Neuigkeiten, die die gesamte Regionalgruppe betreffen

Mit Abstand wiedergewählt

Karsten Kaus und Volker Consoir führen die IG Metall für weitere 4 Jahre

Das alte Führungsduo ist das neue: Stellvertretend für über 22.000 Mitglieder haben die Delegierten der IG Metall Düsseldorf-Neuss eine neue Geschäftsführung und einen neuen Ortsvorstand gewählt.

Der erste Bevollmächtigte der IG Metall Düsseldorf-Neuss, Karsten Kaus und der zweite Bevollmächtigte und Kassierer, Volker Consoir, erhielten jeweils 97% der Stimmen der anwesenden Delegierten.

Wegen der Corona-Pandemie musste die ursprünglich für März geplante konstituierende Delegiertenversammlung verschoben werden und konnte jetzt unter Einhaltung der Abstands- und Hygieneregeln im traditionsreichen Vallourec Werk in Reisholz durchgeführt werden. Es wurden zudem die 13 Beisitzerinnen und Beisitzer für das Leitungsgremium vor Ort, den Ortsvorstand, wieder- und neugewählt: Klaus Basner, Christiane Cichy, Metin Duman, Klaus Esser, Wolfgang Freitag, Harry Hansen, Reingard Hertzler, Udo Hohenberg, Manuela Kerfers, Ibrahim Koc, Frank Lindenau, Christian Rasper und Alexander Szlieszus werden in den kommenden 4 Jahren zusammen mit den beiden Geschäftsführern die Geschicke der Geschäftsstelle in Düsseldorf-Neuss lenken.

Alte gehen – Neue kommen.
Auf der Delegiertenversammlung wurde neben dem neugewählten Leitungsgremium vor allem auch den langjährig aktiven Mitgliedern gedankt. Nach mehr als 20 Jahren Mitgliedschaft im Ortsvorstand und 18 Jahren als Revisor verabschiedete die Delegiertenversammlung unter anderem Peter Zeise von der Siemens AG in Düsseldorf, der sein Amt altersbedingt an den Gewerkschaftsnachwuchs abgibt. Auch Bettina Schagun von der Dr. Sommer Werkstoffprüfservice GmbH und Ayhan Üstün Betriebsratsvorsitzender von Vallourec in Reisholz wurden als langjährige Ortsvorstandsmitglieder gebührend verabschiedet.

Geschäftsführung sieht mutig in die Zukunft.
Die IG Metall steht vor großen Aufgaben. Die Corona-Krise wirkt derzeit nicht nur in der Automobil- und Zuliefererindustrie wie ein Brandbeschleuniger für die Transformation sondern in allen Branchen und Industriezweigen. Für das wiedergewählte Führungsduo steht vor allem die Weiterentwicklung der gewerkschaftlichen Durchsetzungsfähigkeit im Mittelpunkt ihrer Arbeit. Auch die Erhöhung der Tarifbindung in den Metallbetrieben der Region wird ebenso Schwerpunkt der nächsten Amtszeit.

„Wir stehen vor großen Herausforderungen, es geht um die nachhaltige Gestaltung der Transformation – Digitalisierung, Energie- und Mobilitätswende – aber auch um die Sicherung von Industriearbeitsplätzen in der Region. In den Betrieben kommt die Krise immer heftiger an. Wir müssen alles dafür tun, dass sich die Arbeitgeber nicht aus ihrer gesellschaftlichen Verantwortung stehlen und Corona dazu nutzen, die betrieblichen Standards zu senken, Tarifverträge zu unterlaufen oder sich gar von Beschäftigten trennen“, so Karsten Kaus. „Durch die Corona-Krise haben sich die Fragestellungen in welcher Welt wir zukünftig arbeiten und leben wollen, eher verschärft“, ergänzt der 2. Bevollmächtigte Volker Consoir.

Keine Krisenbewältigung auf Kosten der Beschäftigten

Die IG Metall NRW hat in dieser Woche zu drei ungewöhnlichen Funktionärskonferenzen eingeladen. In Autokinos in Mönchengladbach, Bielefeld und Dortmund trafen sich insgesamt über 1.000 Aktive. Thema der Veranstaltungen: Wie kommen wir stark aus der Krise?

