Neuigkeiten, die Angestellte betreffen

Aufnahme von Tarifverhandlungen bei Netzwerk Services Deutschland GmbH

Am 28.August informierte die Geschäftsführung(GF) der Netzwerk Services Deutschland GmbH (NWSD) ihre Belegschaft darüber, dass sie Verhandlungen mit der IG Metall zu einem Haustarifvertrag aufnehmen werde.

Gleichzeitig hatte die GF dieses auch gegenüber der IG Metall erklärt und reagierte damit auf eine entsprechende Aufforderung der IG Metall. Forderungen zu einem Tarifvertrag wurden der NWSD schon im November letzten Jahres überreicht, die Geschäftsführung konnte sich aber nicht dazu entschließen und bot stattdessen unverbindliche Sondierungsgespräche an. Diese gestalteten sich jedoch äußerst zäh und wenig fruchtbar. Deshalb erklärte Anfang August die IGM der GF die Beendigung der Sondierung und forderte die Aufnahme von Tarifverhandlungen.

Die letzte Betriebsversammlung Mitte August brachte dann den Durchbruch. Die IG Metall kündigte für den Fall der Verweigerung von Tarifverhandlungen Warnstreiks an. In mehreren IGM-Mitgliederversammlungen hatte man sich zuvor auf diese Vorgehensweise verständigt. Im Falle der Absage hätte es zeitnah eine erste Warnstreikaktion gegeben. Kurz vor Ablauf der Erklärungsfrist stimmte die GF nun der Aufnahme von Tarifverhandlungen zu.

Das bedeutet allerdings noch lange nicht, dass der Abschluss eines Tarifvertrags in Sichtweite ist. Die Positionen liegen weit auseinander. Aber es gibt einen ersten Verhandlungstermin am 6. Oktober.

Für den Großteil der Beschäftigten gelten aufgrund von Betriebsübergängen noch zwei unterschiedliche Tarifverträge, allerdings in der Nachwirkung.

 

Erste Hilfe für die Seele

Erste Hilfe für die Seele – Bericht zur Veranstaltung des Angestelltenausschusses zum psychischen Ersthelfer

Ersthelfer findet man in jedem Betrieb, der psychische Ersthelfer dagegen ist in Deutschland noch weitestgehend unbekannt. Michael Lücker ist psychischer Ersthelfer in „seinem“ Betrieb. Wie seine Aufgaben und sein Alltag sich dort gestalten, erläuterte er in der Veranstaltung „Erste Hilfe für die Seele – der psychische Ersthelfer im Betrieb“ am 11.8.2020 im großen Saal des IG Metall-Gebäudes in der Rossstr.94.

Psychische Belastungen am Arbeitsplatz haben in den letzten Jahren immer mehr zugenommen. Das war für Michael Lücker Anlass und Grund genug, sich zum psychischen Ersthelfer (PEH) ausbilden zu lassen. Die Ausbildung selbst dauert nur ein paar Tage, aber sie kann und sollte, so Lücker, möglichst vertieft und erweitert werden.

Leider gibt es kaum gesetzliche Grundlagen für die Arbeit des psychischen Ersthelfers, weshalb es am besten ist, eine innerbetriebliche Regelung zu schaffen, sei es durch eine Betriebsvereinbarung oder bspw. durch eine verbindliche Absprache mit der Personalabteilung. Wichtig für die Rolle ist lt. Lücker die Befähigung zur Wahrnehmung psychischer Belastungen im Arbeitsalltag, denn betroffene Kollege*innen sind häufig nicht in der Lage, von selbst Hilfe einzufordern. Einfühlungsvermögen ist dabei eine ebenso wichtige Voraussetzung wie das Wissen um die korrekte Ansprache von Betroffenen. Der psychische Ersthelfer soll erste Anlaufstelle für Beschäftigte in einer seelischen Notlage sein, Zuhören und das Wahrnehmen der Bedürfnisse und Sorgen stehen an erster Stelle. Erst nachgeordnet sollte das Aufzeigen psychosozialer Angebote und von Hilfsnetzwerken erfolgen. Der PEH ist ein Laienhelfer; sehr wichtig ist deshalb das Wissen um die eigenen Grenzen, damit er sich nicht selbst psychisch ausbeutet. Der PEH sollte innerbetrieblich gut vernetzt sein, sei es mit Betriebsrat, -arzt, Schwerbehindertenvertreter, Personalabteilung, Sicherheitsfachkraft, zudem bieten externe Stellen wie Gewerkschaft und Krankenkassen Unterstützung.

