Betriebsräte fordern mehr Qualifizierung

Heute und morgen findet der erste bundesweite Transformationskongress der IG Metall in Bonn statt. Mehr als 600 Teilnehmerinnen und Teilnehmer  werden dabei sein und gemeinsam über die Trends und Triebkräfte diskutieren, die zu einem grundlegenden strukturellen Wandel von Arbeit, Wirtschaft und Gesellschaft führen werden. Im Fokus stehen die Themen Digitalisierung, Globalisierung, Elektrifizierung, Klimawandel und Demografie.

Unter den Teilnehmenden werden auch Betriebsräte aus Düsseldorf-Neuss sein. Denn auch hier in der Region müssen sich Betriebsräte den neuen Herausforderungen stellen und Lösungen finden, um den Anschluss an die technologische Entwicklung nicht zu verlieren. Dabei fordern sie vor allem mehr Qualifizierungsmöglichkeiten für die Beschäftigten, wie die Ergebnisse der im Vorfeld zum heute startenden Kongress durchgeführten Umfrage unter den Betriebsräten in unserer Region ergeben hat.

Bei der Umfrage ging es darum, wie die Betriebsräte die derzeitigen Veränderungen der Arbeitswelt einschätzen. Dabei haben 78 Prozent der befragten Betriebsräte erklärt, dass Druck und Dynamik der Veränderungen „große Bedeutung“ oder „sehr große Bedeutung“ hätten. Gleichzeitig ergaben die Auswertungen aber auch, dass in 27,8 Prozent der abgefragten Betriebe die Anforderungen an die Qualifizierung der Beschäftigten deutlich steigen, gleichzeitig aber nur in 11,1 Prozent der Betriebe die Möglichkeiten zur Qualifizierung für die Beschäftigten erweitert wurden.

Die Ergebnisse zeigen wie groß die Veränderungen sein werden und machen deutlich, dass die Unternehmen ihre Beschäftigten dringend fit machen müssen für die Zukunft.

Mehr Informationen zum Transformationskongress findet ihr hier

Stahl-Allianz für die Zukunft

Stahl stärken. Zukunft sichern war am Montag das Motto des ersten Nationalen Stahlgipfels in Saarbrücken. Rund 2.500 Teilnehmer, darunter auch Delegationen aus den beiden Vallourec-Werken in Düsseldorf, kamen zusammen um gemeinsam Lösungen für eine Zukunft des Stahls und damit für die 85 000 Arbeitsplätze in der Branche zu finden. Die Stahlhersteller leiden seit geraumer Zeit unter billiger Konkurrenz aus Asien und nun schaden zudem höhere Zölle in Amerika und teurere CO-Verschmutzungsrechte dem Geschäft.

Um der angeschlagenen Branche effektiv zu helfen wurde am Montag zudem ein einmaliges Bündnis geschlossen: eine Stahl-Allianz der sechs Bundesländer, in denen die Branche zu Hause ist. Vertreter der Regierungen des Saarlandes, Brandenburgs, Nordrhein-Westfalens und Niedersachsens, sowie der Stadtstaaten Bremen und Hamburg haben gestern die „Allianz der Stahlländer“ unterzeichnet. Eine gemeinsame Strategie und eine laute Stimme gegenüber Brüssel und Berlin soll damit geschaffen werden. IG-Metall-Chef Jörg Hofmann erwartet von dem Bündnis zudem Impulse: „Die Stahlallianz soll deutlich machen, dass es gemeinsame Anstrengungen von Unternehmen und Politik braucht, damit die Branche im Wettbewerb dauerhaft bestehen kann.“

Mehr Informationen rund um das Thema findet ihr hier

3 % mehr Geld für Beschäftigte im Bereich der Textilen Dienste

Dank toller Aktionen der IG Metall Mitglieder in den Betrieben konnte die IG Metall nach zähen Verhandlungen ein Ergebnis erzielen. Die Entgelte steigen ab Februar um 3 %, für die Monate November bis Januar gibt es eine Einmalzahlung von 200 Euro. Der Tarifvertrag zur Förderung der Altersteilzeit wird fortgeführt.

Auch in Düsseldorf-Neuss können sich die Beschäftigten von CWS-boco über dieses Tarifergebnis freuen!

Mehr Infos zu dem Tarifabschluss gibt es hier

 

Krankenkassenbeiträge wieder gerecht verteilt

Gewerkschaftlicher Druck wirkt! Anfang 2016 begannen die IG Metall- Vertrauensleute bundesweit mit einer Unterschriftenaktion. Das erklärte Ziel: Arbeitgeber sollen wieder die gleichen Krankenkassenbeiträge bezahlen wie Beschäftigte. Damit war der Start der Kampagne zur Rückkehr der paritätischen Finanzierung der Krankenkassen gelegt.

