Thyssenkrupp Elevator – Beschäftigte wollen Sicherheit

Besondere Situationen erfordern besondere Maßnahmen. So fanden am heutigen Freitag bundesweit für alle Beschäftigten von Thyssenkrupp Elevator mehr als 20 Betriebsversammlungen statt – bislang einmalig in der Geschichte des Unternehmens.

Die Zukunft der Aufzugs- und Fahrtreppensparte (Thyssenkrupp Elevator) von Thyssenkrupp ist momentan völlig offen. Geplant ist, einen Teil der hochprofitablen Aufzugssparte an die Börse zu bringen, aber es wird auch öffentlich über einen Teilverkauf oder gar Komplettverkauf spekuliert. Im Gespräch sind sowohl Finanzinvestoren als auch direkte Konkurrenten wie KONE oder Hitachi. Bei den Beschäftigten herrscht eine große Verunsicherung.

Auch in Neuss informierten der Betriebsrat und die IG Metall auf einer gut besuchten Versammlung die Beschäftigten von Thyssenkrupp Home Solutions über die Situation bei Thyssenkrupp und bezogen klare Positionen. „Niemand weiß heute, wer in Zukunft bei Elevator das Sagen hat. Für uns Beschäftigte ist aber vor allem wichtig, dass die Arbeitsplätze gesichert werden und es keine Verschlechterungen der Arbeitsbedingungen und der Entgelte gibt,“ so der stellv. Betriebsratsvorsitzende Daniel Mandel „Deshalb fordern wir zusammen mit der IG Metall einen Tarifvertrag, der dies für alle möglichen Szenarien sicherstellt,“ so Mandel weiter.

Ralf Keller, Gewerkschaftssekretär der IG Metall Düsseldorf-Neuss, betonte, dass für die IG Metall eine Mehrheitsbeteiligung von Thyssenkrupp an der zukünftigen Thyssenkrupp Elevator AG die präferierte Variante ist, und dass sich die IG Metall mit aller Macht gegen eine Zerschlagung von Elevator wehren wird. „Wir fordern von jedem Kaufinteressenten, dass er ein Zukunftskonzept vorlegt, das die Arbeitsplätze sichert. Ohne eine Fair-Owner-Vereinbarung mit klaren Zusagen für die Beschäftigten wird es von uns keine Zustimmung geben“, so Ralf Keller. Im Moment sei die IG Metall in Essen mit der Arbeitgeberseite in Verhandlungen über einen Zukunftstarifvertrag. Insbesondere die Frage der Standort- und Beschäftigungssicherung sei aber strittig.

Betriebsrat und IG Metall kündigten an, dass in den nächsten Wochen weitere Aktionen notwendig werden könnten, um den Forderungen der Beschäftigten Nachdruck zu verleihen.

 

Einen weiterführenden Presseartikel zum Thema findest Du hier

IG Metall fordert Sicherheit für die Beschäftigten bei Vodafone

Gut aufgestellt für morgen – Alle Beschlüsse des 24. Ordentlichen Gewerkschaftstags

BBIG Novellierung – Guter Anfang, aber noch lange nicht am Ende

Die IG Metall begrüßt Verbesserungen für Auszubildende beim Berufsbildungsmodernisierungsgesetz (BBiG), sieht aber weiterhin Handlungsbedarf für dual Studierende. Vor allem durch die Intervention der Gewerkschaften ist das Gesetz gegenüber dem Referentenentwurf deutlich besser geworden.

Besonders positiv bewertet die IG Metall die Kostenübernahme für Fachliteratur und die Freistellungstage vor den Abschlussprüfungen für alle Auszubildenden. Es fehlt aber der wichtige Schritt: die Anwendung des BBiG auf dual Studierende.

Bei der Mindestausbildungsvergütung wurde im Vergleich zum Referentenentwurf nochmal deutlich nachgebessert. Auf Initiative der DGB-Gewerkschaften wurde die gültige Rechtsprechung zur „Angemessenheit“ von Ausbildungsvergütungen (die Ausbildungsvergütung darf nicht um mehr als 20 Prozent der durchschnittlichen, branchenüblichen Tarif-Ausbildungsvergütung unterschritten werden) ins Gesetz aufgenommen. Die Mindestausbildungsvergütung soll nun außerdem für außerbetriebliche Ausbildungen gelten, was für viele, häufig benachteiligte Jugendliche eine deutliche finanzielle Verbesserung bedeutet.

