Aluminiumindustrie im Dialog mit Kommission für „Wachstum, Strukturwandel und Beschäftigung“

Am vergangenen Freitag trafen sich die IG Metall, Betriebsräte von Hydro Aluminium und AluNorf, sowie weitere Vertreter der energieintensiven Aluminiumindustrie mit Stefan Körzell, Vorstandsmitglied des Deutschen Gewerkschaftsbundes und Mitglied der Kommission für „Wachstum, Strukturwandel und Beschäftigung“ im Rheinwerk von Hydro Aluminium und dem benachbarten Walzwerk der AluNorf in Neuss zum Dialog.

Gemeinsam diskutierten IG Metall, Betriebsräte und die anwesenden Branchenvertreter mit Körzell, und ihrem Gastgeber Volker Backs (Geschäftsführer Hydro Aluminium Deutschland), über den Erhalt der Wertschöpfungsketten in Deutschland und Europa und den Beitrag zum Klimaschutz.

Die Teilnehmer konnten einen Eindruck von stromintensiver Produktion in Deutschland gewinnen und dabei die Vorzüge integrierter Wertschöpfungsketten erleben. Bezahlbare, sichere Energieversorgung, kurze Wege zwischen den Unternehmen und qualifizierte Beschäftigte sind dabei wichtige Standortvorteile.

Hintergrund: Die Bildung der Kommission „Wachstum, Strukturwandel und Beschäftigung“ (WSB) wurde im letzten Koalitionsvertrag beschlossen. Die landläufig zu Unrecht als „Kohlekommission“ betitelte Strukturkommission, hat dabei nicht nur die Aufgabe bis Dezember 2018 konkrete Vorschläge für den Ausstieg aus der Kohleverstromung zu erarbeiten, sondern soll vielmehr den dadurch bedingten Strukturwandel aktiv und umfassend begleiten, um so Wachstum und Beschäftigung in den betroffenen Regionen zu fördern und zu stärken.

Die Anwesenden machten deutlich, dass gut bezahlte Tarifarbeitsplätze in der Industrie erhalten bleiben müssen. Und klar ist, um weiterhin qualitativ hochwertige Industriearbeitsplätze anbieten zu können, wird die Industrie in Deutschland benötigt. Energiepolitik ist immer auch Industriepolitik. Ziel muss daher sein: Wertschöpfung und Arbeitsplätze in Deutschland auch unter den Bedingungen des Klimaschutzes zu erhalten. „Für den Wohlstand in Deutschland sind qualitativ hochwertige Arbeitsplätze existentiell“, unterstrich Bernd Lauenroth (Gewerkschaftssekretär IG Metall Vorstand und stellv. Aufsichtsratsvorsitzender Hydro Aluminium Deutschland GmbH).

„Wir dürfen nicht in die Falle laufen und industrielle Wertschöpfung gegen Klimaschutzanforderungen ausspielen, sonst verlieren am Ende Beschäftigte und Umwelt. Am Beispiel der Aluminiumerzeugung sieht man, wie wichtig es ist, dass wir in Deutschland eine funktionierende Grundstoffproduktion haben. Ohne den Werkstoff Aluminium wird die Vision von der Elektromobilität oder dem Netzausbau schnell zur Luftnummer. Es gilt, unsere Kompetenzen zu erhalten und in innovative Technologien und Anwendungen zu investieren. An dieser Stelle muss die Strukturwandelkommission Antworten liefern.“, so Körzell.

„Betrachtet man die industrielle Struktur im Wirtschaftsraum Düsseldorf-Neuss, zeigt sich auch hier die große Bedeutung der Aluminiumindustrie. Über 5.000 gut bezahlte, hoch qualifizierte und mit vorbildlichen Arbeitsbedingungen ausgestattete Arbeitsplätze im Organisationsbereich der IG Metall sind zu schützen“, machte Karsten Kaus, Geschäftsführer der IG Metall Düsseldorf-Neuss deutlich.

