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Traurige Gewissheit – Das Vallourec-Werk in Reisholz wird geschlossen

Das Aus für das Traditionswerk in Reisholz ist besiegelt. Vallourec hat heute Morgen auf der außerordentlichen Betriebsversammlung die Schließung des Werkes im Laufe des Jahres verkündet.

Trauer, Verzweiflung und Wut – eine Mischung aus allem war unter den rund 300 Beschäftigten zu spüren, als die Geschäftsführung die Pläne über die Schließung verkündete. Die Geschäftsführung erklärt die unumgängliche Schließung des Werkes mit den schlechten Auslastungsprognosen für die kommenden Jahre. „Wir hatten bis zuletzt Hoffnung, dass das Werk gerettet werden kann, aber jetzt ist auch der letzte Funken davon weg“, sagte Ayhan Üstün – Betriebsratsvorsitzender in Reisholz. Der Betriebsrat hat gemeinsam mit der IG Metall bis zuletzt für die Erhaltung des Werkes gekämpft und von externen Beratern ein Konzept erarbeiten lassen, was die Weiterführung mit weniger Mitarbeitern ermöglichen sollte. „Ich weiß nicht einmal, ob man sich das Konzept bis ins letzte Detail angeschaut hat“ – so Üstün weiter.

„Die Stimmung glich einer Beerdigung. Nach 121 Jahren im Düsseldorfer Süden, geht es jetzt mit der Produktion von Nahtlosen Stahlrohren zu ende. Ein bitterer Tag für die Beschäftigten“, sagte Abdullah Yilmaz – stellvertretender Betriebsratsvorsitzender- kurz nach der Betriebsversammlung. “ Es geht jetzt darum mit den Leuten zu reden und einen guten Interessenausgleich und Sozialplan zu verbschieden“ erklärt Yilmaz weiter.

Die Geschäftsführung schloss heute Morgen betriebsbedingte Kündigungen in Reisholz aus. Noch ist unklar wie viele der betroffenen Mitarbeiter in die Schwesterwerke nach Rath oder Mülheim wechseln können.

Tarifrunde ME-Industrie 2020: IG Metall-Vorstand empfiehlt vorgezogene Verhandlungen

Der Vorstand der IG Metall empfiehlt den regionalen Tarifkommissionen der Metall- und Elektroindustrie, zügig mit den regionalen Arbeitgeberverbänden Sondierungsgespräche über ein „Zukunftspaket“ aufzunehmen. Gesamtmetall und die regionalen Arbeitgeberverbände hatten sich zuvor positiv zu dem von der IG Metall vorgeschlagenen Weg geäußert.

„Wir erwarten allerdings, dass die Arbeitgeberverbände ihre Bereitschaft erklären, auf ihre Mitgliedsfirmen einzuwirken, während des Moratoriums auf die einseitige Ankündigung von Personalabbaumaßnahmen, Produktverlagerungen und Standortschließungen zu verzichten“, sagte Jörg Hofmann, Erster Vorsitzender der IG Metall, am Dienstag. Die IG Metall hatte angeboten, unter Friedensbedingungen (Friedenspflicht) zu verhandeln, wenn die Arbeitgeber sich bereit erklären, keine Maßnahmen zum Personalabbau, zur Verlagerung von Produkten und zur Schließung von Standorten zu ergreifen.

Ziel der IG Metall ist ein fairer Wandel und die Sicherung guter Arbeit durch Investitionen, Qualifizierung sowie Standort- und Beschäftigungszusagen. Die Arbeitgeber sollen sich in Zukunftspaketen verpflichten, auf Verlangen der IG Metall Verhandlungen zu betrieblichen Zukunftstarifverträgen zu führen. In solchen Zukunftstarifverträgen sollen dann konkrete Investitions- und Produktperspektiven festgelegt werden, Vereinbarungen über Maßnahmen zur Personalentwicklung und entsprechende Maßnahmen zur Aus- und Weiterbildung sowie Vereinbarungen zum Ausschluss betriebsbedingter Kündigungen.

Es ist dringend notwendig, in allen Betrieben ein Konzept für die Transformation aufzustellen und mit dem notwendigen Umbau, den Investitionen und der Qualifizierung der Belegschaften für die Jobs von morgen zu beginnen. Die IG Metall tritt für eine Zukunftsperspektive für alle Beschäftigten und Standorte in der Metall- und Elektroindustrie ein. Der Umbau muss so gestaltet werden, dass niemand entlassen wird.