Anfang 2019 ist es soweit. Die Arbeitgeber beteiligen sich wieder zur Hälfte an den Beiträgen der gesetzlichen Krankenversicherung – so wie es jahrzehntelang der Fall war. Der Bundestag hat die Reform beschlossen. Am 1. Januar 2019 tritt sie in Kraft. Der Beschluss korrigiert eine Ungerechtigkeit im Gesundheitswesen, die seit 2005 Bestand hatte. Damals brach die Politik mit dem Grundsatz, dass sich Arbeitgeber und Arbeitnehmer die Krankenkassenbeiträge teilen.

Mehr Infos rund um das Thema findest Du hier

Vallourec-Beschäftigte kämpfen für ihre Zukunft

Mehr als 800 Kolleginnen und Kollegen aus den Vallourec-Werken in Reisholz, Mühlheim und Rath kamen am Mittwoch nach Rath und setzten ein starkes Zeichen gegen die angekündigten Schrumpfungspläne des Konzerns.

Der Rather-Betriebsrat hatte die Beschäftigten zu einer Informationsveranstaltung direkt vor dem Bürogebäude eingeladen, in dem an diesem Tag auch die Aufsichtsratssitzung stattfinden sollte. Die Betriebsräte und die IG Metall Vertrauensleute nutzten die Aufsichtsratssitzung, um die Beschäftigten über die unzulängliche Informationspolitik der Konzernspitze zu informieren. Mitten in den diesjährigen Sommerferien hatte die Konzernleitung nämlich einen massiven Stellenabbau für alle deutschen Vallourec-Standorte angekündigt. Weitere Informationen zum Abbauprozess und vor allem das von den Betriebsräten und der IG Metall geforderte Zukunftskonzept blieb die Konzernleitung bisher jedoch schuldig.

Den ausführlichen Bericht zu der Infoaktion in Rath findet ihr hier

IG Metall Jugend fordert einen Kurswechsel in der Rentenpolitik

Der Einladung des DGB in Düsseldorf gemeinsam über eine gute und verlässliche Rente zu sprechen, folgten am vergangenen Donnerstag über 80 junge und ältere Gewerkschafter*innen aus der Region.

Die Düsseldorfer DGB-Vorsitzende Sigrid Wolf eröffnete die Veranstaltung mit einer Analyse der Rentensituation in Düsseldorf. Fest steht, so Wolf, dass mehr als 59.000 Düsseldorferinnen und Düsseldorfer die Altersarmut droht. Im Alter auskömmlich leben zu können, wird damit mehr und mehr auch in Düsseldorf zur Illusion.

Nach der Eröffnung stellte die Vize-Vorsitzende des DGB NRW, Dr. Sabine Graf, den aktuellen Rentenreport NRW des DGB vor. In ihrem Vortrag betonte sie, dass in NRW vor allem Frauen von Altersarmut bedroht. Auch die zweite Expertin, Professor Dr. Ursula Engelen-Kefer vom Sozialverband Deutschland stellte in ihrem Vortrag dar, wie wichtig gerade für Frauen die Sicherung des Lebens-Standards durch eine auskömmliche gesetzliche Rente ist. Zum Abschluss der Expertenvorträge zeigte Dr. Florian Blank vom Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Institut Düsseldorf, am Beispiel Österreich auf, wie ein staatliches Rentensystem den Lebensstandard im Alter sichert.

Im Anschluss diskutierten die drei Experten mit jungen Gewerkschafter*innen über das Thema „Verlässlicher Generationenvertrag“. Auch die IG Metall Jugend war mit Lena Herrmann, Jugend- und Auszubildendenvertreterin bei der Daimler AG in Düsseldorf, auf dem Podium vertreten. Herrmann und die anderen Jugendlichen machten deutlich, dass ein Kurswechsel in der Rentenpolitik unumgänglich ist, damit das System gesetzliche Rente auch für die junge Generation weiterhin Zukunft hat. Sie forderten den DGB zudem auf mehr Aufklärung zu betreiben und die Jugend stärker aktiv in ihre Diskussionen mit einzubeziehen.

Mehr zum Thema Rente findet ihr hier

Den DGB Rentenreport findet ihr hier als Download

Ein Video des DGB zum Thema Verlässlicher Generationenvertrag findet ihr hier

Schwarz oder Weiß – wie sich Belegschaften entschieden haben

Seit Januar 2016 hat die IG Metall für ihre Mitglieder in 556 Betrieben die Tarifbindung hergestellt. Dadurch fallen 150 000 Kolleginnen und Kollegen neu unter den Schutz eines Tarifvertrages.

Im Schwarz-Weiß-Buch des Projekts „Tarifbindung stärken“ werden exemplarisch die Geschichten von sieben Belegschaften aus unterschiedlichen Branchen und Bezirken nachgezeichnet, die sich teils gegen heftigen Widerstand des Arbeitgebers einen Tarifvertrag erkämpft haben.
Die Kapitel beschreiben die Ausgangssituation der Tariflosigkeit (schwarz), die Anstrengungen bei der Tarifbewegung und was sich für die Belegschaften mit dem Tarifvertrag (weiß) geändert hat.

