Solidarität mit Leiharbeitern bei Daimler

Bereits in der vergangenen Woche machten aktive Metallerinnen und Metaller bei Daimler in Rastatt mit zwei Aktionen vor den Werkstoren auf die Missstände beim Personaldienstleister DEKRA aufmerksam. Besonders im Rastatter Werk sind vermehrt Unregelmäßigkeiten und Intransparenz bei Lohnabrechnungen, Urlaubsansprüchen und Stundenzetteln aufgefallen und dokumentiert worden. Dazu sollen im September bis zu 1200 Leiharbeiter in Rastatt entlassen werden.

Auch im Düsseldorfer Sprinterwerk ist das Verhalten der DEKRA in Rastatt gegenüber den Leiharbeitern ein großes Thema. Auf der Betriebsversammlung am 19. Juni in der Früh- und Nachtschicht, ist die Unternehmensleitung durch die IG Metall offen aufgefordert worden die Missstände abzustellen und für einen transparenten Umgang mit den Leiharbeitnehmern zu sorgen. Volker Consoir machte auf beiden Versammlungen deutlich, dass die Leiharbeiter keine Mitarbeiter zweiter Klasse sind und sieht die Geschäftsführung von Daimler klar in der Verantwortung, die Vorwürfe ernst zu nehmen und für Klärung und Abhilfe zu sorgen.

Neben der offenen Ansprache auf der Betriebsversammlung haben einige IG Metall Mitglieder die DEKRA Niederlassung in dieser Woche besucht und eine ausführliche Stellungnahme über die Situation und den Umgang mit den Leiharbeitern in Rastatt vor Ort übergeben. Im persönlichen Gespräch machten die IG Metaller*Innen noch einmal deutlich, dass ein solcher Umgang mit Mitarbeitern nicht hinnehmbar ist und forderten die Niederlassungsleitung nochmals auf, die Missstände in Rastatt abzustellen.

Musteranträge – M&E Tarifrunde 2018

 

Mit dem neuen Tarifvertrag in der Metall- und Elektroindustrie haben alle IG Metall-Mitglieder in den tarifgebundenen Unternehmen in NRW mehr Flexibilität in der Gestaltung ihrer Arbeits- und Lebenszeit.

Wir stellen euch hier die Musteranträge für die verkürzte Vollzeit, sowie für die tarifliche Freistellungszeit zur Verfügung.

Download Musteranträge:

=> Verkürzte Vollzeit

=> Tarifliche Freistellungszeit

 

Fußball gucken im Betrieb

Bald geht es wieder ums Runde und ums Eckige. 32 Mannschaften kämpfen in insgesamt 64 Partien um den Weltmeistertitel. Viele Beschäftigte möchten die WM auch am Arbeitsplatz sehen. Während der Vorrundenphase ist die früheste Anstoßzeit um 14 Uhr mitteleuropäischer Sommerzeit, das letzte Spiel des Tages startet um 20 Uhr. In der Finalrunde finden bis zum Halbfinale pro Tag immer zwei Spiele statt, die jeweils um 16 und 20 Uhr starten. Die Halbfinalpartien beginnen um 20 Uhr und das WM-Finale am 15. Juli um 17 Uhr. Fußball gucken wird daher für viele Beschäftigte kein Problem, es sei denn, sie arbeiten Schicht. Sie haben keinen Anspruch auf eine andere Schicht, wenn sie ein Spiel sehen wollen. Der Betriebsrat kann mit der Geschäftsleitung die
Arbeitszeiten fußballfreundlich ändern. Die Ausnahmen sollten sich nicht nur auf jene Tage beschränken, an denen die deutsche Nationalmannschaft spielt.

Denkbar sind Tauschbörsen. Dort können Fußballfans ihre Schicht mit Kollegen tauschen, die sich nicht für die WM interessieren. Oder man vereinbart, dass ein bestimmtes Team einen Teil der Zeit vor- oder nacharbeitet und gegebenenfalls mit Gleitzeit oder Mehrarbeit verrechnet. Während des Spiels wird die Arbeit dann unterbrochen.

Wer üblicherweise einen Fernseher am Arbeitsplatz hat, kann davon ausgehen, dass er auch während der Arbeitszeit nebenher das Spiel verfolgen darf. Häufiger am Arbeitsplatz sind Radios. Für das Bundesarbeitsgericht zählt das Radiohören oder dessen Verbot zur Ordnung im Betrieb, die mitbestimmungspflichtig ist. Das gilt grundsätzlich auch für das Sehen und Hören via Internet. Hierbei dringend auf die Regelungen zur privaten Internetnutzung achten.

Die Nutzung von Privathandys während der Arbeitszeit darf der Arbeitgeber ohne Mitwirken des Betriebsrats verbieten. Denn in diesem Fall ist das Arbeitsverhalten und nicht die betriebliche Ordnung betroffen. Die private Nutzung von dienstlichen Smartphones ist aber mitbestimmungspflichtig.