„Die Beschäftigten der Metall- und Elektroindustrie verlangen Sicherheit im digitalen und ökologischen Wandel. Auch für den gesellschaftlichen Zusammenhalt braucht es nachhaltige Perspektiven für die Menschen – und zwar jetzt!“, sagte Jörg Hofmann.

In den nächsten Wochen wird die IG Metall in den Betrieben und Tarifkommissionen über konkrete Verhandlungsziele diskutieren. Auch die Beschäftigten in den Betrieben sollen ihr Votum abgeben. Am 20. Februar beschließen die Tarifkommissionen ihre Forderungsempfehlung. Am 26. Februar entscheidet der IG Metall-Vorstand endgültig über die Forderung.

Vodafone: Sozialplan steht

Nach intensiven Verhandlungen haben sich Konzernbetriebsrat und Vodafone auf die Bedingungen für den Umbau des Unternehmens geeinigt. Betriebsrat und IG Metall sind vor dem Hintergrund der großen Herausforderung, welche die Integration von Unitymedia und die Transformation des Unternehmens mit sich bringt, alles in allem zufrieden. Das Ergebnis kann sich mit Sozialplänen aus früheren Zeiten messen: Verbesserte Kündigungsfristen, Job-Offerten für Betroffene mit Qualifizierungsmöglichkeiten, Verbesserung der Vorruhestandsregelungen und großzügige Abfindungsregelungen sind erreicht.

Dennoch kann das Ergebnis über eine traurige Tatsache nicht hinwegtäuschen:
Vodafone baut Stellen ab, Kolleginnen und Kollegen werden das Unternehmen verlassen – der Umbau wird die größte Personalabbaumaßnahme, die es jemals bei Vodafone gab.

Mehr zum Inhalt des neuen Sozialplans findet ihr im aktuellen Flugblatt

Auftakt „Stark im Wandel“ in der DGB Region Düsseldorf Bergisch Land

Am 30.01.2020 fand im Düsseldorfer Gewerkschaftshaus die Auftaktveranstaltung zu der DGB NRW Initiative „Stark im Wandel“ statt. Zusammen mit rd. 40 Vertreterinnen und Vertretern aller Einzelgewerkschaften wurde über die Herausforderungen des stattfindenden Strukturwandel diskutiert. Sigrid Wolf, DGB-Regionsgeschäftsführerin Düsseldorf-Bergisch Land, betonte, dass wir einen grundlegenden Strukturwandel erleben . Dieser wird getrieben durch Globalisierung, Digitalisierung und Klimawandel und ist umfassend und betrifft alle Regionen, alle Branchen und alle Gewerkschaften. Gewerkschaften sind Spezialisten in der Gestaltung von Veränderungsprozessen. Der DGB begegnet den Herausforderungen des Wandels mit Optimismus und möchte in den anstehenden Prozessen eine aktive und konstruktive Rolle einnehmen. Unsere Erfahrungen und unsere Geschichte zeigen: gesellschaftlicher Fortschritt musste immer gegen Widerstände durchgesetzt werden. Ziel muss sein, dass der Wandel sozial, ökologisch und fair gestaltet wird.

Karsten Kaus, Geschäftsführer IG Metall Düsseldorf-Neuss, stellte die Schnelligkeit unsere industriellen Entwicklung anhand von Praxisbeispielen dar. Die Chancen aber auch die Risiken, einer immer schneller werdenden Entwicklung wurden sehr deutlich herausgearbeitet. Sein Fazit ist: Diesen Wandel werden der DGB und seine Gewerkschaften nur erfolgreich gestalten können, wenn die Dimension der Veränderungen erkannt wird. Die Aufgaben der Gewerkschaften müssen neu gestaltet und die Menschen fest in diesen Prozess eingebunden werden. Betriebsräte und Betriebsrätinnen müssen zu ihren Hauptaufgaben immer mehr zum Motor von Gestaltung und Weiterentwicklung werden.

