Coronavirus: Hinweis für Beschäftigte und Betriebsräte

Tarifkommission beschließt Warnstreiks bei den textilen Dienstleistern

Nachdem die ersten beiden Verhandlungen in der Tarifrunde für die Beschäftigten der textilen Dienstleister kein Ergebnis gebracht haben, hat die Tarifkommission heute einstimmig Warnstreiks beschlossen. Diese werden, sofern es in der dritten Verhandlung am 28. Februar kein Ergebnis gibt, ab der kommenden Woche durchgeführt.

Patrick Loos, Mitglied der Verhandlungskommission für NRW: „Wir gehen in die dritte Verhandlung mit dem ernsthaften Willen zur Einigung. Die gleiche Ernsthaftigkeit verlangen wir aber auch von den Arbeitgebern. Diese war bisher nicht zu erkennen. Statt konstruktiver Verhandlungen bauen die Arbeitgeber Drohszenarien auf und bieten Entgelterhöhungen, die aufs Jahr gerechnet knapp an der Inflationsrate liegen – und das über eine viel zu lange Laufzeit. Das kann für die Beschäftigten bedeuten, dass am Ende weniger Geld im Portemonnaie bleibt. Das ist ein Armutszeugnis.“

Sollte es hier keine deutliche Bewegung geben, habe die Tarifkommission heute deutlich gemacht, dass sie bereit sei, in der kommenden Woche in den Konflikt zu gehen, so der Gewerkschafter weiter.

Die IG Metall fordert 5 Prozent mehr Geld, mindestens aber ein Plus von 100 Euro im Monat, eine bessere Altersteilzeit und eine weitere Angleichung der Ost-Flächentarife an den Westen.

TK Elevator: IG Metall erzielt Fair- und Best-Owner-Vereinbarungen

Die IG Metall hat in der Nacht zum 22. Februar mirt den zwei verbliebenen Bieterkonsortien im Verkaufsprozess von thyssenkrupp Elevator (tkE), zu dem auch ThyssenKrupp Home Solution aus Neuss gehört, Fair- und Best-Owner-Vereinbarungen erzielen können. Die Vereinbarungen sind Tarifverträge und laufen mehrere Jahre. Die Beschäftigungssicherung ist an diese Laufzeiten gekoppelt.

Weitere wichtige Punkte sind unter anderem:

  • Erhalt der Tarifbindungen
  • Ausbildung auf derzeitigem Niveau
  • Sicherung der betrieblichen Altersvorsorge
  • Investitionen für Innovationen und Zukunftsfähigkeit
  • Erhalt der Mitbestimmungsstrukturen
  • Bei Börsengang oder Weiterverkauf muss erneut ein Fair- und Best-Owner Vereinbarungs-Prozess mit der IG Metall eingeleitet werden

Knut Giesler, IG Metall Bezirksleiter NRW und stellvertretender Aufsichtsratsvorsitzender bei tkE: „Mit diesen Fair- und Best-Owner-Vereinbarungen konnten wir einen elementaren Schritt in eine gesicherte Elevator-Zukunft machen. Sie sind ein großer Erfolg, den sich die Beschäftigten mit ihrer Geschlossenheit und Entschlossenheit erkämpft haben.“

In der kommenden Woche wird der Vorstand der thyssenkrupp AG eine Entscheidung treffen, an wen und in welchem Umfang tkE veräußert wird. Diese Entscheidung wird dem Aufsichtsrat zur Bestätigung vorgelegt. Erst dann kann die IG Metall über weitere Details der Vereinbarung informieren.

Hille & Müller in Reisholz droht Verkauf

Wir sind Reisholz!

Gegen die Stimmen der Arbeitnehmerbank: Aufsichtsrat beschliesst Schliessung vom Vallourec Werk in Reisholz

Das Aus des Vallourec Werkes in Reisholz ist beschlossen! Gegen die Stimmen der Arbeitnehmerbank, hat der Aufsichtsrat heute Mittag die Schliessung des Reisholzer Werkes beschlossen.

IG Metall und Betriebsräte der deutschen Vallourec Standorte forderten heute Morgen noch die Unternehmensleitung und den Aufsichtsrat auf, 120 Jahre Industriekultur am Standort Reisholz nicht auf den Scherbenhaufen der Geschichte zu werfen.

Nachdem die Auftragseingänge seit dem Jahre 2018 rückläufig sind und diese durch die Antidumpingentscheidung der chinesischen Regierung (58 % Strafzölle für P92-Produkte) in 2019 weiter eingebrochen sind, hat das deutsche Management nun die Schließung des Werk Reisholz beschlossen.

