Fair Owner Vereinbarung für Speira

In Grevenbroich, Hamburg, Dormagen und Neuss wird weiterhin Aluminium gewalzt und verarbeitet – unter neuem Namen, dafür mit Standort- und Beschäftigungsgarantie. Das hat die IG Metall mit einer Fair Owner Vereinbarung festgezurrt.

Garantie der Standorte und Arbeitsplätze bis Ende 2024 und auch Ausbildung und Tarifvertrag haben weiter Bestand: 3000 Beschäftigte in Grevenbroich, Hamburg, Dormagen und Neuss können aufatmen. Der Verkauf des Walzgeschäfts von Hydro an KPS Capital Partners ist über die Bühne und er bringt den Metallerinnen und Metallern Sicherheit. Denn die IG Metall hat dafür gesorgt, dass eine Fair Owner Vereinbarung geschlossen wurde. Für die Beschäftigten heißt das: Statt Hydro Aluminium rolled products heißen sie jetzt Speira, sonst hat alles für die nächsten Jahre Bestand. Damit die vertraglich beschlossene Standort- und Beschäftigungssicherung auch auf solidem Boden gebaut ist, hat die IG Metall dem neuen Eigentümer eine Investitionszusage abgerungen: 225 Millionen Euro fließen in den nächsten drei Jahren in die Standorte. Konzernbetriebsratsvorsitzender Heinz Höhner betont: „Das Erreichte ist für uns zukunftsweisend und bietet die nötigen Absicherungen. In Ausbildung, in Kompetenz und Investitionen.“

Neuer Eigentümer besteht ersten Vertrauenstest
KPS Capital Partners ist, wie der Name schon vermuten lässt, ein US-amerikanisches Unternehmen. Gedanken an eine Heuschrecke, die Betriebe verschlingt, zerkaut und wieder ausspuckt, sind in diesem Fall aber unbegründet. KPS hat einen Gewerkschaftshintergrund und arbeitet mit Gewerkschaften zusammen. So ist Manuel Bloemers, stellvertretender Aufsichtsratsvorsitzender und Konzernbetreuer seitens der IG Metall, bisher zufrieden mit dem neuen Eigentümer und mit der KPS geschlossenen Fair Owner Vereinbarung: „Mit den verhandelten Sicherheiten für Beschäftigte und die Standorte hat die KPS ein wichtiges vertrauensbildendes Signal gesendet“, so Bloemers. Dazu kommt: Wenn die KPS das Unternehmen weiterverkaufen möchte, wird die IG Metall mit eingebunden. Das ist ebenfalls vertraglich geregelt.

Hemmschuh Wasserkopf-Management ist abgelegt
Die schwierigen Zeiten haben die Beschäftigten des Aluminiumherstellers nun hinter sich. Fast 20 Prozent der Arbeitsplätze hatte der ehemalige Eigentümer Hydro über die vergangenen Monate mit einem Freiwilligenprogramm abgebaut. Am Markt tat sich das Unternehmen im Wettbewerb mit den anderen Herstellern schwer und hatte mit dem Hydro-Konzern einen Management-Wasserkopf, mit dem Entscheidungen schwer zu treffen waren, erklärt Bloemers. Doch der Metaller und stellvertretende Aufsichtsratsvorsitzende sieht die Zukunft positiv: „Mit den Investitionen des neuen Eigentümers kann sich das Unternehmen fit für die Zukunft machen und schon heute sind die Auftragsbücher wieder voll.“ Als gutes Zeichen sieht Bloemers, dass Einar Glomnes, der bereits als Executive Vice President das Walzgeschäft von Hydro leitete, neuer CEO von Speira wird. Dass Glomnes nicht mit dem norwegischen Hydrokonzern abzieht, sondern im Rheinland bleibt, zeige, dass auch er an die Zukunft des Unternehmens glaube. „Sicherheit bietet aber insbesondere die Fair Owner Vereinbarung“, betont Bloemers. Da stimmt auch Volker Consoir, 2. Bevollmächtigter der IG Metall Düsseldorf-Neuss, zu: „Mit dieser Vereinbarung haben wir einen elementaren Schritt in eine gesicherte Zukunft machen können. Sie ist ein großer Erfolg, da die wichtigsten Forderungen der Arbeitnehmerseite durchgesetzt werden konnten.“ Und Consoir unterstreicht: „Die Einigung zeigt, dass eine starke IG Metall im Unternehmen wichtig ist, damit weiterhin gute Ergebnisse erzielt werden können!“

Betriebliche Tarifverhandlungen

Regelmäßig nach der Tarifrunde für die ME Industrie machen wir unsere Hausaufgaben.

Aufgrund entsprechender Anerkennungs- oder Firmentarifverträge müssen wir in einigen Betrieben nachverhandeln.

Betriebliche Tarifpolitik

Von Mitglieder – Für Mitglieder

Gemeinsam erfolgreich.

 

Sulzer Pumpen Deutschland GmbH

Service Center Neuss und Gelsenkirchen

Keine Abkopplung von der Metall- und Elektroindustrie

Mehr Geld in mehreren Stufen

[weiter lesen…]

KHT Fahrzeugteile GmbH

Guter Abschluss in schwierigen Zeiten:

800 € Corona Beihilfe

[weiter lesen…]

Rhein-Getriebe GmbH

Stillstand hat noch nie was bewegt!