Gute Praxisbeispiele brachte die BASF-Betriebsrätin Anke Heinisch. Anhand einer Betriebslandkarte „Arbeit und Industrie 4.0“ bekommen Betriebsräte ein Werkzeug zur Begleitung des digitalen Wandels im Betrieb geschaffen. Dieses Herangehen an neue Ideen außerhalb der Betriebsverfassung zeigen uns sehr deutlich neue Anforderungen in der Betriebsratsarbeit auf. Sie betonte, dass es über diese Prozesse gelingt, mit den Arbeitgebern auf Augenhöhe über notwendige Maßnahmen und Qualifizierungsanforderrungen im Betrieb zu verhandeln.

Eine kleine Zusammenfassung der bisherigen Dokumentation findest Du hier

Betriebsräte fordern mehr Tempo bei der Energie- und Wärmewende

Die Energiewende kommt in Deutschland nur schleppend voran. „Es fehlt eine Strategie für die Energie- und Wärmeversorgung. Zentrale Bausteine dafür sind die industriepolitische Flankierung, langfristig verlässliche Rahmenbedingungen für Investitionen sowie eine zielgerichtete arbeitsmarktpolitische Begleitung des Strukturwandels“, sagte Wolfgang Lemb, geschäftsführendes Vorstandsmitglied der IG Metall, auf einer Branchenkonferenz der Gewerkschaft vor 100 Betriebsräten in Frankfurt.
Eine moderne und effiziente Energieversorgung ist auf qualifizierte und sichere Arbeitsplätze angewiesen. „Die Unternehmen müssen ihre Aus- und Weiterbildung verstärken, die Beschäftigten für zukunftsorientierte Technologien qualifizieren und eine vorausschauende Personalplanung betreiben. Investitionen sind nur erfolgreich, wenn die Kompetenzen der Beschäftigten weiterentwickelt werden“, betonte Lemb.
Wenn, wie im Koalitionsvertrag vereinbart, der Anteil der erneuerbaren Energien bis 2030 auf 65 Prozent steigen soll, setzt das mehr Windkraft und Solarenergie voraus. Unverzichtbar dafür ist, dass genügend Flächen für Wind an Land zur Verfügung stehen und der Deckel beim Ausbau der Solarenergie (52 Gigawatt-Deckel) aufgehoben wird. Ebenso muss der Ausbau intelligenter Verteilnetze und die Förderung neuer Speichertechnologien vorangetrieben werden.

Um ihre Forderung zu bekräftigen wurde auf der Branchenkonferenz eine Resolution verabschiedet. Die Resolution findest Du hier

Wichtige Standbeine der Energiewende sind neben der Wind-, Photovoltaik- und Solarindustrie auch die Heizungsindustrie sowie der Energieanlagen- und Kraftwerkbau. So muss der Ausbau flexibler Gaskraftwerke beschleunigt und die Modernisierungsrate bei Gebäuden auf 2 Prozent pro Jahr verdoppelt werden.

Die Verzahnung der Sektoren ist entscheidend für das Gelingen der Energiewende. Der konventionelle Kraftwerkbau kann durch Innovationen wie durch Wärmespeicherung und Kraft-Wärme-Kopplung einen Beitrag zur Senkung von CO2-Emissionen leisten.

IG Metall NRW gewinnt 19.344 Neumitglieder

Die IG Metall NRW konnte im vergangenen Jahr 19.344 neue Mitglieder gewinnen. Die Gesamtsumme aller Zugänge, zu denen auch Neumitglieder gehören, die aufgrund beruflicher Veränderung die Branche gewechselt haben und deshalb von einer anderen DGB-Gewerkschaft zur IG Metall übergetreten sind, beläuft sich auf 22.491. Die Zahl der Austritte und Streichungen lag bei 19.458. „Damit haben sich auch 2019 wieder mehr Menschen für als gegen die IG Metall entschieden“, so Knut Giesler, IG Metall-Bezirksleiter für NRW.