Die Pandemie hat die Wirtschaft und die Arbeitswelt fest im Griff. In vielen Betrieben stehen wir vor einer schwierigen Zeit. Insolvenzen drohen, Arbeits- und Ausbildungsplätze könnten wegfallen oder tarifliche Standards angegriffen werden. Zudem sind die Herausforderungen, die durch Klimawandel, Mobilitätswende und Digitalisierung für die Industrie bestehen, nicht vom Tisch. Im Gegenteil. An vielen Stellen hat die Corona-Pandemie zu einer Beschleunigung der Transformation geführt.

Angesichts dieser Situation hat die IG Metall NRW in den drei Funktionärskonferenzen deutlich gemacht, dass sie Zukunft gestalten und einen Kahlschlag auf Kosten der Beschäftigten verhindern will.

Für uns als IG Metallerinnen und Metaller ist es selbstverständlich, dass wir in den Unternehmen und Betrieben, in denen es reale Probleme gibt, bereit sind, gemeinsam an Lösungen zu arbeiten. Genauso klar ist aber auch, dass wir uns wehren, wenn die Situation ausgenutzt wird und billige Mitnahmeeffekte erzielt werden sollen. Wir lassen es nicht zu, dass gute Arbeits- und Lebensbedingungen zurückgedreht werden. Das würde die Lebenssituation der Beschäftigten, den gesellschaftlichen Zusammenhalt und die wirtschaftliche Entwicklung nachhaltig schädigen. Für uns gilt dabei: Wir wollen gemeinsam „Stark aus der Krise“ kommen. Die Corona- Krise darf nicht zu einem massiven Jobabbau führen. Das würde die Lebenssituation der Beschäftigten, den gesellschaftlichen Zusammenhalt und die wirtschaftliche Entwicklung nachhaltig schädigen.

Unsere Forderungen haben wir in einem gemeinsamen Positionspapier festgehalten. Das Positionspapier findest Du hier

Als Dankeschön für den Einsatz von den Betriebsratsmitgliedern und Vertrauensleute in den letzten Monaten endeten die Veranstaltungen im Autokino jeweils mit einem Konzert von Joris.

Betriebsräte und Vertrauensleute haben in den letzten Monaten enorm viel geleistet, damit die Pandemie sich nicht noch negativer auf die Beschäftigten auswirkt. Sie haben sich um deren Sorgen und Nöte gekümmert, obwohl sie vielleicht manchmal selbst nicht wussten, wie sie die vielen neuen Herausforderungen im Arbeits- und auch im Privatleben meistern sollen. Dafür galt es einfach mal Danke zu sagen.

Knut Giesler – Bezirksleiter der IG Metall NRW- mahnte zudem, dass alleine der betriebs- und tarifpolitische Einsatz nicht ausreicht, um alle Probleme, die in der Krise deutlich wurden, zu lösen: „Die Politik hat viele richtige Maßnahmen schnell ergriffen, um die negativen Folgen der Pandemie so gering wie möglich zu halten. Dennoch haben wir auch gesehen, wo es in diesem Land hakt. Das gilt für die Bildungs- und Familienpolitik, für die dramatische Unterfinanzierung der Kommunen bis hin zu einer gerechten und ausreichenden Finanzierung eines handlungsfähigen Staates. Hier müssen die Lehren gezogen und manche ideologische Scheuklappe abgelegt werden. Und es gilt zu prüfen, ob Konjunkturpakete der Beschäftigung dienen. Andernfalls muss auch an dieser Stelle nachgeschärft werden.“

Die Uhr tickt.

Bemühungen zur Fortführung des Ausbildungszentrums sind in vollem Gange.

Die Schmolz und Bickenbach GmbH & Co. KG hält weiter an ihrem Entschluss fest, das Ausbildungszentrum an der Eupener Straße Ende dieses Jahres zu schließen.

Nachdem das Thema in der letzten Woche auch im Rat der Stadt Neuss ausführlich diskutiert wurde und sich die Wirtschaftsförderung damit auseinandergesetzt hat, haben sich jetzt noch einmal Vertreter der IG Metall, des DGB Neuss, die Ausbildungsleitung der Schmolz + Bickenbach GmbH & Co. KG sowie der Betriebsratsvorsitzende der Steeltec GmbH getroffen, um über die aktuelle Situation zu diskutieren und Lösungen für die herausfordernde Situation zu finden.