Nach dem Verbandsaustritt fordern die Beschäftigten einen Haustarifvertrag.

Wir sind verhandlungsbereit!

Die Mitglieder haben eine Tarif- und Verhandlungskommission gewählt.

[weiter lesen…]

Warnstreikaktion bei Benhil

Am 19.03.21 beteiligten sich auch die Beschäftigten der Benhil GmbH in Neuss an den Warnstreik Aktivitäten in unserer Geschäftsstelle.
Unsere Früh-Schluss-Aktion unter dem Motto „Ab ins Wochenende„, sorgte für eine gute Beteiligung.

Ab 12:00 Uhr ruhte die Arbeit im Betrieb und auch teilweise im Homeoffice. Mit einem spontanen Autokorso und Hubkonzert vor den Büros der Geschäftsführung machten die Beschäftigten beim verlassen des Betriebes noch einmal deutlich, dass sie hinter der Tarifforderung ihrer IG Metall stehen.

Da es dem Unternehmen wirtschaftlich gut geht, wollten sie, insbesondere der Forderung von 4 % mehr Entgeltvolumen Nachdruck verleihen.

Danach ging es, ab ins Wochenende.

 

Bezirksweiter Online-Warnstreik am 24.März

Am 24. März ab 13 Uhr sind alle Beschäftigten in NRW zu einem einstündigen Online-Warnstreik aufgerufen – auch und gerade alle, die im Homeoffice arbeiten.

In dieser Stunde findet eine digitale Veranstaltung statt. Der Termin ist mit Absicht ausgesucht: Am darauffolgenden Tag, dem 25. März, wird die nächste Verhandlung mit den Arbeitgebern stattfinden. 24 Stunden vor dem Online-Warnstreik geht die IG Metall NRW auf Tour durch Nordrhein-Westfalen.

Im gesamten Bezirk NRW starten wir am 23. März um 13.00 Uhr in 24 Betrieben für jeweils eine Stunde mit öffentlichkeitswirksamen Aktionen, die von einem Medienteam begleitet werden. Enden wird das Ganze in einem einstündigen Online-Warnstreik. Es wird ein digitales Programm mit den Highlights der letzten 24 Stunden und aktuellen Informationen zum Stand der Verhandlungen geben, das von 13.00 bis 14.00 Uhr via Livestream übertragen wird.

Klick Dich rein auf www.warnstreik24.de

Warnstreikauftakt bei AluNorf

Unser digitales Festtags-Grußpaket

Aufnahme von Tarifverhandlungen bei Netzwerk Services Deutschland GmbH

Am 28.August informierte die Geschäftsführung(GF) der Netzwerk Services Deutschland GmbH (NWSD) ihre Belegschaft darüber, dass sie Verhandlungen mit der IG Metall zu einem Haustarifvertrag aufnehmen werde.

Gleichzeitig hatte die GF dieses auch gegenüber der IG Metall erklärt und reagierte damit auf eine entsprechende Aufforderung der IG Metall. Forderungen zu einem Tarifvertrag wurden der NWSD schon im November letzten Jahres überreicht, die Geschäftsführung konnte sich aber nicht dazu entschließen und bot stattdessen unverbindliche Sondierungsgespräche an. Diese gestalteten sich jedoch äußerst zäh und wenig fruchtbar. Deshalb erklärte Anfang August die IGM der GF die Beendigung der Sondierung und forderte die Aufnahme von Tarifverhandlungen.

Die letzte Betriebsversammlung Mitte August brachte dann den Durchbruch. Die IG Metall kündigte für den Fall der Verweigerung von Tarifverhandlungen Warnstreiks an. In mehreren IGM-Mitgliederversammlungen hatte man sich zuvor auf diese Vorgehensweise verständigt. Im Falle der Absage hätte es zeitnah eine erste Warnstreikaktion gegeben. Kurz vor Ablauf der Erklärungsfrist stimmte die GF nun der Aufnahme von Tarifverhandlungen zu.

Das bedeutet allerdings noch lange nicht, dass der Abschluss eines Tarifvertrags in Sichtweite ist. Die Positionen liegen weit auseinander. Aber es gibt einen ersten Verhandlungstermin am 6. Oktober.

Für den Großteil der Beschäftigten gelten aufgrund von Betriebsübergängen noch zwei unterschiedliche Tarifverträge, allerdings in der Nachwirkung.

 

Transformation der Automobilindustrie: Vorschläge der IG Metall

Deutschland wurde von Corona in einem ohnehin herausfordernden und tiefgehenden Wandel erwischt. Die gesamte Automobilbranche muss die gesetzten Klimaziele erreichen, den Wandel der Fahrzeugindustrie hin zu alternativen Antrieben und Digitalisierung von Produkt und Produktion bewältigen und nun auch noch die Folgen der Corona-Pandemie verdauen. Insbesondere in den Betrieben der Automobilzuliefererindustrie sind die Folgen zu spüren. Um die Transformation nicht zu gefährden, sondern trotz Krise und Corona-Folgen zu gestalten, hat die IG Metall den Transformationsfonds, die Best Owner Group (BOG) sowie die Förderung regionaler Transformationscluster vorgeschlagen bzw. in die Umsetzung gebracht.

