Warnstreik bei Unify und Atos: Mitarbeiter fürchten um ihre Jobs

In einem langen Protestmarsch und einer anschließenden Kundgebung vor den Türen des Atos-Standortes in Essen machten die Beschäftigten von Atos/Unify jetzt ihrem Unmut Luft. Sie waren aus Düsseldorf und Gelsenkirchen angereist, um lautstark zu protestieren und den Arbeitgeber aufzufordern, sich in den Verhandlungen mit der IG Metall endlich zu bewegen. Auch in anderen Atos/Unify Lokationen wurde und wird gestreikt, um die IG Metall bei den aktuellen Verhandlungen zu unterstützen.

Atos plant einen gigantischen Unternehmensumbau, um sich für die Zukunft aufzustellen. Dazu will der Arbeitgeber bundesweit 1600 Arbeitsplätze abbauen und die gleiche Anzahl in andere Unternehmen outsourcen. Finanzieren sollen das – wenn es nach dem Willen der Geschäftsführung ginge – zu einem großen Anteil die Beschäftigten selbst. Rund 75% der Kosten will Atos/Unify auf die Belegschaft abwälzen, in dem diese auf Entgelt und freie Tage – der Forderungskatalog der Arbeitgeber ist groß – verzichten sollen.

Kompensationsangebote hat der Arbeitgeber in den Verhandlungen bisher keine gemacht. Die IG Metall fordert unter anderem langfristige Sicherheiten für die Beschäftigten und sozialverträgliche Angebote für diejenigen, die Atos/Unify verlassen sollen.

Die Verhandlungspartner kommen jetzt in Hamburg zur letzten geplanten Tarifverhandlung zusammen.

Ob es zu einem Tarifabschluss zur Transformation kommt, ist fraglich, denn noch liegen die Positionen sehr weit auseinander.