Vodafone: Sozialplan steht

Nach intensiven Verhandlungen haben sich Konzernbetriebsrat und Vodafone auf die Bedingungen für den Umbau des Unternehmens geeinigt. Betriebsrat und IG Metall sind vor dem Hintergrund der großen Herausforderung, welche die Integration von Unitymedia und die Transformation des Unternehmens mit sich bringt, alles in allem zufrieden. Das Ergebnis kann sich mit Sozialplänen aus früheren Zeiten messen: Verbesserte Kündigungsfristen, Job-Offerten für Betroffene mit Qualifizierungsmöglichkeiten, Verbesserung der Vorruhestandsregelungen und großzügige Abfindungsregelungen sind erreicht.

Dennoch kann das Ergebnis über eine traurige Tatsache nicht hinwegtäuschen:
Vodafone baut Stellen ab, Kolleginnen und Kollegen werden das Unternehmen verlassen – der Umbau wird die größte Personalabbaumaßnahme, die es jemals bei Vodafone gab.

Mehr zum Inhalt des neuen Sozialplans findet ihr im aktuellen Flugblatt

Auftakt „Stark im Wandel“ in der DGB Region Düsseldorf Bergisch Land

Am 30.01.2020 fand im Düsseldorfer Gewerkschaftshaus die Auftaktveranstaltung zu der DGB NRW Initiative „Stark im Wandel“ statt. Zusammen mit rd. 40 Vertreterinnen und Vertretern aller Einzelgewerkschaften wurde über die Herausforderungen des stattfindenden Strukturwandel diskutiert. Sigrid Wolf, DGB-Regionsgeschäftsführerin Düsseldorf-Bergisch Land, betonte, dass wir einen grundlegenden Strukturwandel erleben . Dieser wird getrieben durch Globalisierung, Digitalisierung und Klimawandel und ist umfassend und betrifft alle Regionen, alle Branchen und alle Gewerkschaften. Gewerkschaften sind Spezialisten in der Gestaltung von Veränderungsprozessen. Der DGB begegnet den Herausforderungen des Wandels mit Optimismus und möchte in den anstehenden Prozessen eine aktive und konstruktive Rolle einnehmen. Unsere Erfahrungen und unsere Geschichte zeigen: gesellschaftlicher Fortschritt musste immer gegen Widerstände durchgesetzt werden. Ziel muss sein, dass der Wandel sozial, ökologisch und fair gestaltet wird.

Karsten Kaus, Geschäftsführer IG Metall Düsseldorf-Neuss, stellte die Schnelligkeit unsere industriellen Entwicklung anhand von Praxisbeispielen dar. Die Chancen aber auch die Risiken, einer immer schneller werdenden Entwicklung wurden sehr deutlich herausgearbeitet. Sein Fazit ist: Diesen Wandel werden der DGB und seine Gewerkschaften nur erfolgreich gestalten können, wenn die Dimension der Veränderungen erkannt wird. Die Aufgaben der Gewerkschaften müssen neu gestaltet und die Menschen fest in diesen Prozess eingebunden werden. Betriebsräte und Betriebsrätinnen müssen zu ihren Hauptaufgaben immer mehr zum Motor von Gestaltung und Weiterentwicklung werden.

Gute Praxisbeispiele brachte die BASF-Betriebsrätin Anke Heinisch. Anhand einer Betriebslandkarte „Arbeit und Industrie 4.0“ bekommen Betriebsräte ein Werkzeug zur Begleitung des digitalen Wandels im Betrieb geschaffen. Dieses Herangehen an neue Ideen außerhalb der Betriebsverfassung zeigen uns sehr deutlich neue Anforderungen in der Betriebsratsarbeit auf. Sie betonte, dass es über diese Prozesse gelingt, mit den Arbeitgebern auf Augenhöhe über notwendige Maßnahmen und Qualifizierungsanforderrungen im Betrieb zu verhandeln.

Eine kleine Zusammenfassung der bisherigen Dokumentation findest Du hier

Betriebsräte fordern mehr Tempo bei der Energie- und Wärmewende

Die Energiewende kommt in Deutschland nur schleppend voran. „Es fehlt eine Strategie für die Energie- und Wärmeversorgung. Zentrale Bausteine dafür sind die industriepolitische Flankierung, langfristig verlässliche Rahmenbedingungen für Investitionen sowie eine zielgerichtete arbeitsmarktpolitische Begleitung des Strukturwandels“, sagte Wolfgang Lemb, geschäftsführendes Vorstandsmitglied der IG Metall, auf einer Branchenkonferenz der Gewerkschaft vor 100 Betriebsräten in Frankfurt.
Eine moderne und effiziente Energieversorgung ist auf qualifizierte und sichere Arbeitsplätze angewiesen. „Die Unternehmen müssen ihre Aus- und Weiterbildung verstärken, die Beschäftigten für zukunftsorientierte Technologien qualifizieren und eine vorausschauende Personalplanung betreiben. Investitionen sind nur erfolgreich, wenn die Kompetenzen der Beschäftigten weiterentwickelt werden“, betonte Lemb.
Wenn, wie im Koalitionsvertrag vereinbart, der Anteil der erneuerbaren Energien bis 2030 auf 65 Prozent steigen soll, setzt das mehr Windkraft und Solarenergie voraus. Unverzichtbar dafür ist, dass genügend Flächen für Wind an Land zur Verfügung stehen und der Deckel beim Ausbau der Solarenergie (52 Gigawatt-Deckel) aufgehoben wird. Ebenso muss der Ausbau intelligenter Verteilnetze und die Förderung neuer Speichertechnologien vorangetrieben werden.

Um ihre Forderung zu bekräftigen wurde auf der Branchenkonferenz eine Resolution verabschiedet. Die Resolution findest Du hier

Wichtige Standbeine der Energiewende sind neben der Wind-, Photovoltaik- und Solarindustrie auch die Heizungsindustrie sowie der Energieanlagen- und Kraftwerkbau. So muss der Ausbau flexibler Gaskraftwerke beschleunigt und die Modernisierungsrate bei Gebäuden auf 2 Prozent pro Jahr verdoppelt werden.

Die Verzahnung der Sektoren ist entscheidend für das Gelingen der Energiewende. Der konventionelle Kraftwerkbau kann durch Innovationen wie durch Wärmespeicherung und Kraft-Wärme-Kopplung einen Beitrag zur Senkung von CO2-Emissionen leisten.