Am Ende des Vortrags appellierte Michael Lücker an die Teilnehmer, sich für diese besondere Form der Ersten Hilfe in ihrem Betrieb stark zu machen oder sich sogar selbst dafür ausbilden zu lassen.

Die Teilnehmer der Veranstaltung, die erstmalig als Kombination aus Präsenz- und Videoveranstaltung durchgeführt wurde, dankten Michael Lücker für seine Informationen mit einem herzlichen Applaus.

Entgeltanalyse für ITK-Beschäftigte

6,8 Prozent mehr Verdienst als im Vorjahr: Das ist das Ergebnis unserer aktuellen Entgeltanalyse in tarifgebundenen Betrieben der Informationstechnologie- und Telekommunikationsbranche. Deutlich schlechter sieht es in Betrieben ohne Tarifvertrag aus.

Wie Du im Vergleich zu anderen in der Branche dastehst, erfährst du hier

 

 

THK: Kehrt zurück an den Verhandlungstisch

Vodafone: Tarifabschluss mit Ausblick

Die IG Metall, Betriebsräte und Unternehmensleitung haben sich auch in Zeiten der Corona-Pandemie auf spürbare Sonderleistungen geeinigt: Alle Beschäftigten die unter den Tarifvertrag fallen, erhalten eine zusätzliche Sonderzahlung sowie einen Urlaubstag extra. Die Vereinbarung weist ausdrücklich über die Zeit nach Corona hinaus. Beide Seiten einigten sich darauf, dass die Beschäftigten ab Februar 2021 eine Erhöhung von mindestens 2,0 Prozent erhalten.  Sollte zudem dieses Jahr Kurzarbeit anfallen, wird das Kurzarbeitergeld von Vodafone deutlich aufgestockt.

Mit den vereinbarten Sonderleistungen „sorgen wir gemeinsam für Verlässlichkeit auch in unruhigen Zeiten“, betont IG Metall-Verhandlungsführer Carsten Schuld.
„Wir bleiben unserer Linie in der Tarifpolitik treu und sorgen für gute Vereinbarungen, auch wenn die Lage mal angespannt ist.“ Außerdem haben sich IG Metall und der Arbeitgeberverband Metall NRW darauf geeinigt, den Rahmentarifvertrag Telekommunikation weiterzuentwickeln.

Die weiteren Inhalte des Abschlusses und was unsere Betriebsräte dazu sagen, könnt ihr nachlesen in unserem Flugblatt

Werkzeugkoffer Agiles Arbeiten

Vodafone: Sozialplan steht

Nach intensiven Verhandlungen haben sich Konzernbetriebsrat und Vodafone auf die Bedingungen für den Umbau des Unternehmens geeinigt. Betriebsrat und IG Metall sind vor dem Hintergrund der großen Herausforderung, welche die Integration von Unitymedia und die Transformation des Unternehmens mit sich bringt, alles in allem zufrieden. Das Ergebnis kann sich mit Sozialplänen aus früheren Zeiten messen: Verbesserte Kündigungsfristen, Job-Offerten für Betroffene mit Qualifizierungsmöglichkeiten, Verbesserung der Vorruhestandsregelungen und großzügige Abfindungsregelungen sind erreicht.

Dennoch kann das Ergebnis über eine traurige Tatsache nicht hinwegtäuschen:
Vodafone baut Stellen ab, Kolleginnen und Kollegen werden das Unternehmen verlassen – der Umbau wird die größte Personalabbaumaßnahme, die es jemals bei Vodafone gab.