Der Betriebsrat hat in Zusammenarbeit mit externen Beratern und der IG Metall dem Management in Deutschland und Paris ein ganzheitliches Fortführungskonzept unter veränderten Mengenszenarien mit einer Perspektive für den Standort Reisholz und weiteren massiven Einschnitten und Anpassungen für die Belegschaft vorgelegt. Der Vorstand der Vallourec SA hat angeblich das Fortführungskonzept hinsichtlich sämtlicher industrieller und sozialer Szenarien auf Basis unterschiedlicher Produktionsauslastungen sowie der Erschließung möglicher neuer Geschäftsfelder geprüft und ist trotzdem zu der Entscheidung gekommen, den Standort Reisholz zu schließen.

Für IG Metall und Betriebsrat ist die Entscheidung der Unternehmensleitung nicht hinzunehmen und wird im Aufsichtsrat geschlossen gegen die Schließung des Standortes Reisholz stimmen. Dem Management fehlt es grundsätzlich an zukunftsweisenden Konzepten für eine langfristige Sicherung der Arbeitsplätze und den Erhalt der Standorte in Deutschland sowie der Sicherung der industriellen Basis in Europa.

IG Metall und Betriebsräte heute unisono: „Wir wollen Konzepte mit Zukunft für die Menschen statt Pläne für den Rückbau und Standortschließungen. Für uns zählt jeder Arbeitsplatz. Auch in Zukunft werden wir nicht ohne eine leistungsfähige Industrie, welche den Wohlstand in Deutschland sichert, auskommen. Dem Sterben auf Raten in der deutschen Industrie muss auch durch die Politik entgegengewirkt werden, welche aktuell auf der Zuschauertribüne sitzt statt sich als Akteurin einer aktiven Industriepolitik in das Spielgeschehen einzumischen.
Auch wenn der Ausschluss betriebsbedingter Kündigungen vom Unternehmen garantiert wird, und in den nächsten Tagen ein Sozialplan verhandelt wird, ist jeder verlorene Arbeitsplatz ein Rückschlag für die Beschäftigten und den Industriestandort Düsseldorf.“

Die Vallourec Deutschland GmbH ist ein Hersteller für nahtlos warmgewalzte Stahlrohre aller Anwendungen mit Hauptsitz in Düsseldorf. Das Unternehmen beschäftigt rund 2.000 Beschäftigte am Standort Düsseldorf Rath und 300 Beschäftigte in Düsseldorf Reisholz und gehört zur französischen Vallourec-Group. Für die IG Metall und den Betriebsrat geht es um Perspektiven für hoch qualifizierte, gut bezahlte Industriearbeit in einer Zukunftsbranche mit Schlüsseltechnologie.

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Tarifrunde Textile Dienste: Beschäftigte von CWS in Neuss erhöhen den Druck!

Begleitend zum zweiten Verhandlungstermin Textile Dienste macht die Belegschaft bei CWS in Neuss Druck! Die IG Metall fordert 5 Prozent mehr Geld, eine bessere Altersteilzeit und Schritte zur Angleichung Ost-West.

Und die Beschäftigten bei CWS zeigten, dass sie die Forderung der IG Metall unterstützen! Den ganzen Tag über gab es Informationen zur Tarifrunde in der Kantine bei einem Knackwürstchen. Einige Mitarbeiter entschlossen sich direkt dazu der IG Metall beizutreten und wollen gemeinsam weiteren Druck auf die Arbeitgeber ausüben, wenn nicht bald ein vernünftiges Angebot auf dem Tisch liegt.

Tarifkommissionsmitglied aus NRW Alexandra Otter -Betriebsrätin bei CWS -dazu: „Diese Tarifrunde ist anders. Keine Bewegung auf Seiten der Arbeitgeber noch im zweiten Verhandlungsgespräch  deuten auf eine schwierige Auseinandersetzung. In dieser Tarifrunde müssen wir als IG Metall Stärke und Präsenz in den Betrieben zeigen und uns auch auf weitere Aktionen einrichten. Wir hier bei CWS zeigen heute schon, dass wir das können!“

Zum Hintergrund:

Bei CWS in Neuss arbeiten rund 180 Frauen und Männer in der Großwäscherei für Berufsbekleidung, Hygieneartikel, Handtuchrollen und Teppiche. Körperlich schwere Arbeit unter belastenden Bedingungen.

Die Wäsche ist sauber, die Arbeitsbedingungen sind es nicht immer. Wäsche pflegen: Ein Knochenjob, der zudem schlecht bezahlt wird. Ändern können wir das nur über die Tarifrunden. Deshalb fordert die IG Metall 5 Prozent mehr Geld, mindestens aber 100 Euro für Jede und Jeden.

Im ersten Verhandlungstermin lehnten die Arbeitgeber die Forderung der IG Metall knallhart ab und machten kein eigenes Angebot. Sie verwiesen auf Niedriglohnkonkurrenz und auf die gesamtwirtschaftlich schwierige Lage.

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Werkzeugkoffer Agiles Arbeiten

Traurige Gewissheit – Das Vallourec-Werk in Reisholz wird geschlossen

Das Aus für das Traditionswerk in Reisholz ist besiegelt. Vallourec hat heute Morgen auf der außerordentlichen Betriebsversammlung die Schließung des Werkes im Laufe des Jahres verkündet.