Die IG Metall NRW bleibt mit 513.234 Mitgliedern Ende 2019 der größte Bezirk der IG Metall, auch wenn die Gesamtmitgliederzahl damit um 1,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr gesunken ist. Diese Entwicklung ist zu allererst in der demografischen Entwicklung begründet. Giesler: „Es ist uns in NRW gelungen, die Zahl der Austritte und Streichungen kontinuierlich zu reduzieren. Bis zum Jahr 2004 haben jährlich jeweils rund 35 000 Menschen die IG Metall verlassen. In den letzten Jahren haben wir uns bei unter 20 000 Austritten eingependelt. Das zeigt auch, dass wir mit unserer Politik in Betrieb und Gesellschaft nahe an dem sind, was die Menschen bewegt. Das wird auch die kommende Tarifrunde der Metall- und Elektroindustrie wieder deutlich machen. Wir packen das an, was den Beschäftigten wichtig ist. Darauf können sie vertrauen.“

Die IG Metall NRW müsse sich trotz der weitgehend stabilen Situation weiter den Herausforderungen bei der Mitgliederentwicklung stellen, so der Bezirksleiter. „Es muss uns noch besser gelingen, veränderte Beschäftigtenstrukturen auch in unserer Mitgliederstruktur abzubilden. Bei den Arbeitern sind wir ohnehin hervorragend organisiert. Im Angestelltenbereich haben wir zugelegt. Dennoch müssen wir hier in den kommenden Jahren noch besser werden“, so Giesler.

IG Metall strebt in der anstehenden Tarifrunde ein „Moratorium für einen fairen Wandel“ an

HUF Electronics hat jetzt einen Betriebsrat

Die IG Metall ist gemeinsam mit den Beschäftigten bei der HUF Electronics GmbH bei der Durchsetzung ihrer Mitbestimmung einen großen Schritt vorangekommen.

Bei der HUF Electronics GmbH in Rath wurde jetzt erstmals ein Betriebsrat gewählt. Am vergangenen Freitag kam der neugewählte Betriebsrat zu seiner konstituierenden Sitzung zusammen und nahm damit seine Arbeit auf. Über 79 Prozent der Beschäftigten bei HUF beteiligten sich jetzt an der Betriebsratswahl und setzten damit aus Sicht der IG Metall ein „eindeutiges Zeichen für Mitbestimmung“.

Der Betriebsrat besteht aus 9 Mitgliedern. Das gesamte Betriebsratsgremium hat sich in der IG Metall organisiert. „HUF Electronics in Düsseldorf-Rath war der letzte Standort der HUF Gruppe in Deutschland ohne Betriebsrat. Die Betriebsratswahl ist deshalb ein besonders großer Erfolg für die Kolleginnen und Kollegen, die jetzt die Möglichkeit haben, sich für ihre berechtigten Interessen einzusetzen“, erklärt Dinah Trompeter, zuständige Gewerkschaftssekretärin der IG Metall Düsseldorf-Neuss.

Der Automobilzulieferer beschäftigt über 300 Mitarbeiter. Nach den Presseberichten Ende September über den möglichen Verkauf und die drohende Verlagerung des Standortes und der Arbeitsplätze nach Rumänien hatte die IG Metall Düsseldorf-Neuss Anfang Oktober Betriebsratswahlen eingeleitet.

„Die rasche Durchführung der Betriebsratswahl war extrem wichtig. Die Geschäftsleitung hat dem neu gewählten Betriebsrat noch nicht bekannt gegeben, was genau in Bezug auf die Gerüchte der Werkschließung geplant ist. Wir sind uns aber sicher, dass die Geschäftsführung dennoch im Hintergrund an den Plänen des Verkaufs oder der Verlagerung weitergearbeitet hat. Die IG Metall unterstützt das Gremium in dieser schwierigen Phase, um schnellstmöglich geschult und handlungsfähig zu sein.“, so Trompeter weiter.

Gemeinsam mit dem neugewählten Betriebsratsgremium gilt es jetzt, die Interessen der Beschäftigten in der angespannten Situation zu vertreten und bestmögliche Lösungen bei der Auseinandersetzung um die drohende Werksschließung zu finden.

Auf zu neuen Ufern: Jahresabschluss Handwerk

Am 4. Dezember trafen sich traditionell die Mitglieder des Handwerksausschusses der Düsseldorfer und Neusser IG Metall-Betriebe zu ihrem Jahresabschluss, schauten in lockerer Stimmung auf 2019 zurück, sprachen über die aktuelle Situation in den Betrieben und schmiedeten Pläne für 2020.