©IG Metall Düsseldorf-Neuss Namen vlnr.: Volker Consoir IG Metall Ddorf-Neuss, Ralf Kruse Ausbildungsleiter S + B, Udo Fischer DGB Neuss, Georg Bliersbach, stellvertr. Ausbildungsleiter, Ibrahim Koc Betriebsratsvorsitzender Steeltec GmbH

Im Vorfeld hatte die IG Metall mit der von der Schmolz und Bickenbach GmbH & Co. KG beauftragten Kanzlei, die mit der Abwicklung des Ausbildungszentrums beauftragt ist, Kontakt aufgenommen. In einem sehr offenen und konstruktiven Gespräch teilt ein Vertreter der Berliner Kanzlei mit, dass man die Schließung grundsätzlich bedauere, jedoch würde man einem etwaigen vertrauenswürdigen Nachfolger keine Steine in den Weg legen. Darüber hinaus versprach man die wirtschaftlichen Kennzahlen umgehend vorzulegen und bat auch weitergehende Unterstützung an, damit die Ausbildung am Standort Neuss nicht zum Erliegen kommt.

Volker Consoir, Geschäftsführer der IG Metall Düsseldorf-Neuss, machte noch einmal deutlich, dass die Zukunft von über 150 Auszubildenden von der Entscheidung abhinge. „Die Prüfungen der Auszubildenden stehen in ein paar Monaten und der Start der neuen Azubis steht im August an. Gerade in diesen Zeiten ist es wichtiger denn je, den jungen Menschen ein positives Signal zu geben, dass ihre Ausbildung sicher ist und wie geplant durchgeführt werden kann“, unterstrich Consoir. Auch die Betriebe und deren Verbundpartner, die im Ausbildungszentrum ausbilden lassen, hoffen auf eine Weiterführung. „Düsseldorf und Neuss als Ausbildungsregionen ist für unseren Standort essenziell wichtig, damit auch wir weiter Azubis einstellen können!

Ohne das Ausbildungszentrum ist das nicht möglich und ohne Ausbildung hat der Standort irgendwann keine Zukunft mehr“, erklärt Ibrahim Koc, Betriebsratsvorsitzender der Steeltec GmbH, die seit Jahren im Ausbildungszentrum erfolgreich ausbilden lassen.

„Die Zeit drängt, aber ein solches Projekt einfach aufzugeben ist keine Option“, machte Udo Fischer, DGB Vorsitzender des DGB Neuss, klar. Alle Anwesenden waren sich am Ende einig, dass das Ausbildungszentrum auf jeden Fall für die Region und die Zukunft der jungen Menschen weitergeführt werden sollte und auch mehr als fortführungswert ist, wenn man qualitativ gut ausbilden möchte.

„Das A und O wird sein, umgehend einen guten, seriösen Träger zu finden, um damit den Verbundpartnern zu zeigen, dass hier am Standort Neuss weiter ausgebildet werden kann“, so Consoir, „sonst werden sich die Betriebe nach Alternativen umschauen oder im schlimmsten Fall nicht mehr ausbilden und damit wäre keinem geholfen!“.

 

Weitere Pressestimmen findet ihr hier

150 Ausbildungsplätze in Gefahr

Ausbildungswerkstatt vor Schließung – Ohne Grund jetzt das Ende einer langen Tradition

Wer sich in Berufen der Metall- und Stahlindustrie ausbilden lassen wollte, war in den vergangenen Jahren im Ausbildungszentrum an der Eupener Straße in Düsseldorf/Neuss an der richtigen Adresse. Das ist nun offenbar nicht mehr so.

Die Geschäftsführung der Schmolz und Bickenbach GmbH & Co. KG, die Trägerin des Ausbildungszentrums ist, verkündete gestern völlig überraschend die Schließung des Zentrums zum 31. Dezember dieses Jahres. Alle Verbundfirmen und –partner sind schriftlich informiert worden und auch die Ausbildungsverträge mit den Betrieben sind bereits gekündigt. „Eine Schließung des Ausbildungszentrums an der Eupener Straße und die daraus resultierenden Folgen für die Fachkräftesituation in den Betrieben sind kein gutes Zeichen für die Region und die Zukunft junger Menschen“, sagte Volker Consoir, Geschäftsführer der IG Metall Düsseldorf-Neuss. Weiterhin stehen auch die Arbeitsplätze der Ausbilder auf dem Spiel.