Eine Zusammenfassung aller unserer Vorschläge findet ihr hier

Kahlschlag bei der Novar GmbH in Neuss

Kahlschlag bei der Novar GmbH in Neuss – fast 200 Beschäftigte betroffen

Die Entscheidung von der Konzernspitze kam ohne Vorwarnung und trifft die Beschäftigten am Standort Neuss-Norf völlig überraschend. Fast jeder zweite der über 400 Beschäftigten soll seinen Arbeitspatz bis Ende 2021 verlieren. Dies wurde den Beschäftigten Ende letzten Monats bekannt gegeben.
Der Bereich Commercial Fire ist in der Branche Weltmarktführer und eine Perle des Konzerns, der sehr gute Gewinne erwirtschaftet. Auch der Standort Neuss steht glänzend da und wurde in den letzten Jahren immer wieder für seine hervorragenden Leistungen gelobt.
Daher ist es völlig unverständlich, dass nun die Produktion nach Rumänien verlegt und das Logistikzentrum outgesourct werden soll.
„Ich kenne den Betrieb schon seit meinen Anfängen als Gewerkschaftssekretär. Das Unverständnis über die verkündeten Maßnahmen ist groß. Es trifft die Beschäftigten, die Esser und Novar erfolgreich gemacht haben und 20, 30 oder mehr Jahre hier arbeiten. Und das vor dem Hintergrund, dass die Entscheidung nicht aus wirtschaftlicher Not getroffen wurde, sondern nur der Gewinnsteigerung dient“, so Ralf Keller. Mit der Verlagerung verlöre das Unternehmen die Nähe zum Kunden auf dem großen deutschen und europäischen Markt. Aus Sicht der IG Metall ein großer strategischer Fehler.
Die IG Metall fordert deshalb die Rücknahme der Entscheidung und alternative Konzepte zum verkündeten Kahlschlag! Für die betroffenen Beschäftigten, die mit ihrem Einsatz und Engagement Novar erfolgreich gemacht haben, muss es eine Zukunft am Standort Neuss geben! Honeywell ist nicht nur seinen Aktionären, sondern auch seinen Beschäftigten gegenüber verpflichtet. Die IG Metall unterstützt den Betriebsrat und die Beschäftigten in ihrem Kampf um den Erhalt der Arbeitsplätze.

Das 1973 gegründete Unternehmen Esser KG spezialisierte sich schnell auf den Bereich der Sicherheitstechnik. Mit Brand- und Einbruchmeldeanlagen machte sich Esser Sicherheitstechnik schnell mit technischen Innovationen einen guten Ruf in der Branche und wuchs ständig. Eine Erfolgsgeschichte „Made in Neuss“. Nach der Umbenennung in Novar plc. übernahm 2005 der US Mischkonzern Honeywell das Unternehmen. Seitdem ist der Neusser Standort das Hauptquartier für den Bereich Commercial Fire Europa.

IG Metall begrüßt Beschlüsse zur Kurzarbeit

Die Spitzen von CDU/CSU und SPD haben am Dienstagabend (25. August 2020) eine Reihe von Maßnahmen im Zusammenhang mit den ökonomischen Folgen der Corona-Pandemie beschlossen.

Zentraler Gegenstand der Verhandlungen: Die Fortführung der Regelungen zur Kurzarbeit. Im Ergebnis stehen unter anderem die Verlängerung der Bezugsdauer auf bis zu 24 Monate aber auch andere Sonderregelungen, wie die Erleichterungen beim Zugang, steuerliche Erleichterungen für Kurzarbeitende und die Aufzahlungsregelungen sollen zumindest zeitweise fortgeführt werden.

Gut, dass die Koalitionäre die Regelungen zur Bezugsdauer und Aufzahlung auf das Kurzarbeitergeld verlängert haben und dass es steuerliche Erleichterungen für die Arbeitgeber-Zuschüsse zum Kurzarbeitergeld gibt. Richtig ist auch, dass die komplette Erstattung der Sozialversicherungsbeiträge an die Arbeitgeber in Zukunft an die Verpflichtung gebunden wird, die Beschäftigten zu qualifizieren.

Dies entspricht in vielen Punkten dem, was die IG Metall fordert. Bis heute haben 52.000 Metallerinnen und Metaller eine entsprechend lautende Petition unterzeichnet. Nun gilt es sicherzustellen, dass die Beschlüsse des Koalitionsausschusses im parlamentarischen Verfahren nicht weiter verwässert und an einigen Stellen nachgeschärft werden.

Die IG Metall fordert schon jetzt die Bundesregierung auf, rechtzeitig vor Auslauf der befristeten Regelungen, spätestens im Juni 2021 über ihre weitere Fortführung in Betrachtung der dann vorliegenden konjunkturellen Lage zu entscheiden.

Die ausführliche Bewertung des Koaltionsbeschlusses findest Du hier