Industrie spart an Ausbildung – Region droht Fachkräfte-Lücke Deutlicher Rückgang von Ausbildungsverträgen / Region spürt die Folgen der bundesweiten Entwicklung

Der Ausbildungsmarkt in Deutschland rutscht immer tiefer in die Krise – und auch die Region Düsseldorf-Neuss bekommt die Auswirkungen zu spüren.

junger Mann arbeitet an einer Drehmaschine

23. Februar 2026 23. Februar 2026


Düsseldorf/Neuss - Der Ausbildungsmarkt in Deutschland rutscht immer tiefer in die Krise – und auch die Region Düsseldorf-Neuss bekommt die Auswirkungen zu spüren. Die aktuelle IG Metall-Ausbildungsbilanz 2025 zeigt: In den industriellen Kernberufen wurden bundesweit 9,1 Prozent weniger Ausbildungsverträge abgeschlossen. Besonders betroffen sind Maschinenbau, Metall- und Elektroindustrie sowie IT-Berufe – Branchen, die im Rheinland stark vertreten sind.

 

„In einer Industrieregion wie Düsseldorf-Neuss ist dieser Rückgang ein alarmierendes Signal“, warnt Dinah Trompeter, 1.Bevollmächtigte der IG Metall Düsseldorf-Neuss. „Wenn Unternehmen weiter an Ausbildung sparen, gefährden sie ihre eigene Zukunft – und die Chancen junger Menschen hier vor Ort. Gerade jetzt brauchen wir mehr Ausbildungsplätze, nicht weniger.“

 

Jugendliche wollen Ausbildung – aber finden immer weniger Angebote

Obwohl die Nachfrage junger Menschen nach einer dualen Ausbildung leicht steigt (+0,7 %), geht das Angebot um 4,6 Prozent zurück. Bundesweit bleiben 84.400 Jugendliche ohne passenden Ausbildungsplatz. Dieses Problem zeigt sich laut IG Metall auch in Düsseldorf und dem Rhein-Kreis Neuss.

„Viele Unternehmen klagen über fehlende Fachkräfte, bilden aber gleichzeitig weniger aus – diese Rechnung geht nicht auf“, kritisiert Jessica Worrings, 2.Bevollmächtigte der IG Metall Düsseldorf-Neuss. „Wir erleben jeden Tag motivierte Jugendliche, die starten wollen. Doch zu viele Betriebe halten die Türen geschlossen. So verspielt man Innovationskraft – besonders in einer Region, die von industrieller Stärke lebt.“

 

Industrie spart am Nachwuchs – trotz hoher Transformationsanforderungen

Im Vergleich zu 2019 haben Industriebetriebe bundesweit fast 22 Prozent ihrer Ausbildungsplätze abgebaut. Gerade für Regionen wie Düsseldorf-Neuss, in denen der industrielle Wandel mit Digitalisierung, Elektromobilität und Nachhaltigkeit enorme Anforderungen stellt, sei das fatal.

 

IG Metall fordert Ausbildungsabgabe und mehr Unterstützungssysteme

Um den Trend zu stoppen, fordert die IG Metall eine gesetzliche Ausbildungsabgabe: Betriebe, die ausbilden, sollen gestärkt werden – diejenigen, die sich weigern, müssen ihren Beitrag zur Fachkräftesicherung leisten.

Zudem braucht es nach Ansicht der Gewerkschaft:

  • bessere Berufsorientierung an Schulen

  • starke Jugendberufsagenturen für reibungslosere Übergänge

  • mehr Unterstützung für Jugendliche mit Förderbedarf

 

Vorstandsmitglied Hans-Jürgen Urban mahnt:

„Deutschland steht an einem Wendepunkt. Entweder wir stärken die Ausbildung – oder wir verlieren Kompetenzen, Wettbewerbsfähigkeit und soziale Stabilität. Weiteres Abwarten wäre fatal.“