Die IG Metall in Düsseldorf-Neuss und die Betriebsräte der Aluminiumindustrie in der Region stehen für gute Arbeitsplätze und einen starken Industriestandort. Die Aluminiumindustrie ist unverzichtbarer Teil einer zukunftsorientierten und innovativen Wirtschaft in der Region. Sie ist technologisch und qualitativ mit ihren Produkten und mit ihren qualifizierten Beschäftigten gut aufgestellt.

Die internationale Wettbewerbsfähigkeit der Aluminiumindustrie muss daher auch in der Kommission in hohem Maße mitberücksichtigt werden und die Auswirkungen der zu treffenden Entscheidungen auf die energieintensiven Industrien sowie die nachgelagerten Wertschöpfungsketten müssen im Vorfeld geprüft werden.

Der im Rahmen der Kommission „Wachstum, Strukturwandel und Beschäftigung“ geplante Kohleausstieg kann erhebliche negative Auswirkungen auf Stromkosten und Versorgungsstabilität energieintensiver Industrien wie Aluminium aber auch Stahl haben. Deshalb fordern wir für alle Empfehlungen der Kommission eine Folgeabschätzung. Insbesondere um die Strompreiseffekte, die von einem Kohleausstieg ausgehen, und die Auswirkungen für die nachgelagerten Wertschöpfungsketten abschätzen zu können.

Im Anschluss an die Diskussionsrunde konnten sich die Teilnehmer bei Werksführungen durch das Rheinwerk von Hydro Aluminium und dem benachbarten Walzwerk der AluNorf einen eigenen Eindruck verschaffen, wie industrielle Wertschöpfung entsteht und Kreislaufwirtschaft bzw. Recycling am Beispiel Aluminium funktioniert.

Der erste Atlas der Arbeit ist erschienen

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Der Deutsche Gewerkschaftsbund hat den Atlas gemeinsam mit der Hans-Böckler-Stiftung erstellt.  Auf 64 reich mit Grafiken versehenen Seiten geht es um Einkommen, Gewerkschaften, Sklaverei, Arbeitskämpfe und ganze Branchen. Die AutorInnen vergleichen Systeme in verschiedenen Staaten und beschreiben, welche Konzepte Gewerkschaften haben und wie Arbeitsbedingungen gestaltet werden können.

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IG Metall Seniorenfest 2018

Die IG Metall Düsseldorf-Neuss lädt alle Rentnerinnen und Rentner zum diesjährigen IG Metall Seniorenfest am 9. Oktober 2018 um 15:00 Uhr ins Rheinische Landestheater Neuss ein.

Ab 14:30 Uhr begrüßen wir Dich mit Sekt oder Saft im Foyer des Rheinischen Landestheaters Neuss.

Es ist gute Tradition, sich alle zwei Jahre, in gemütlicher Atmosphäre wieder zu treffen. Das Zusammentreffen alter Weggefährten, der Austausch über die guten alten Zeiten sowie die gewerkschaftlichen Errungenschaften und Entwicklungen stehen bei unserem Seniorenfest an erster Stelle. Wir wollen Erinnerungen aufleben lassen! Auch über das aktive Arbeitsleben hinaus.

In diesem Jahr wird uns der Kabarettist Jens Neutag mit seiner messerscharfen Gegenwartsanalyse unter Verwendung komödiantischer Mittel den Nachmittag erhellen. Für das leibliche Wohl wird gesorgt und bei guter Stimmung in gemütlichen Gesprächsrunden werden wir beim gemeinsamen Abendessen den Tag ausklingen lassen.

Da zu jeder Veranstaltung eine gründliche Vorbereitung gehört, bitten wir Dich um eine verbindliche Anmeldung bis spätestens 2. Oktober 2018 per Email an klaudia.funk@igmetall.de oder telefonisch 0211 38701-12. Die Einladung zum IG Metall Seniorenfest 2018 steht hier für Dich zum Download bereit.

 

Das Team der IG Metall Düsseldorf – Neuss und der Vorstand des Netzwerk 55plus freut sich, Dich am 9. Oktober 2018 begrüßen zu können.