Über 150 Auszubildende aus Betrieben in Düsseldorf und Neuss, darunter auch große Traditionsbetriebe wie die Steeltec GmbH (früher Schmolz + Bickenbach Blankstahl GmbH), Deutschen Edelstahlwerke, Thyssen Krupp Aufzüge, Teepack und Schindler Aufzüge, werden dort jährlich betreut. Die Ausbildung vor Ort genießt einen sehr guten Ruf und vor Kurzem hatte man noch in die Modernisierung der Räumlichkeiten und die IT-Infrastruktur investiert, um weiter zukunftsfähig zu bleiben.

„Ausbildung ist ein elementares Element in den betroffenen Betrieben. Sollte die Schließung des Ausbildungszentrums kommen, sind nicht nur die Zukunftschancen der jungen Menschen gefährdet, auch die Auswirkungen für die übrigen Beschäftigten im Hinblick auf Standort- und Beschäftigungssicherheit sind noch nicht absehbar“, sagte Volker Consoir.

Gründe für die Schließung der Ausbildungswerkstatt hat die Geschäftsführung der Schmolz und Bickenbach GmbH & Co. KG nicht genannt.

Die IG Metall Düsseldorf-Neuss will neben den Verbundfirmen gemeinsam mit dem DGB-Stadtverband auch die verantwortlichen Kommunal- und Landespolitiker in die Pflicht nehmen, um gemeinsam eine Lösungsstrategie zu entwickeln. „Es gibt keinen nachvollziehbaren Grund für die Schließung. Insbesondere in der jetzigen Situation und angespannten Lage auf dem Ausbildungs- und Fachkräftemarkt ist es das falsche Zeichen in Richtung Zukunft. Unser vorderstes Ziel ist deshalb der Erhalt der Ausbildungswerkstatt. Dafür werden wir kämpfen“, unterstrich Consoir.

 

Historisch einmalig: Keine 1. Mai Kundgebung 2020

„Schweren Herzens müssen wir die 1. Mai Kundgebungen diesen Jahres leider absagen. Solidarität heißt in diesem Jahr: Abstand halten! Die weltweite Ausbreitung des Corona-Virus zwingt die Gewerkschaften zu dieser historisch einmaligen Entscheidung.

Die Corona-Pandemie bedeutet ein Leben im Ausnahmezustand: Viele Menschen können nicht zum Arbeitsplatz, unsere Kinder nicht in die Schulen und Kitas. Unsres sozialen Kontakte müssen wir einschränken. Wir können unsere Verwandten nicht mehr, unsere Freundinnen und Freunde, unsere Kolleginnen und Kollegen sehen. Viele sorgen sich um ihre Existenz. Zur Zeit können wir an vielen Stellen beobachten, dass neue Formen der Solidarität entstehen: wie Nachbarschaftshilfen, Einkaufsgemeinschaften oder Jugendorganisationen, die alte Menschen und andere Hochrisiko-Gefährdete unterstützen. Künstlerinnen und Künstler zeigen ihre Kunst im Netz, Museen öffnen virtuell, Schulen entwickeln innovative Lehrmethoden.“, erklärt die Vorsitzende des DGB Düsseldorf Sigrid Wolf angesichts der Corona-Krise.

Auch wir Gewerkschaften sehen uns aktuell mit einer neuen Situation konfrontiert, die uns alle extrem fordert. Wir wissen aber auch, wieviel Solidarität bewirken kann. Die Gewerkschaften haben ihre Kraft und Durchsetzungsfähigkeit schon immer aus dem Füreinander-Einstehen der Vielen bezogen. So haben sie für mehr Gerechtigkeit gesorgt und bessere Lebens- und Arbeitsbedingungen erkämpft. Darum geht es auch heute wieder: Auch jetzt können und müssen wir solidarisch Leben retten. Wir können Verantwortung übernehmen. Für uns, und für alle anderen.

