Neuigkeiten, die das Handwerk betreffen.

Auf zu neuen Ufern: Jahresabschluss Handwerk

Am 4. Dezember trafen sich traditionell die Mitglieder des Handwerksausschusses der Düsseldorfer und Neusser IG Metall-Betriebe zu ihrem Jahresabschluss, schauten in lockerer Stimmung auf 2019 zurück, sprachen über die aktuelle Situation in den Betrieben und schmiedeten Pläne für 2020.

„Das Jahr 2019 war insgesamt ein erfolgreiches Jahr für das Handwerk in NRW“, fasst Christian Mansfeld, zuständiger Gewerkschaftssekretär der IG Metall Düsseldorf-Neuss, das Jahr zusammen. „Im Elektro- und KfZ-Handwerk sowie in der Holz-und Kunststoffindustrie haben wir in diesem Jahr starke Tarifabschlüsse erzielt. Grund dafür war nicht nur die gute konjunkturelle Lage, sondern vor allem die überragende Unterstützung der IG Metall Handwerkerinnen und Handwerker bei den Aktionen vor und während der Tarifrunden. Durch ihren Einsatz konnten wir viel erreichen und blicken gestärkt dem kommende Jahr und seinen Herausforderungen entgegen.

Dazu haben wir uns erfolgreich mit unserem Diskussionspapier „Ein neuer Ordnungsrahmen im Handwerk“ in die Politik der IG Metall eingemischt. Mit der Forderung den Branchendialog Handwerk wieder aufleben zu lassen und dafür zu sorgen, dass das Handwerk durch die Stärkung der Tarifbindung Fachkräfte binden kann, haben wir nicht nur ein richtiges Signal Richtung Berlin geschickt, sondern auch das zusammengefasst, was viele unsere Mitglieder schon lange denken und fordern.“

In 2020 werden auf regionaler Ebene die Handwerkskammerwahlen eine bedeutende Rolle spielen. Dazu plant der Handwerksausschuss Düsseldorf-Neuss, neben seinen regelmäßigen Sitzungen, auch neue Veranstaltungsformate anzubieten, die es besonders Mitgliedern aus Klein- und Kleinstbetrieben ermöglichen sich aktiv an den Themen zu beteiligen und mitzugestalten.

 

Verhandlungsergebnis KFZ-Dienstleistungen NRW Altersvorsorgewirksame Leistungen

IG Metall NRW und Metall NRW Fachgruppe Dienstleistungen haben am 21.10.2019 ein Verhandlungsergebnis über altersvorsorgewirksame Leistungen (AVWL) erzielt:

  • Ab 01.Dezember 2019 können IG Metall-Mitglieder im Bereich KFZ- Dienstleistungen AVWL erhalten/beantragen
  • Die AVWL beträgt
    • für Beschäftigte kalenderjährlich 319,08 €, monatlich 26,59 €
    • für Auszubildende kalenderjährlich 159,48 €, monatlich 13,29 €
  • Über diese Beträge hinausgehende Einzahlungen aus dem Nettoentgelt sind möglich
  • Teilzeitbeschäftigte haben Anspruch auf eine anteilige Leistung
  • Der Anspruch entsteht nach 12-monatiger Betriebszugehörigkeit
  • Es sind mehrere Anlagearten für die AVWL möglich, diese sind im Tarifvertrag beschrieben
  • Vor dem 01.Dezember 2019 bestehende Verträge können weitergeführt werden
  • Bestehende betriebliche Regelungen zu altersvermögenswirksame Leistungen können beibehalten werden, soweit sie mindestens die Leistungen dieses Tarifvertrages erreichen.

Zur altersvorsorgewirksamen Entgeltumwandlung konnte derzeit kein Ergebnis erzielt werden.

Tarifabschluss im Tischlerhandwerk: 4,9 Prozent mehr Geld in zwei Stufen

Die IG Metall-Tarifkommission für das Tischlerhandwerk in NRW hat gestern dem Verhandlungsergebnis für die Beschäftigten des Tischler- und Schreinerhandwerks des Tarifgebietes Nordwest vom 19. Juni 2019 einstimmig zugestimmt.