Mehr zum Inhalt des neuen Sozialplans findet ihr im aktuellen Flugblatt

Alle Jahre wieder – Nikolausaktion bei Vodafone

Mittlerweile gehört sie zu den guten alten Tarditionen bei Vodafone – die Nikolausaktion der IG Metall Vertrauensleute, Betriebsrätinnen und Betriebsräte.

Ausgestattet mit  Lebkuchenherzen hat sich das Nikolaus-Team bereits morgens um 6 Uhr vor den Eingängen der Vodafone Zentrale in Düsseldorf versammelt, um auch den Frühaufstehern unter den Beschäftigten den Tag zu versüßen. Dieses Jahr mit im Gepäck die klare Botschaft: Gewerkschaft macht glücklich! (Hier der Flyer zum Download)

Nachdem das Vodafone-Management in den vergangenen Wochen die guten Sitten bei den Integrationsverhandlungen von Unitymedia in den Vodafone-Konzern vermissen lässt und stattdessen den Konzernumbau auf Kosten der Beschäftigten nutzen will, haben die Metallerinnen und Metaller in der Zentrale von Vodafone mit einem Augenzwinkern die Beschäftigten angesprochen und an die positive Wirkung von Gewerkschaften und Tarifverträgen erinnert. In kurzen Gesprächen machten sie deutlich, dass die Solidarität und Geschlossenheit der Belegschaft über die Durchsetzungsstärke in Verhandlungen von Tarifverträgen entscheidend ist.

 

Komplett Verlagerung bei SMS

Die Geschäftsführung der SMS group GmbH hat auf der gestrigen Betriebsversammlung völlig überraschend verkündet, dass der komplette Düsseldorfer Betrieb mit knapp 1400 Beschäftigten bis März 2023 nach Mönchengladbach verlagert wird.

Als Grund für die erforderliche Verlagerung nennt die Geschäftsleitung den maroden Zustand des Hauptgebäudes in der Eduard-Schloemann-Straße und den auslaufenden Mietvertrag für ein weiteres Gebäude, in dem 400 Düsseldorfer Beschäftigte untergebracht sind. Wirtschaftlich sinnvoll ist aus Sicht des Managements deshalb allein ein Neubau für alle 1400 Beschäftigten auf dem eigenen Werksgelände in Mönchengladbach.

Die Ankündigung über die Verlagerung kollidiert jedoch völlig mit den Regelungen des vor einem Jahr abgeschlossenen Zukunftstarifvertrag mit der IG Metall, der eine Standortgarantie wenigstens bis Ende 2023 vorsieht. „Die Frage wird sein: Wie sich solch eine Verlagerung gestalten wird. Vor allem wie viele Mitarbeiter am Ende auf der Strecke bleiben, weil sie aus familiären Gründen den Wechsel nach Mönchengladbach nicht stemmen können oder weil längere Anfahrtszeiten kostbare Lebenszeit sind, die nicht jeder bereit ist zu investieren“, sagt Ulrike Saaber, zuständige Gewerkschaftssekretärin der IG Metall Düsseldorf-Neuss.

Im Zukunftstarifvertrag wurde ein umfassendes Investitionsbudget für die rund 5-jährige Laufzeit festgelegt, das ausreichen soll, das Unternehmen wieder zukunftsfähig zu machen. Ein zweistelliger Millionenbetrag fließt dabei in die zukunfts- und aufgabenorientierte Weiterbildung der Beschäftigten. Die Beschäftigten verzichten im Gegenzug bis 2020 auf Entgelterhöhungen und haben eine höhere Wochenarbeitszeit, wodurch sie nicht unerheblich zum Gesunden Ihres Unternehmens selbst beitragen. „Die Besten gehen in der Regel zuerst –– was fatal wäre, da das Unternehmen auf das Know-How seiner Mitarbeiter gerade in dieser Umbruch- und Aufbauphase besonders angewiesen ist“, so Saaber weiter.

Einen weiteren Pressebericht zum thema findet ihr hier

Die neue Schock-Kultur bei Vodafone