Für unsere DGB-Region bedeutet, dass wir schweren Herzens die 1. Mai Kundgebungen in Düsseldorf, Mönchengladbach, Krefeld, Neuss, Wuppertal, Remscheid, Solingen, Velbert und Hilden dieses Jahres leider absagen müssen. Nächstes Jahr werden wir wieder hoffentlich mit vielen Menschen die Straßen und Plätze füllen und den 1. Mai feiern: Das – weltweit – größte Fest der Solidarität.

Heute aber gilt es erst einmal jenen aufs allerherzlichste  zu danken, die uns tagtäglich – mit hohem Risiko für die eigene Gesundheit – vor dem Virus schützen, unsere Versorgung gewährleisten und die öffentliche Sicherheit aufrechterhalten. Wir müssen sie unterstützen, wo immer möglich! Ob Pflegerinnen und Pfleger, Ärztinnen und Ärzte, die Kassiererinnen und Kassierer im Supermarkt, die Einsatzkräfte bei Polizei, Feuerwehr und Rettungsdiensten, die Beschäftigten bei Ver- und Entsorgungsdiensten, LKW- und Bus-Fahrerinnen und -Fahrer oder das Zugpersonal. Sie alle verdienen unseren Respekt und unsere Solidarität. Wir alle müssen uns jetzt dafür einsetzen, dass ihre Arbeit angemessen gewürdigt wird und sie anständige Arbeitsbedingungen haben.

Die Solidarität der Gesellschaft brauchen aber auch diejenigen, die von den wirtschaftlichen Folgen der Pandemie besonders betroffen sind, die um ihre Existenzgrundlage fürchten oder um die ihrer Familien, die von Betriebsschließungen, Kurzarbeit oder Geschäftsaufgabe bedroht sind. Viele Menschen müssen zuhause arbeiten und sich gleichzeitig um ihre Kinder kümmern. Wir müssen dafür sorgen, dass ihr Arbeitsplatz und ihr Einkommen gesichert bleiben. Wir warnen Arbeitgeber vor jedem Versuch, die Situation zu missbrauchen und Arbeitnehmerrechte einzuschränken! Wir fordern von der Politik, dass sie alle notwendigen Mittel zur Überwindung der Krise mobilisiert.

„Solidarisch ist man nicht alleine“ das gelte auch für Europa, so Wolf. Der Virus kenne keine Grenzen. Deshalb müssen die Regierungen der Europäischen Union eng zusammenarbeiten und ihre Maßnahmen zur Bekämpfung der Pandemie miteinander abstimmen.

„Wir werden es nicht zulassen, dass der Kampf gegen das Corona-Virus den Nationalisten in die Hände spielt und sich zum Spaltpilz für das geeinte Europa entwickelt. Angst, Wut und Nationalismus sind keine guten Ratgeber. Nur mit Solidarität, mutigem und entschiedenem Handeln und Besonnenheit stehen wir die Krise gemeinsam durch, erklärte Wolf.

Solidarisch ist man nicht alleine!

Die offizielle Pressemitteilung des DGB findet ihr hier

Vallourec verlangt Verzicht von Beschäftigten

Die Geschäftsführung von Vallourec verlangt von der Belegschaft einen Beitrag zur Sanierung des Unternehmens.  Insgesamt verlangt Vallourec einen Beitrag von zehn Millionen Euro über zwei Jahre. Das Unternehmen begründet seine Forderung mit der schwierigen wirtschaftlichen Lage und will, dass die Einsparungen durch ganzen oder zumindest teilweisen Verzicht der Beschäftigten auf die Erhöhung der Entgelte aus der laufenden Stahl-Tarifrunde erreicht werden.

Die IG Metall und die Betriebsräte der drei Standorte Rath, Mülheim an der Ruhr und Reisholz haben sich nach eingehender Prüfung der wirtschaftlichen Lage des Unternehmens zu Gesprächen mit der Geschäftsführung bereit erklärt. Dabei stellen sie zunächst keine Bedingungen an die Sondierungsgespräche, sondern sind zu offenen Diskussionen bereit. In jedem Fall wird ein mögliches Verhandlungsergebnis bei den IG Metall Mitgliedern in allen drei Standorten zur Abstimmung gestellt.