Die gesamte Bewertung der IG Metall zur BBIG Novellierung findet ihr hier

 

Verbesserter Tarifvertrag bei Bosch

Ein hartes Stück Arbeit liegt hinter der Tarifkommission. Doch nach drei langen Gesprächsrunden steht jetzt das Verhandlungsergebnis, was mit breiter Zustimmung angenommen worden ist.

Die Arbeitgeberseite musste im Vorfeld erst einmal davon überzeugt werden, dass es mit dem bisherigen ST-Ergänzungstarifvertrag (ErgTV) so nicht mehr weitergeht. Zu viele Nachteile für die Beschäftigten sind mit dem Vertragswerk aus dem Jahre 2006 verbunden. Mit Umsicht und großer Verantwortung sind Tarifkommission und IG Metall deshalb auf den Arbeitgeber zugegangen und haben am Ende ein tragfähiges Ergebnis mit besseren Quali-Regelungen und einer höheren Erfolgsbeteiligung für Alle erreicht.

Das gesamte Ergebnis und die vereinbarten Verbesserungen findest Du hier

Werkstattgespräch am 2. März 2020

Einladung zur DGB Regionalkonferenz im November

Positiver Rückblick unserer Delegierten auf den 24. Ordentlichen Gewerkschaftstag

Beim 24. Ordentlichen Gewerkschaftstag der IG Metall in Nürnberg haben in der vergangenen Woche 483 Delegierte über den Kurs der Gewerkschaft für die nächsten vier Jahre beraten und abgestimmt. Die Geschäftsstelle Düsseldorf-Neuss war mit insgesamt 5 Kolleginnen und Kollegen vertreten. Zur Beratung standen insgesamt 792 Anträge, darunter auch 5 Anträge aus der Geschäftsstelle Düsseldorf Neuss, die alle von den Delegierten angenommen worden sind.

„Der Gewerkschaftstag hat gezeigt, dass die IG Metall auf die Herausforderungen der Zukunft vorbereitet ist. Wir haben leidenschaftlich diskutiert und die Weichen für die kommenden vier Jahre gestellt. Jetzt müssen die Beschlüsse mit Leben gefüllt werden“, sagt Karsten Kaus, Geschäftsführer der IG Metall Düsseldorf-Neuss.

Auch unsere Delegierten aus den Betrieben waren beeindruckt und sind motiviert aus Nürnberg zurückgekommen: „Vom Gewerkschaftstag geht ein klares Signal aus. Die IG Metall ist gut gerüstet, um die große Transformation von Arbeit und Gesellschaft zu meistern – sozial, ökologisch und demokratisch“, so Reingard Hertzler von der Siemens AG- Niederlassung Düsseldorf. „Der Gewerkschaftstag hat gezeigt: Die IG Metall ist eine Organisation, die von der Vielfalt ihrer Mitglieder lebt. Die Delegierten haben auch ein eindeutiges Signal gegen Hass und Hetze gesetzt“, sagte Abdullah Yilmaz von der Vallourec Deutschland GmbH – Werk Reisholz.

Der wiedergewählte Vorstand hat nun vier Jahre Zeit die Anträge mit ihren Prioritäten mit Hilfe aller Mitglieder abzuarbeiten.

Verhandlungsergebnis KFZ-Dienstleistungen NRW Altersvorsorgewirksame Leistungen

IG Metall NRW und Metall NRW Fachgruppe Dienstleistungen haben am 21.10.2019 ein Verhandlungsergebnis über altersvorsorgewirksame Leistungen (AVWL) erzielt:

  • Ab 01.Dezember 2019 können IG Metall-Mitglieder im Bereich KFZ- Dienstleistungen AVWL erhalten/beantragen
  • Die AVWL beträgt
    • für Beschäftigte kalenderjährlich 319,08 €, monatlich 26,59 €
    • für Auszubildende kalenderjährlich 159,48 €, monatlich 13,29 €
  • Über diese Beträge hinausgehende Einzahlungen aus dem Nettoentgelt sind möglich
  • Teilzeitbeschäftigte haben Anspruch auf eine anteilige Leistung
  • Der Anspruch entsteht nach 12-monatiger Betriebszugehörigkeit
  • Es sind mehrere Anlagearten für die AVWL möglich, diese sind im Tarifvertrag beschrieben
  • Vor dem 01.Dezember 2019 bestehende Verträge können weitergeführt werden
  • Bestehende betriebliche Regelungen zu altersvermögenswirksame Leistungen können beibehalten werden, soweit sie mindestens die Leistungen dieses Tarifvertrages erreichen.

Zur altersvorsorgewirksamen Entgeltumwandlung konnte derzeit kein Ergebnis erzielt werden.

IG Metall Gewerkschaftstag beschließt: Kohleausstieg sozial und gerecht gestalten

Auf Initiative der IG Metall Düsseldorf-Neuss und anderen Geschäftsstellen, die im oder am rheinischen Revier liegen,  hat der 24. Ordentliche Gewerkschaftstag einen Antrag zur Gestaltung des Braunkohleausstiegs beschlossen.

In der Region sind rund 27 000 Arbeitsplätze durch den Braunkohleausstieg bedroht. Etwa 6000 davon entfallen auf industrielle Zuliefer- oder Dienstleistungsunternehmen, die im Wesentlichen dem Organisationsbereich der IG Metall angehören. Klar ist- auch hier darf niemand ins Bergfreie fallen.

Der geforderte Kohleausstieg und ein verschärfter europäischer Emissionshandel würden das sofortige Aus für die Aluminium- und Stahlwerke hier in der Region bedeuten. „Neben den Zulieferern und Dienstleistern setzen wir uns auch für die Beschäftigten der energieintensiven Industrie in der Region ein. Auch hier gibt es massive Risiken für tausende Arbeitsplätze, angesichts der bereits kurzfristig absehbaren Einschränkungen der Verfügbarkeit von Strom zu verlässlichen Bedingungen und wettbewerbsfähigen Kosten“ sagt Volker Consoir, Geschäftsführer IG Metall Düsseldorf-Neuss.

Aus diesem Grund habe der Gewerkschaftstag beschlossen, dass sich die IG Metall dafür einsetzen wird, dass Beschäftigte in solchen Unternehmen, im Falle des Verlustes ihres Arbeitsplatzes resultierend aus dem Kohleausstieg eine Leistung vergleichbar zum „Anpassungsgeld Bergbau“ für die originär beim bergbautreibenden Unternehmen beschäftigten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter erhalten. Zudem müssten Zulieferer aus Mittelstand und Handwerk bei der Entwicklung von Zukunftsperspektiven unterstützt und Qualifizierungsmaßnahmen für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer für die neuen Herausforderungen geschaffen werden.

Die IG Metall setze sich außerdem dafür ein, dass in der Region ein Fokus auf Schaffung neuer regionaler Wertschöpfungsketten, Entwicklung neuer industrieller Kerne sowie die Sicherung regionaler Energieversorgung gelegt werde und gute Arbeit im Revier bleibt.

Consoir betont, dass eine zuverlässige Energieversorgung der energieintensiven Industrie zu wettbewerbsfähigen Preisen bei gleichzeitiger Klima- und Umweltverträglichkeit gewährleistet sein muss. Ziel müsse es sein, dem Deinvest in den Unternehmen entgegen zu wirken, die energieintensive Industrie zu modernisieren und auch langfristig im Rheinischen Revier zu halten und auszubauen. Neben stabilen energiepolitischen Rahmenbedingungen als Grundlage unserer energieintensiven Industrie am Standort NRW benötigen wir weitere Entwicklung derselben durch Investition in wichtige Zukunftsfelder beim Klimaschutz (Elektromobilität und Leichtbau) sowie bei der Rohstoffeffizienz (z. B. Recycling).

Die IG Metall wird sich auf Grundlage dieses Antrags nun intensiv in die politische Debatte einbringen, um sichere Perspektiven für die Beschäftigten im industriellen Energieland NRW zu geben.

Den Initiativantrag findet ihr hier