Entgeltanalyse für ITK-Beschäftigte

6,8 Prozent mehr Verdienst als im Vorjahr: Das ist das Ergebnis unserer aktuellen Entgeltanalyse in tarifgebundenen Betrieben der Informationstechnologie- und Telekommunikationsbranche. Deutlich schlechter sieht es in Betrieben ohne Tarifvertrag aus.

Wie Du im Vergleich zu anderen in der Branche dastehst, erfährst du hier

 

 

Hoffnung auf Weiterführung der Lehrwerkstatt

Ende Juni haben alle Ausbilder im Ausbildungszentrum der Schmolz und Bickenbach GmbH & Co. KG die Kündigung ihrer Arbeitsverhältnisse erhalten. Auch die 156 Auszubildenden sind über die Schließung informiert – und wissen nicht wie und wo sie ihre Ausbildung beenden werden.

Nach Angaben von Volker Consoir, dem Geschäftsführer der IG Metall Düsseldorf-Neuss besteht jetzt aber wieder Hoffnung auf die Weiterführung des überbetrieblichen Ausbildungszentrums. „Wir haben drei Unternehmen, die ernsthaft an einer Weiterführung interessiert sind“, berichtet Consoir beim Treffen von Betriebsräten und Kommunalpolitik am vergangenen Freitag.

Gründe für die Schließung kennen die Betroffenen immer noch nicht, aber das Unternehmen macht klar, dass es an einer Anschlusslösung interessiert ist. „Schmolz und Bickenbach ist seinem Versprechen gegenüber der IG Metall nachgekommen und hat alle Zahlen offengelegt.“, berichtet Kay Kürschner von dem Beratungsunternehmen PCG, das sich mit Unternehmensfortführungen beschäftigt. Drei Jahresbilanzen hat er geprüft und sieht neben der positiven Entwicklung auch noch Potenzial in Bezug auf die Lohnfertigung sowie die Mobilisierung von Drittmitteln. „Die Ausbildungswerkstatt ist kein Zuschussgeschäft, sondern definitiv ein Zukunftsgeschäft“, fasst Consoir zusammen.

Schmolz und Bickenbach führt derzeit bilateral die Gespräche mit den Interessenten und hat durchblicken lassen, sich gegen die symbolische Zahlung von einem Euro von dem Maschinenpark der Werkstatt, die gerade mit modernen IT-Infrastruktur ausgestattet wurde, trennen zu wollen. „Das ist ein gutes Zeichen, aber wir bleiben am Ball. Es ist wichtig, dass die Verbundpartner bei der Stange gehalten werden und vor allem geht es um die Zukunft der 156 Auszubildenden“, sagt Consoir. Auch Udo Fischer, DGB-Vorsitzender im Rhein-Kreis Neuss, sieht nur Vorteile in der Weiterführung: „Die Werkstatt schafft einen Standortvorteil. Davon profitieren alleine 19 Firmen im Stadtgebiet von Neuss, aber auch Betriebe aus Düsseldorf.“

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Vodafone: Tarifabschluss mit Ausblick

Die IG Metall, Betriebsräte und Unternehmensleitung haben sich auch in Zeiten der Corona-Pandemie auf spürbare Sonderleistungen geeinigt: Alle Beschäftigten die unter den Tarifvertrag fallen, erhalten eine zusätzliche Sonderzahlung sowie einen Urlaubstag extra. Die Vereinbarung weist ausdrücklich über die Zeit nach Corona hinaus. Beide Seiten einigten sich darauf, dass die Beschäftigten ab Februar 2021 eine Erhöhung von mindestens 2,0 Prozent erhalten.  Sollte zudem dieses Jahr Kurzarbeit anfallen, wird das Kurzarbeitergeld von Vodafone deutlich aufgestockt.

Mit den vereinbarten Sonderleistungen „sorgen wir gemeinsam für Verlässlichkeit auch in unruhigen Zeiten“, betont IG Metall-Verhandlungsführer Carsten Schuld.
„Wir bleiben unserer Linie in der Tarifpolitik treu und sorgen für gute Vereinbarungen, auch wenn die Lage mal angespannt ist.“ Außerdem haben sich IG Metall und der Arbeitgeberverband Metall NRW darauf geeinigt, den Rahmentarifvertrag Telekommunikation weiterzuentwickeln.

Die weiteren Inhalte des Abschlusses und was unsere Betriebsräte dazu sagen, könnt ihr nachlesen in unserem Flugblatt

Die Uhr tickt.

Bemühungen zur Fortführung des Ausbildungszentrums sind in vollem Gange.

Die Schmolz und Bickenbach GmbH & Co. KG hält weiter an ihrem Entschluss fest, das Ausbildungszentrum an der Eupener Straße Ende dieses Jahres zu schließen.

Nachdem das Thema in der letzten Woche auch im Rat der Stadt Neuss ausführlich diskutiert wurde und sich die Wirtschaftsförderung damit auseinandergesetzt hat, haben sich jetzt noch einmal Vertreter der IG Metall, des DGB Neuss, die Ausbildungsleitung der Schmolz + Bickenbach GmbH & Co. KG sowie der Betriebsratsvorsitzende der Steeltec GmbH getroffen, um über die aktuelle Situation zu diskutieren und Lösungen für die herausfordernde Situation zu finden.