Trauer, Verzweiflung und Wut – eine Mischung aus allem war unter den rund 300 Beschäftigten zu spüren, als die Geschäftsführung die Pläne über die Schließung verkündete. Die Geschäftsführung erklärt die unumgängliche Schließung des Werkes mit den schlechten Auslastungsprognosen für die kommenden Jahre. „Wir hatten bis zuletzt Hoffnung, dass das Werk gerettet werden kann, aber jetzt ist auch der letzte Funken davon weg“, sagte Ayhan Üstün – Betriebsratsvorsitzender in Reisholz. Der Betriebsrat hat gemeinsam mit der IG Metall bis zuletzt für die Erhaltung des Werkes gekämpft und von externen Beratern ein Konzept erarbeiten lassen, was die Weiterführung mit weniger Mitarbeitern ermöglichen sollte. „Ich weiß nicht einmal, ob man sich das Konzept bis ins letzte Detail angeschaut hat“ – so Üstün weiter.

„Die Stimmung glich einer Beerdigung. Nach 121 Jahren im Düsseldorfer Süden, geht es jetzt mit der Produktion von Nahtlosen Stahlrohren zu ende. Ein bitterer Tag für die Beschäftigten“, sagte Abdullah Yilmaz – stellvertretender Betriebsratsvorsitzender- kurz nach der Betriebsversammlung. “ Es geht jetzt darum mit den Leuten zu reden und einen guten Interessenausgleich und Sozialplan zu verbschieden“ erklärt Yilmaz weiter.

Die Geschäftsführung schloss heute Morgen betriebsbedingte Kündigungen in Reisholz aus. Noch ist unklar wie viele der betroffenen Mitarbeiter in die Schwesterwerke nach Rath oder Mülheim wechseln können.

Tarifrunde ME-Industrie 2020: IG Metall-Vorstand empfiehlt vorgezogene Verhandlungen

Der Vorstand der IG Metall empfiehlt den regionalen Tarifkommissionen der Metall- und Elektroindustrie, zügig mit den regionalen Arbeitgeberverbänden Sondierungsgespräche über ein „Zukunftspaket“ aufzunehmen. Gesamtmetall und die regionalen Arbeitgeberverbände hatten sich zuvor positiv zu dem von der IG Metall vorgeschlagenen Weg geäußert.

„Wir erwarten allerdings, dass die Arbeitgeberverbände ihre Bereitschaft erklären, auf ihre Mitgliedsfirmen einzuwirken, während des Moratoriums auf die einseitige Ankündigung von Personalabbaumaßnahmen, Produktverlagerungen und Standortschließungen zu verzichten“, sagte Jörg Hofmann, Erster Vorsitzender der IG Metall, am Dienstag. Die IG Metall hatte angeboten, unter Friedensbedingungen (Friedenspflicht) zu verhandeln, wenn die Arbeitgeber sich bereit erklären, keine Maßnahmen zum Personalabbau, zur Verlagerung von Produkten und zur Schließung von Standorten zu ergreifen.

Ziel der IG Metall ist ein fairer Wandel und die Sicherung guter Arbeit durch Investitionen, Qualifizierung sowie Standort- und Beschäftigungszusagen. Die Arbeitgeber sollen sich in Zukunftspaketen verpflichten, auf Verlangen der IG Metall Verhandlungen zu betrieblichen Zukunftstarifverträgen zu führen. In solchen Zukunftstarifverträgen sollen dann konkrete Investitions- und Produktperspektiven festgelegt werden, Vereinbarungen über Maßnahmen zur Personalentwicklung und entsprechende Maßnahmen zur Aus- und Weiterbildung sowie Vereinbarungen zum Ausschluss betriebsbedingter Kündigungen.

Es ist dringend notwendig, in allen Betrieben ein Konzept für die Transformation aufzustellen und mit dem notwendigen Umbau, den Investitionen und der Qualifizierung der Belegschaften für die Jobs von morgen zu beginnen. Die IG Metall tritt für eine Zukunftsperspektive für alle Beschäftigten und Standorte in der Metall- und Elektroindustrie ein. Der Umbau muss so gestaltet werden, dass niemand entlassen wird.

„Die Beschäftigten der Metall- und Elektroindustrie verlangen Sicherheit im digitalen und ökologischen Wandel. Auch für den gesellschaftlichen Zusammenhalt braucht es nachhaltige Perspektiven für die Menschen – und zwar jetzt!“, sagte Jörg Hofmann.

In den nächsten Wochen wird die IG Metall in den Betrieben und Tarifkommissionen über konkrete Verhandlungsziele diskutieren. Auch die Beschäftigten in den Betrieben sollen ihr Votum abgeben. Am 20. Februar beschließen die Tarifkommissionen ihre Forderungsempfehlung. Am 26. Februar entscheidet der IG Metall-Vorstand endgültig über die Forderung.