Kahlschlag bei der Novar GmbH in Neuss

Kahlschlag bei der Novar GmbH in Neuss – fast 200 Beschäftigte betroffen

Die Entscheidung von der Konzernspitze kam ohne Vorwarnung und trifft die Beschäftigten am Standort Neuss-Norf völlig überraschend. Fast jeder zweite der über 400 Beschäftigten soll seinen Arbeitspatz bis Ende 2021 verlieren. Dies wurde den Beschäftigten Ende letzten Monats bekannt gegeben.
Der Bereich Commercial Fire ist in der Branche Weltmarktführer und eine Perle des Konzerns, der sehr gute Gewinne erwirtschaftet. Auch der Standort Neuss steht glänzend da und wurde in den letzten Jahren immer wieder für seine hervorragenden Leistungen gelobt.
Daher ist es völlig unverständlich, dass nun die Produktion nach Rumänien verlegt und das Logistikzentrum outgesourct werden soll.
„Ich kenne den Betrieb schon seit meinen Anfängen als Gewerkschaftssekretär. Das Unverständnis über die verkündeten Maßnahmen ist groß. Es trifft die Beschäftigten, die Esser und Novar erfolgreich gemacht haben und 20, 30 oder mehr Jahre hier arbeiten. Und das vor dem Hintergrund, dass die Entscheidung nicht aus wirtschaftlicher Not getroffen wurde, sondern nur der Gewinnsteigerung dient“, so Ralf Keller. Mit der Verlagerung verlöre das Unternehmen die Nähe zum Kunden auf dem großen deutschen und europäischen Markt. Aus Sicht der IG Metall ein großer strategischer Fehler.
Die IG Metall fordert deshalb die Rücknahme der Entscheidung und alternative Konzepte zum verkündeten Kahlschlag! Für die betroffenen Beschäftigten, die mit ihrem Einsatz und Engagement Novar erfolgreich gemacht haben, muss es eine Zukunft am Standort Neuss geben! Honeywell ist nicht nur seinen Aktionären, sondern auch seinen Beschäftigten gegenüber verpflichtet. Die IG Metall unterstützt den Betriebsrat und die Beschäftigten in ihrem Kampf um den Erhalt der Arbeitsplätze.

Das 1973 gegründete Unternehmen Esser KG spezialisierte sich schnell auf den Bereich der Sicherheitstechnik. Mit Brand- und Einbruchmeldeanlagen machte sich Esser Sicherheitstechnik schnell mit technischen Innovationen einen guten Ruf in der Branche und wuchs ständig. Eine Erfolgsgeschichte „Made in Neuss“. Nach der Umbenennung in Novar plc. übernahm 2005 der US Mischkonzern Honeywell das Unternehmen. Seitdem ist der Neusser Standort das Hauptquartier für den Bereich Commercial Fire Europa.

IG Metall begrüßt Beschlüsse zur Kurzarbeit

Die Spitzen von CDU/CSU und SPD haben am Dienstagabend (25. August 2020) eine Reihe von Maßnahmen im Zusammenhang mit den ökonomischen Folgen der Corona-Pandemie beschlossen.

Zentraler Gegenstand der Verhandlungen: Die Fortführung der Regelungen zur Kurzarbeit. Im Ergebnis stehen unter anderem die Verlängerung der Bezugsdauer auf bis zu 24 Monate aber auch andere Sonderregelungen, wie die Erleichterungen beim Zugang, steuerliche Erleichterungen für Kurzarbeitende und die Aufzahlungsregelungen sollen zumindest zeitweise fortgeführt werden.

Gut, dass die Koalitionäre die Regelungen zur Bezugsdauer und Aufzahlung auf das Kurzarbeitergeld verlängert haben und dass es steuerliche Erleichterungen für die Arbeitgeber-Zuschüsse zum Kurzarbeitergeld gibt. Richtig ist auch, dass die komplette Erstattung der Sozialversicherungsbeiträge an die Arbeitgeber in Zukunft an die Verpflichtung gebunden wird, die Beschäftigten zu qualifizieren.

Dies entspricht in vielen Punkten dem, was die IG Metall fordert. Bis heute haben 52.000 Metallerinnen und Metaller eine entsprechend lautende Petition unterzeichnet. Nun gilt es sicherzustellen, dass die Beschlüsse des Koalitionsausschusses im parlamentarischen Verfahren nicht weiter verwässert und an einigen Stellen nachgeschärft werden.

Die IG Metall fordert schon jetzt die Bundesregierung auf, rechtzeitig vor Auslauf der befristeten Regelungen, spätestens im Juni 2021 über ihre weitere Fortführung in Betrachtung der dann vorliegenden konjunkturellen Lage zu entscheiden.

Die ausführliche Bewertung des Koaltionsbeschlusses findest Du hier

IG Metall fordert Fortführung und Weiterentwicklung der Krisenregelungen zur Kurzarbeit

Kurzarbeit ist ein wichtiges Instrument, die Beschäftigung in der Krise zu sichern. Deswegen kämpfen wir dafür, die Krisenregelungen zur Kurzarbeit fortzuführen und weiterzuentwickeln.

In den kommenden Wochen wird über die Verlängerung der Krisenregelungen zur Kurzarbeit entschieden. Kurzarbeit kommt als Instrument zur Beschäftigungssicherung weiterhin entscheidende Bedeutung zu – zumal ein Ende der Rezession in vielen Unternehmen und Branchen noch nicht in Sicht ist. Umso wichtiger ist es, dass die Brücke Kurzarbeit dauerhaft trägt. Mit einer mobilisierenden Kurzarbeitergeld-Aktion fordert die IG Metall die Politik daher auf, die Krisenregelungen zur Kurzarbeit fortzuführen und weiterzuentwickeln.

Dabei geht es um fünf zentrale Forderungen:

  • Verlängerung der Bezugsdauer und der Erleichterungen beim Zugang
  • Transferkurzarbeit zukunftsfest machen
  • Übergangsregelungen schaffen, damit die Beschäftigten, die 2020 in Kurzarbeit gehen bzw. gingen, die derzeit geltenden Aufzahlungen während der gesamten Dauer ihrer Kurzarbeit erhalten. Und: Alle Arbeitgeberzuschüsse bei Arbeitszeitabsenkung sollen steuerfrei gestellt werden.
  • Entlastung der Arbeitgeber mit Qualifizierung der Beschäftigten verbinden
  • Den Beschäftigten dürfen aus dem Bezug von Kurzarbeitergeld und entsprechenden Zuschüssen keine steuerlichen Nachteile entstehen.

Im Positionspapier stellen wir die Forderungen ausführlicher dar. Das Positionspapier findest Du hier

In einem offenen Brief an die Bundesregierung und die Abgeordneten des Bundestags machen wir unsere Forderungen deutlich. 30 Konzern- und Gesamtbetriebsratsvorsitzende haben den Brief bereits unterzeichnet. Die IG Metall ruft nun ihre Mitglieder dazu auf, sich einer Petition zu dieser Forderung anzuschließen.

Die Petition kann per Klick unterzeichnet werden. Im Anschluss erhält man eine kurze Bestätigungs-Mail.

Den Link zur Petition findest Du hier

 

Entgeltanalyse für ITK-Beschäftigte

6,8 Prozent mehr Verdienst als im Vorjahr: Das ist das Ergebnis unserer aktuellen Entgeltanalyse in tarifgebundenen Betrieben der Informationstechnologie- und Telekommunikationsbranche. Deutlich schlechter sieht es in Betrieben ohne Tarifvertrag aus.

Wie Du im Vergleich zu anderen in der Branche dastehst, erfährst du hier