Das komplette Buch mit allen Geschichten zum Nachlesen findet ihr hier

Ein neues Gesicht im Team der IG Metall

Wir stellen vor: Dinah Trompeter

Zum 1. Oktober erweitert die Gewerkschaftssekretärin Dinah Trompeter das Team der IG Metall Düsseldorf-Neuss.
Zuvor war sie fast 10 Jahre in der Geschäftsstelle der IG Metall Märkischer Kreis tätig.

Nach einer Berufsausbildung zur Mediengestalterin Bild und Ton und einem Studium der Sozialwissenschaften, absolvierte sie 2008 das Traineeprogramm der IG Metall.

Der Schwerpunkt ihrer bisherigen Tätigkeit lag bei der Gründung von Betriebsräten, dem Ausbau gewerkschaftlicher Strukturen in schwach organisierten Betrieben und der Beratung von Betriebsratsgremien in kollektivrechtlichen Fragen, sowie bei der Entgeltgestaltung im Bereich der Metall- und Elektroindustrie.

Die gebürtige Düsseldorferin kehrt jetzt mit ihrer Familie in ihre Heimatregion zurück.
Sie freut sich darauf mit uns die Zukunft zu gestalten.

Herzlich Willkommen, Dinah Trompeter!

Tag des Handwerks: IG Metall fordert bessere Arbeits- und Ausbildungsbedingungen

Die IG Metall fordert vor dem Hintergrund von 200.000 fehlenden Fachkräften und 20.000 unbesetzten Ausbildungsstellen bessere Arbeits- und Ausbildungsbedingungen im Handwerk. „Durch die Weigerung vieler Arbeitgeber Tariflöhne zu zahlen, hat das Handwerk stark an Attraktivität eingebüßt. In der Branche arbeiten nur noch knapp 30 Prozent der Beschäftigten in tarifgebundenen Betrieben. Zwei Drittel der jungen Gesellen und Gesellinnen wandern nach ihrer Ausbildung in die Industrie und in andere Wirtschaftszweige ab. Das führt zu hausgemachtem Fachkräftemangel und unzufriedenen Kunden durch überlange Wartezeiten von mittlerweile bis zu 13 Wochen“ sagte Ralf Kutzner, geschäftsführendes Vorstandsmitglied der IG Metall, am Freitag in Frankfurt zum Tag des Handwerks am 15. September.

Kutzner forderte Verbände und Innungen auf, dem Bekenntnis zur Tarifpartnerschaft endlich auch Taten folgen zu lassen. „Nur mit Tarifbindung und Mitbestimmung können die Handwerksbetriebe die bedrohliche Fachkräftelücke schließen“, sagte Kutzner. Die Rechnung, sich mit niedrigen Löhnen einen Vorteil zu verschaffen, gehe nicht auf. „Die Flucht aus Tarifverträgen führt zu einem ruinösen Unterbietungswettbewerb zu Lasten der Beschäftigten und der Qualität“, kritisierte der Gewerkschafter. „Nur mit guten Arbeitsbedingungen, Flächentarifverträgen, mit Beteiligung sowie attraktiver Fort- und Weiterbildung kann sich das Handwerk im Wettbewerb um qualifizierte Mitarbeiter besser behaupten.“

Innovative Tarifverträge im Handwerk seien möglich. Das zeige der kürzlich von der IG Metall Niedersachsen für 40.000 Beschäftigte im Metallhandwerk abgeschlossene Tarifvertrag. „Erstmals verpflichten sich hier die Arbeitgeber, für Beschäftigte ab 50 Jahre jeden Monat 50 Euro extra in die Rentenkasse zu zahlen, um damit eine höhere Rente oder einen flexibleren Renteneintritt zu ermöglichen“, sagte Kutzner.

Der Gewerkschafter kritisierte die hessischen Arbeitgeber des Kfz-Handwerks als Negativbeispiel. „Sie wollten im vergangenen Jahr Meister der flächendeckenden Tarifflucht werden. Der Landesinnungsverband war über Nacht mit seinen fast 4.000 Betrieben aus der Tarifbindung ausgestiegen. Erst nach viel Druck durch die Beschäftigen konnte bisher die Tarifbindung für immerhin 12.000 Beschäftigte der hessischen Kfz-Betriebe wieder hergestellt werden.“

Kutzner forderte vom Gesetzgeber Maßnahmen, um die Tarifbindung im Handwerk zu stärken. „Die Erosion der Tarifbindung im Handwerk hat mittlerweile bedrohliche Maße angenommen. In der aktuellen Diskussion um die Änderung der Handwerksordnung zur Wiedereinführung der Meisterpflicht in mehreren Handwerksberufen muss auch die Stärkung der Tarifbindung auf den Tisch. Wir brauchen kein Flickwerk, sondern einen verbindlichen Ordnungsrahmen aus einem Guss“, sagte Kutzner.