„Das Jahr 2019 war insgesamt ein erfolgreiches Jahr für das Handwerk in NRW“, fasst Christian Mansfeld, zuständiger Gewerkschaftssekretär der IG Metall Düsseldorf-Neuss, das Jahr zusammen. „Im Elektro- und KfZ-Handwerk sowie in der Holz-und Kunststoffindustrie haben wir in diesem Jahr starke Tarifabschlüsse erzielt. Grund dafür war nicht nur die gute konjunkturelle Lage, sondern vor allem die überragende Unterstützung der IG Metall Handwerkerinnen und Handwerker bei den Aktionen vor und während der Tarifrunden. Durch ihren Einsatz konnten wir viel erreichen und blicken gestärkt dem kommende Jahr und seinen Herausforderungen entgegen.

Dazu haben wir uns erfolgreich mit unserem Diskussionspapier „Ein neuer Ordnungsrahmen im Handwerk“ in die Politik der IG Metall eingemischt. Mit der Forderung den Branchendialog Handwerk wieder aufleben zu lassen und dafür zu sorgen, dass das Handwerk durch die Stärkung der Tarifbindung Fachkräfte binden kann, haben wir nicht nur ein richtiges Signal Richtung Berlin geschickt, sondern auch das zusammengefasst, was viele unsere Mitglieder schon lange denken und fordern.“

In 2020 werden auf regionaler Ebene die Handwerkskammerwahlen eine bedeutende Rolle spielen. Dazu plant der Handwerksausschuss Düsseldorf-Neuss, neben seinen regelmäßigen Sitzungen, auch neue Veranstaltungsformate anzubieten, die es besonders Mitgliedern aus Klein- und Kleinstbetrieben ermöglichen sich aktiv an den Themen zu beteiligen und mitzugestalten.

 

Erstmalige Betriebsratswahlen bei Axians IT Solutions GmbH: echter Betriebsrat – echte Mitbestimmung

Die Axians IT Solutions GmbH ist ein bundesweit operierendes Unternehmen mit insgesamt rund 500 Beschäftigten. Und bisher schien es so, als ob sich alle Probleme und Anliegen der Beschäftigten einvernehmlich regeln ließen. Hatte doch die Geschäftsführung selbst „Vertrauensleute“ eingesetzt, die sich um die Belange der Beschäftigten kümmern sollen– ohne Wahlen und ohne die in der Betriebsverfassung verankerten Mitbestimmungsrechte versteht sich.

Als im Herbst dieses Jahres, aber einige Mitarbeiter entlassen worden und große Umstrukturierungsmaßnahmen von der Unternehmensleitung durchgeführt worden sind, änderte sich der Blick der Beschäftigten auf „ihr“ betriebliches Vertretungsorgan.

Drei Beschäftigte des 60 Beschäftigte umfassenden Axians Standortes in Düsseldorf – darunter zwei „Vertrauensleute“ – wollten ihre Handlungsunfähigkeit nicht weiter hinnehmen und nahmen Kontakt mit der örtlichen IG Metall auf, um sich zu beraten und sich ihrer Unterstützung bei der Initiierung echter Betriebsratswahlen zu versichern.

Am 2. Dezember 2019 fand jetzt die Wahlversammlung unter großer Beteiligung der Belegschaft in Düsseldorf statt. Das Anliegen der Einladenden, einen Betriebsrat mit echten Mitbestimmungsrechten zu gründen, fand bei allen Anwesenden starken Zuspruch. Der frisch gewählte Wahlvorstand wird nun mit den Vorbereitungen der Wahl beginnen und geht davon aus, dass es in ihrem Betrieb ab kommendem März einen Betriebsrat geben wird. „Für den Schritt zu echter Mitbestimmung, können sich die Kolleginnen und Kollegen der Unterstützung der IG Metall Düsseldorf-Neuss sicher sein. Erfolgreiches Mitbestimmen funktioniert nur mit gewählten Betriebsräten und einer starken Gewerkschaft als Partner an ihrer Seite“, erklärt Ulrike Saaber, zuständige Gewerkschaftssekretärin der IG Metall Düsseldorf-Neuss.

Die Düsseldorfer Beschäftigten hoffen jetzt zudem, dass ihre Kolleginnen und Kollegen an allen anderen Axians-Standorten ihrem Beispiel folgen werden, so dass es bald im gesamten Unternehmen Betriebsräte gibt.