Wieder ein Stück Gerechtigkeit

Das neue Jahr bringt Beschäftigten mehr Geld, ohne dass sie dafür mehr arbeiten müssten. Ab Januar werden nämlich die Beiträge zur gesetzlichen Krankenversicherung wieder zu gleichen Teilen jeweils von den Beschäftigten und ihren Arbeitgebern getragen.

In den deutschen Sozialversicherungen gilt seit jeher der Grundsatz der paritätischen Finanzierung: Arbeitgeber und Arbeitnehmer finanzieren die Beiträge je zur Hälfte.
In der gesetzlichen Krankenversicherung wurde dieses Prinzip aber 2005 zu Lasten der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer aufgegeben – die Beschäftigten wurden mittels eines Zusatzbeitrages stärker belastet als die Arbeitgeber. Die IG Metall hatte sich gemeinsam mit anderen Gewerkschaften dafür stark gemacht, dass diese Verschlechterung zu Lasten der abhängig Beschäftigten wieder zurückgenommen wird. Das Ergebnis ist ein riesen Erfolg und zeigt, dass gewerkschaftlicher Druck wirkt!

Für Beschäftigte bedeutet die Änderung zudem bares Geld. Ein Beschäftigter in der Metall- und Elektroindustrie beispielsweise, hat bei einem Bruttoeinkommen von rund 3200 Euro monatlich durchschnittlich 187 Euro im Jahr mehr in der Tasche, je nach Krankenkasse sogar bis zu 312 Euro. Bei
höheren Entgeltgruppen kann das Plus durchschnittlich bis zu265 Euro im Jahr betragen, je nach Kasse sogar bis zu 442 Euro. Insgesamt werden die Beschäftigten deutschlandweit um 6,9 Milliarden Euro entlastet.

Neben den Entlastungen in der Krankenversicherung profitieren Beschäftigten mit Beginn des neuen Jahres von weiteren gesetzlichen Verbesserungen.
So gilt ab 1. Januar die neue Brückenteilzeit. Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in Unternehmen mit mehr als 45 Beschäftigten können dann in Teilzeit gehen und haben das Recht, anschließend wieder in Vollzeit zurückzukehren. Die Neuregelung soll insbesondere Frauen zugutekommen, die nach der Familienphase im Beruf wieder durchstarten wollen, aber oft genug in die Teilzeitfalle tappen. Verbesserungen gibt es außerdem in der Erwerbsminderungsrente.

Für all diese Verbesserungen hat sich die IG Metall mächtig ins Zeug gelegt und die Erfolge zeigen, dass sie eben nicht nur in den Betrieben eine starke Kraft ist, sondern auch in der politischen Arena erfolgreich Gehör findet.

Strukturwandel-Kommission geht in die Verlängerung

Statt wie geplant zum Ende diesen Jahres soll nun erst Ende Januar/Anfang Februar der Abschlussbericht vorgelegt werden, indem Zukunftsperspektiven für die Kohlereviere, für Gute Arbeit und für die Energiepolitik beschrieben werden.

Am Montag hat die Kommission eine Arbeitsgruppe eingesetzt, die sich vertieft mit Fragen der Strukturentwicklung beschäftigen soll. Genau das haben die Gewerkschaften von Anfang an gefordert. Vorderstes Ziel ist es eine vernünftige Balance von gerechter Strukturentwicklung, Guter Arbeit und Fortschritten beim Klimaschutz zu finden. Und es muss erst Klarheit über die Strukturentwicklung in den Regionen und die Sicherung Guter Arbeit geben, bevor Kapazitäten abgebaut werden. Dazu muss der Ausbau der erneuerbaren Energien und der dringend benötigten Netze erfolgreich vorangetrieben werden, bevor ein sicherer und günstiger Energieträger vom Netz genommen wird.

Die Bundesregierung ist jetzt am Zug, den ohne eine Klärung der Frage, wie viele Mittel wann zur Verfügung stehen, kann die Kommission „Wachstum, Strukturwandel und Beschäftigung“ ihren Auftrag nicht seriös zum Abschluss bringen.

Weitere Informationen und einen ausführlichen Artikel zum Thema findet ihr hier