Mehr Hintergrundinfos zur aktuellen Situation und Statements der Betriebsräte findet ihr hier

Stahltarifrunde 2019: Weiter kein Angebot der Arbeitgeber

Auch die zweite Verhandlung der laufenden Stahl-Tarifrunde am Mittwoch in Düsseldorf brachte kein Ergebnis. Die Arbeitgeber lehnten die Forderungen der IG Metall für die Stahlindustrie Nordwest als überzogen ab. Ein Angebot machten sie weiterhin nicht. Nach drei Stunden gingen die Tarifparteien ergebnislos auseinander.

Unsere Forderungen: Sechs Prozent mehr Geld und Extraplus für Nachwuchs

Für die rund 72 000 Beschäftigten der nordwestdeutschen Eisen- und Stahlindustrie fordert die IG Metall eine Entgelterhöhung um sechs Prozent – sowie eine neue zusätzliche Urlaubsvergütung in Höhe von 1800 Euro, bei der auch über Möglichkeiten gesprochen werden soll, dass Beschäftigte sie in Zeit statt Geld nehmen können. Auszubildende sollen eine überproportionale Erhöhung ihrer Vergütungen erhalten. Zudem sollen die Tarifverträge zur Altersteilzeit und Beschäftigungssicherung verlängert werden.

Die Friedenspflicht endet am 31. Januar 2019. Die nächste Verhandlung ist für den 1. Februar geplant.

Eine Zusammenfassung über die erste Verhandlung findet ihr hier

IG Metall bleibt Nummer eins in den Betrieben

Die IG Metall konnte bei den Betriebsratswahlen im Frühling ihre starke Stellung in den heimischen Industriebetrieben noch einmal leicht ausbauen. Die Wahlen fanden turnusgemäß von März bis Mai 2018 statt. Eine detaillierte Auswertung der Ergebnisse liegt jetzt vor.

Danach gehören zwei von drei Betriebsräten in Betrieben der Region Düsseldorf-Neuss der IG Metall an. Mit 66,7 Prozent ist das nochmal ein kleines Plus gegenüber den Wahlen vor vier Jahren (66,5 Prozent). Auch die Wahlbeteiligung in der Region ist noch einmal deutlich gestiegen. 71,1 Prozent der wahlberechtigten Beschäftigten gaben ihre Stimme ab, das sind gut vier Prozentpunkte mehr als vor vier Jahren (66,9 Prozent).

Wahlbeteiligung lag höher als bei den Kommunalwahlen. Zum Vergleich: Bei den Kommunalwahlen im Jahr 2014 lag die Wahlbeteiligung lediglich bei 50 Prozent (Düsseldorf) beziehungsweise 45,5 Prozent (Neuss). Gerade in Zeiten von Politikverdrossenheit ist die hohe Beteiligung bei Betriebsratswahlen ein ermutigendes Zeichen und gibt Kraft, gemeinsam mit den Betriebsräten die Aufgaben der Zukunft erfolgreich zu gestalten.

Auch der Anteil der weiblichen Mitglieder in den neu gewählten Betriebsratsgremien konnte gesteigert werden und liegt mit 21,4 Prozent in der Region über dem Gesamtanteil von Frauen unter den Beschäftigten im Bereich der IG Metall (20 Prozent).

Mit den neu gewählten Betriebsräten sind die Unternehmen nun gut aufgestellt, um den bevorstehenden Wandel in der Industrie zu gestalten. Die Transformation hin zu klimafreundlicher Produktion und Digitalisierung braucht eine starke Mitbestimmung in den Betrieben und diesen Gestaltungsauftrag werden unsere Betriebsräte sehr ernst nehmen.

 

 

Delegiertenversammlung verabschiedet Positionspapier für Gute Arbeit in der energieintensiven Industrie

Die gestrige Delegiertenversammlung stand ganz im Zeichen der energieintensiven Aluminium- und Stahlindustrie.