Demnach erhöhen sich die Entgelte der 49.000 Beschäftigten in dieser Branche in zwei Schritten: Zum 1. August 2019 zunächst um 2,9 Prozent und zum 1. Oktober 2020 um weitere 2 Prozent. Zu beiden Zeitpunkten wird die Ausbildungsvergütung jeweils um 30 Euro überproportional erhöht. Dieser Tarifvertrag läuft bis zum 30. September 2021.

Zusätzlich gibt es erstmals für die Branche einen Tarifvertrag zum Ausgleich von Rentenabschlägen für über 50-jährige Arbeitnehmer. Dieser Vertrag gibt einen Rechtsanspruch auf eine monatliche Zusatzzahlung der Arbeitgeber in die Deutsche Rentenversicherung in Höhe von 50 Euro, um einen früheren Ausstieg aus dem Arbeitsleben ohne Rentenkürzung zu ermöglichen. Voraussetzung ist, dass der Arbeitnehmer selbst auch mindestens 50 Euro einzahlt. Der Tarifvertrag zum Ausgleich von Rentenabschlägen tritt am 1. August 2019 in Kraft und kann erstmals zum 31. Dezember 2024 gekündigt werden.

 

 

 

KFZ-Handwerk: 5,3 Prozent in zwei Stufen!

Die IG Metall und der Metallarbeitgeberverband NRW haben sich heute in Düsseldorf auf ein Verhandlungsergebnis verständigt.

Zum 1. Juni 2019 steigen die Entgelte für die Beschäftigten im KFZ-Handwerk NRW um 2,7 Prozent. Ab 1. August 2020 erfolgt eine weitere Erhöhung um 2,6 Prozent. In beiden Stufen steigt die Vergütung um mindestens 80 Euro. Die Auszubildenden erhalten in beiden Stufen pro Lehrjahr jeweils 50 Euro mehr Geld. Darüber hinaus bekommen die Auszubildenden unmittelbar vor der schriftlichen Abschlussprüfung einen bezahlten freien Tag. Der Tarifvertrag läuft bis 31.05.2021. Die Kfz-Tarifkommission wird am Freitag, 28. Juni, über das Verhandlungsergebnis abstimmen.

Zur Umsetzung eines tariflichen Anspruchs auf Altersvorsorgewirksame Leistungen (AvwL) setzten die Tarifparteien eine Arbeitsgruppe ein. Sie soll bis Ende Oktober 2019 einen Vorschlag erarbeiten, der die Besonderheiten des Kfz-Handwerks berücksichtigt und erläutert, wie die AvwL einen Beitrag zur Altersvorsorge leisten können.

Der Tarifvertrag gilt für die Betriebe, die Mitglied der Fachgruppe Kfz-Dienstleistungen im Arbeitgeberverband Metall NRW sind: das sind BMW, Daimler, Iveco und die PSA-Gruppe.

Ausführliche Informationen findet ihr in unseren kfznachrichten

 

Starke Beteiligung am Aktionstag im Kfz-Handwerk

Rund 150 Kolleginnen und Kollegen aus verschiedenen Kfz-Handwerks Betrieben der IG Metall Düsseldorf-Neuss haben sich am Dienstag gemeinsam am bundesweiten Aktionstag der IG Metall beteiligt, um ihre Unzufriedenheit gegenüber der Angebote der Arbeitgeber zu zeigen.

In der letzten Woche hatten die Arbeitgeber das inzwischen bundesweit bekannte Angebot von 2,3 Prozent im ersten und 2 Prozent im zweiten Jahr vorgelegt. Das ist angesichts der guten Auslastung der Werkstätten und der guter Geschäfte in den Autohäusern mager und das haben die Beschäftigten heute bei ihren Aktionen deutlich gemacht.

Auch den Auszubildenden wollen die Arbeitgeber nur 30 Euro zugestehen. Das Angebot ist angesichts des Fachkräftemangels in dieser Branche deutlich zu wenig. Das Handwerk leidet darunter, dass viele junge Menschen lieber in der Industrie einen Ausbildungsplatz annehmen. Dort ist die Vergütung deutlich höher. Darum muss gerade für die Auszubildenden eine überproportionale Erhöhung kommen.

