stellen müssen, können die Arbeitszeit künftig umfangreicher verkürzen. „Damit sichern wir Beschäftigung, weil das geringer werdende Arbeitsvolumen nicht durch Entlassungen kompensiert wird, sondern durch eine Arbeitszeitverkürzung für alle. Hier ist eine Vier-Tage-Woche möglich. Um eine Kürzung bei den Monatsentgelten zu vermeiden, kann zum Beispiel das neu ausgehandelte „Transformationsgeld“ genutzt werden. Das ist ein echtes Pfund. Es sichert Einkommen und rettet Arbeitsplätze“, rechnet Volker Consoir, Zweiter Bevollmächtigter der IG Metall Düsseldorf-Neuss, vor.

Darüber hinaus wurden auch gemeinsame Ziele zur Ausbildung vereinbart. So sollen Auszubildende im Verbundstudium – also der Kombination von klassischer Berufsausbildung und einem Studium – künftig auch einen Anspruch auf Übernahme haben. Insgesamt soll die Ausbildung gestärkt werden. „Daran werden wir die Unternehmen vor Ort messen. Nach einem Rückgang von etwa einem Fünftel im letzten Jahr, muss in diesem Jahr wieder ein Plus an Ausbildungsplätzen in der Region Düsseldorf-Neuss verzeichnet werden. Das beste Rezept gegen den Fachkräftemangel bleibt die Berufsausbildung“, stellt Consoir fest.

 

Mehr zum Verhandlungsergebnis findet ihr in unseren aktuellen metallnachrichten

Verhandlungsergebnis Stahl

Dauerhafte Entgeltsteigerung und Beschäftigungssicherung

Die IG Metall NRW und die Arbeitgeber der nordwestdeutschen Stahlindustrie haben in der Nacht von Freitag auf Samstag nach 7 Stunden Verhandlung ein Verhandlungsergebnis erzielt. Die Beschäftigten erhalten am 30.06.2021 eine Corona-Prämie in Höhe von 500 Euro. Die bereits bestehende jährliche Zahlung aus dem Tarifvertrag „zusätzliche Vergütung“ von 1.000 Euro wird ab dem Jahr 2023 um eine weitere zusätzliche tarifdynamische Zahlung in Höhe von 600 Euro ergänzt, die im Februar eines jeden Jahres ausgezahlt wird. Auf dem Weg dorthin, gibt es im Dezember 2021 zunächst 250 Euro und im Februar 2022 weitere 250 Euro. Diese zusätzlichen tariflichen Entgelte können auch zur Beschäftigungssicherung genutzt werden.

Auszubildende erhalten 300 Euro Corona-Prämie, zwei Tarifzahlungen à 150 Euro und eine jährliche tarifliche Erhöhung von 360 Euro ab Februar 2023.

Darüber hinaus wurden die Tarifverträge zur Beschäftigungssicherung, Altersteilzeit und Werkverträgen verlängert. Die Tarifpartner haben vereinbart, in den kommenden Monaten einen Tarifvertrag für Dual Studierende zu entwerfen und gemeinsame tarifliche Regelungen der Transformation der Eisen- und Stahlindustrie zu finden.

Die Laufzeit der Tarifverträge geht bis zum 31.05.2022.

Knut Giesler: „In der größten Wirtschaftskrise der Nachkriegszeit haben die Tarifpartner in der Stahlindustrie einen verantwortungsvollen und fairen Kompromiss gefunden. Die Beschäftigten erhalten nicht nur eine Einmalzahlung; ihre Entgelte steigen auch dauerhaft. Dadurch wurden weitere Möglichkeiten zur Beschäftigungssicherung geschaffen. Positiv ist auch, dass die Auszubildenden und die unteren Entgeltgruppen überproportional von diesem Verhandlungsergebnis profitieren.“

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