In der Region Düsseldorf-Neuss sind im Organisationsbereich der IG Metall derzeit rund 8.000 Menschen beschäftigt. Diese Arbeitsplätze sind aufgrund der derzeitigen energiepolitischen Entscheidungen jedoch stark gefährdet. Der aktuell geforderte Kohleausstieg bis 2020 und ein verschärfter europäischer Emissionshandel würden das sofortige Aus für die Aluminium- und Stahlwerke hier in der Region führen.

Heinz Höhner, Betriebsratsvorsitzender der Hydro Aluminium Rolled Products GmbH, erklärte den Anwesenden in seinem Vortrag sehr anschaulich, dass die Aluminiumindustrie noch über 2020 hinaus auf die Kohleverstromung angewiesen ist und zeigte gleichzeitig auf, was bereits heute alles unternommen wird, um die CO2-Belastungen einzudämmen. Gleichzeitig unterstrich er mit seinen Ausführungen die Wichtigkeit geschlossener Wertschöpfungsketten für den Industriestandort Deutschland und die Region. Denn nur so können gute Industriearbeitsplätze und eine nachhaltige Entwicklung gesichert werden.

Höhner stellte zudem heraus, dass die Aluminiumindustrie nicht Teil des Problems der hohen CO2-Belastungen ist, sondern durch gezielte Forschung und Investitionen in die CO2-Reduzierung bereits heute schon vielseitige Lösungen bietet.

In der anschließenden Diskussionsrunde zum Thema, diskutierten neben Heinz Höhner noch Heiko Reese, Leiter des IG Metall Stahlbüros, Daniel Rinkert, SPD Kreisvorsitzender des Rhein-Kreis Neuss und Volker Consoir, Mitglied des Aufsichtsrats bei der Hydro Aluminium Rolled Products GmbH, mit den Delegierten.

Heiko Reese stellte klar, dass es bei der ganzen Diskussion nicht darum ginge die Alt-Industrien zu retten, sondern zu transformieren. Und damit innovative und technologiegetriebene Industrien zu unterstützen. Reese machte zudem deutlich, dass eine Verlagerung der Stahlproduktion in Länder wie beispielsweise China, in denen Klimaschutz und Arbeitnehmerrechte nur eine untergeordnete bis gar keine Rolle spielen, nicht mehr als eine Mogelpackung sind und nicht zur Lösung der Klima- und Umweltprobleme beitragen werden.

Daniel Rinkert, hob in der Diskussion hervor wie wichtig der Dialog mit der Politik ist. Er machte deutlich, dass es für den Erhalt der energieintensiven Industrien und Wertschöpfungsketten wichtig ist, dass sich die Unternehmen auf verlässliche und belastbare Zusagen der Politik einstellen können. Investitionen in die Zukunft für den Erhalt von Arbeitsplätzen und zum Schutz des Klimas können nur unter sicheren Rahmenbindungen getätigt werden.

Volker Consoir unterstrich noch einmal, dass der Klimaschutz in der Aluminiumindustrie seit jeher eine wichtige Rolle spielt und bereits im Bereich Forschung und Entwicklung viel unternimmt, um immer besser zu werden. Für ihn ist klar: Wer das Klima schützen will muss die saubere Industrie hier in der Region schützen.

Nach der Diskussionsrunde haben die Delegierten zudem ein umfassendes Maßnahmenpaket zum Schutz für die 8000 Beschäftigten in der Stahl- und Aluminiumindustrie in der Region beschlossen und das dazugehörige Positionspapier „Gute Arbeit in der energieintensiven Industrie: Stahl und Aluminium“ verabschiedet.

Die wichtigsten Eckpunkte aus dem Positionspapier sind:

  • Erhalt der industriellen Wertschöpfungsketten in Deutschland
  • Sicherung der Versorgung mit netzstabilem Strom
  • Bezahlbarer Strom für die Industriearbeitsplätze in Deutschland
  • Kein nationaler Alleingang bei einer CO2-Besteuerung
  • Nutzung der Potentiale der Grundstoffindustrie für die Energiewende

Das Positionspapier findest Du hier

Als weiterführende Hintergrundinfo findest Du die Anforderungen der IG Metall zum Klimaschutzplan 2050 und Klimaschutzgesetz hier

Thyssenkrupp – BA Elevator Technology – NEIN zu Profitmaximierung durch Personalabbau!

Die Betriebsräte-Arbeitsgemeinschaft informiert:

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