Die IG Metall fordert gegenüber der „METALL NRW Fachgruppe Dienstleistungen/KFZ-Dienstleistungen“ für die Beschäftigten im Kfz-Handwerk 5 Prozent mehr Geld für zwölf Monate sowie eine überproportionale Erhöhung der Auszubildendenvergütung.

Auch nach den zweiten Verhandlungsrunde sind die Forderungen der beiden Tarifparteien noch sehr weit voneinander entfernt. Die nächste Verhandlungsrunde steht in den nächsten Wochen an.

Mehr Informationen zu den Hintergründen und Forderungen bekommst Du hier

Tag des Handwerks: IG Metall fordert bessere Arbeits- und Ausbildungsbedingungen

Die IG Metall fordert vor dem Hintergrund von 200.000 fehlenden Fachkräften und 20.000 unbesetzten Ausbildungsstellen bessere Arbeits- und Ausbildungsbedingungen im Handwerk. „Durch die Weigerung vieler Arbeitgeber Tariflöhne zu zahlen, hat das Handwerk stark an Attraktivität eingebüßt. In der Branche arbeiten nur noch knapp 30 Prozent der Beschäftigten in tarifgebundenen Betrieben. Zwei Drittel der jungen Gesellen und Gesellinnen wandern nach ihrer Ausbildung in die Industrie und in andere Wirtschaftszweige ab. Das führt zu hausgemachtem Fachkräftemangel und unzufriedenen Kunden durch überlange Wartezeiten von mittlerweile bis zu 13 Wochen“ sagte Ralf Kutzner, geschäftsführendes Vorstandsmitglied der IG Metall, am Freitag in Frankfurt zum Tag des Handwerks am 15. September.

Kutzner forderte Verbände und Innungen auf, dem Bekenntnis zur Tarifpartnerschaft endlich auch Taten folgen zu lassen. „Nur mit Tarifbindung und Mitbestimmung können die Handwerksbetriebe die bedrohliche Fachkräftelücke schließen“, sagte Kutzner. Die Rechnung, sich mit niedrigen Löhnen einen Vorteil zu verschaffen, gehe nicht auf. „Die Flucht aus Tarifverträgen führt zu einem ruinösen Unterbietungswettbewerb zu Lasten der Beschäftigten und der Qualität“, kritisierte der Gewerkschafter. „Nur mit guten Arbeitsbedingungen, Flächentarifverträgen, mit Beteiligung sowie attraktiver Fort- und Weiterbildung kann sich das Handwerk im Wettbewerb um qualifizierte Mitarbeiter besser behaupten.“

Innovative Tarifverträge im Handwerk seien möglich. Das zeige der kürzlich von der IG Metall Niedersachsen für 40.000 Beschäftigte im Metallhandwerk abgeschlossene Tarifvertrag. „Erstmals verpflichten sich hier die Arbeitgeber, für Beschäftigte ab 50 Jahre jeden Monat 50 Euro extra in die Rentenkasse zu zahlen, um damit eine höhere Rente oder einen flexibleren Renteneintritt zu ermöglichen“, sagte Kutzner.

Der Gewerkschafter kritisierte die hessischen Arbeitgeber des Kfz-Handwerks als Negativbeispiel. „Sie wollten im vergangenen Jahr Meister der flächendeckenden Tarifflucht werden. Der Landesinnungsverband war über Nacht mit seinen fast 4.000 Betrieben aus der Tarifbindung ausgestiegen. Erst nach viel Druck durch die Beschäftigen konnte bisher die Tarifbindung für immerhin 12.000 Beschäftigte der hessischen Kfz-Betriebe wieder hergestellt werden.“

Kutzner forderte vom Gesetzgeber Maßnahmen, um die Tarifbindung im Handwerk zu stärken. „Die Erosion der Tarifbindung im Handwerk hat mittlerweile bedrohliche Maße angenommen. In der aktuellen Diskussion um die Änderung der Handwerksordnung zur Wiedereinführung der Meisterpflicht in mehreren Handwerksberufen muss auch die Stärkung der Tarifbindung auf den Tisch. Wir brauchen kein Flickwerk, sondern einen verbindlichen Ordnungsrahmen aus einem Guss“, sagte Kutzner.

Tarifverhandlungen bei Gottfried Schultz SE starten

Die Weichen für die anstehenden Verhandlungen über den Entgelttarifvertrag bei der Gottfried Schutz Automobilhandels SE sind erfolgreich gestellt!

Nachdem die Tarifkommissionsmitglieder aus allen Gottfried Schultz SE-Standorten bereits Ende März einstimmig die Kündigung des Entgelttarifvertrages zum 30. Juni 2018 beschlossen haben, haben sie nun auch eine 8-köpfige Verhandlungskommission aus ihren Reihen gebildet.

Der Auftrag der Verhandlungskommission ist klar: die Beschäftigten fordern vor allem keine lange Laufzeit des Entgelttarifvertrages, keine Änderung des Manteltarifvertrages und weder Verzicht auf Arbeitszeitverkürzung oder Urlaub. Es werden schwierige Gespräche mit der Unternehmensführung erwartet, aber die Verhandlungskommission ist bereit für zügige, konstruktive Gespräche.

Der erste Verhandlungstermin wird in den kommenden Tagen bekannt gegeben. Über den Verlauf der Verhandlungen werden wir jeweils berichten.

Ein kleiner Beitrag für ein Dach über dem Kopf

Kurz vor Weihnachten löst die IG Metall Düsseldorf-Neuss ihr Versprechen ein, das sie mit der Beschäftigtenbefragung gegeben hat: Für jeden ausgefüllten Fragebogen spendet sie einen Euro. Insgesamt gaben knapp 7.000 Beschäftigte ihre Fragebögen ab, was bedeutet, dass knapp 7.000 Euro an sechs verschiedene Einrichtungen gespendet werden.

von links nach rechts: Norbert Schulz, Marion Peiffer-Meyer, Magdalene Risch, Wehwalt Mason

Die erste Spendenübergabe fand am vergangenen Donnerstag beim Asphalt e.V. auf der Jägerstraße in Düsseldorf statt. Die Mitglieder aus dem Arbeitskreis Handwerk konnten hier ihren Scheck über 1.000 Euro an Magdalena Risch, die seit vielen Jahren hauptamtlich für den Verein arbeitet, übergeben. „Es ist schön, dass so viele Menschen den Wert unserer Arbeit erkennen und uns mit Spendengeldern unterstützen, damit wir unserer Arbeit erfolgreich weiter führen können“, bedankte sich Frau Risch im Anschluss an die Übergabe.

Der Asphalt e.V. bietet wohnungslosen Menschen und jenen Menschen, die von Wohnungslosigkeit bedroht sind seit 1995 mehr als nur traditionelle Wohnungslosenhilfe. Als Herausgeber der Obdachlosenzeitung fiftyfifty, die durch bedürftige Menschen verkauft wird und deren Verkaufserlös zur Hälfte direkt bei den Verkäufern bleibt, bieten sie den Verkäufern zusätzlich Perspektivmöglichkeiten sich selbst gegen Armut und Ausgrenzung zu stellen.

Zudem konnte der Verein in den letzten beiden Jahren Wohnraum für insgesamt 48 obdachlose Menschen in Düsseldorf schaffen.

„Das Bemerkenswerte an dem Konzept ist, dass der Mensch und das Recht auf Wohnung hier immer das Wichtigste sind. Ich habe den Eindruck, dass unsere Spende am richtigen Platz ist und werde in Zukunft in unserer Stadt genauer hinsehen, wenn es um wohnungslose Menschen geht.“, fasst Marion Pfeiffer-Meyer (Mitglied des Arbeitskreises Handwerk) ihre Eindrücke zusammen.

Für alle, die mehr über Asphalt e.V. wissen wollen: http://www.fiftyfifty-galerie.de

Faire Tarifstandards sind Voraussetzung für die Zukunft des Handwerks

Sprockhövel – Mehr als 100 Betriebsrätinnen und Betriebsräte aus den verschiedenen Handwerksbetrieben in Nordrhein-Westfalen nehmen an der IG-Metall Handwerkskonferenz teil. Die betrieblichen Interessenvertreterinnen und –vertreter aus den unterschiedlichen Gewerken, unter anderem Elektro-, KFZ-, Schlosser- und Landmaschinenhandwerk, stellen sich den betrieblichen und tarifpolitischen Herausforderungen im Handwerk. Weiterlesen