©IG Metall Düsseldorf-Neuss Namen vlnr.: Volker Consoir IG Metall Ddorf-Neuss, Ralf Kruse Ausbildungsleiter S + B, Udo Fischer DGB Neuss, Georg Bliersbach, stellvertr. Ausbildungsleiter, Ibrahim Koc Betriebsratsvorsitzender Steeltec GmbH

Im Vorfeld hatte die IG Metall mit der von der Schmolz und Bickenbach GmbH & Co. KG beauftragten Kanzlei, die mit der Abwicklung des Ausbildungszentrums beauftragt ist, Kontakt aufgenommen. In einem sehr offenen und konstruktiven Gespräch teilt ein Vertreter der Berliner Kanzlei mit, dass man die Schließung grundsätzlich bedauere, jedoch würde man einem etwaigen vertrauenswürdigen Nachfolger keine Steine in den Weg legen. Darüber hinaus versprach man die wirtschaftlichen Kennzahlen umgehend vorzulegen und bat auch weitergehende Unterstützung an, damit die Ausbildung am Standort Neuss nicht zum Erliegen kommt.

Volker Consoir, Geschäftsführer der IG Metall Düsseldorf-Neuss, machte noch einmal deutlich, dass die Zukunft von über 150 Auszubildenden von der Entscheidung abhinge. „Die Prüfungen der Auszubildenden stehen in ein paar Monaten und der Start der neuen Azubis steht im August an. Gerade in diesen Zeiten ist es wichtiger denn je, den jungen Menschen ein positives Signal zu geben, dass ihre Ausbildung sicher ist und wie geplant durchgeführt werden kann“, unterstrich Consoir. Auch die Betriebe und deren Verbundpartner, die im Ausbildungszentrum ausbilden lassen, hoffen auf eine Weiterführung. „Düsseldorf und Neuss als Ausbildungsregionen ist für unseren Standort essenziell wichtig, damit auch wir weiter Azubis einstellen können!

Ohne das Ausbildungszentrum ist das nicht möglich und ohne Ausbildung hat der Standort irgendwann keine Zukunft mehr“, erklärt Ibrahim Koc, Betriebsratsvorsitzender der Steeltec GmbH, die seit Jahren im Ausbildungszentrum erfolgreich ausbilden lassen.

„Die Zeit drängt, aber ein solches Projekt einfach aufzugeben ist keine Option“, machte Udo Fischer, DGB Vorsitzender des DGB Neuss, klar. Alle Anwesenden waren sich am Ende einig, dass das Ausbildungszentrum auf jeden Fall für die Region und die Zukunft der jungen Menschen weitergeführt werden sollte und auch mehr als fortführungswert ist, wenn man qualitativ gut ausbilden möchte.

„Das A und O wird sein, umgehend einen guten, seriösen Träger zu finden, um damit den Verbundpartnern zu zeigen, dass hier am Standort Neuss weiter ausgebildet werden kann“, so Consoir, „sonst werden sich die Betriebe nach Alternativen umschauen oder im schlimmsten Fall nicht mehr ausbilden und damit wäre keinem geholfen!“.

 

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Das letzte Mal

121 Jahre Industriegeschichte in Reisholz gehen zu Ende

Der Stahlarbeiter an sich, ist eher für seine direkte Art bekannt und neigt selten dazu emotional zu werden. In Reisholz war das am vergangenen Freitag anders. In der Halle an der Henkelstrasse wird nach 121 Jahren das letzte Rohr gepresst und dieses letzte Mal treibt allen Anwesenden Tränen in die Augen. „Wir wussten, dass dieser Moment kommt. Aber das hier schmerzt wirklich sehr, obwohl man es so oft gesehen hat. Für uns war das nicht nur ein Job, das hier ist Familie“, sagt Abdullah Yilmaz – Betriebsrat im Werk Reisholz.

Der Aufsichtsrat hatte im Februar, gegen die Stimmen der Arbeitnehmerbank, die Werkschließung zu Mitte dieses Jahres beschlossen. 300 Mitarbeiter waren zuletzt in Reisholz beschäftigt. Die Hälfte der Mitarbeiter hat bereits Aufhebungsverträge unterschrieben und für 70 weitere sind Altersübergangsregelungen gefunden worden. „Das ist mehr als wir erwartet haben“, erzählt Ayhan Üstün – Betriebsratsvorsitzender. „Der sehr gute Sozialplan, aber auch das verlorengegangene Vertrauen ins Unternehmen, machen vielen Beschäftigten den Weggang leichter“, so Üstün weiter. Die verbleibenden Mitarbeiter*innen werden in Rath oder Mülheim unterkommen.

In Reisholz aber ist jetzt Schluss. Das Werksgelände soll schnell verkauft werden und im Juli gehen die letzten Rohre endgültig vom Hof. Zuvor wird das letzte Rohr noch in Form gebracht. Unter den Klängen von Andrea Bocellis „Time to Say Goodbye“ verrichtet die Ziehpresse ihre Arbeit. Es ist wie immer, aber es ist tatsächlich das allerletzte Mal. Die Arbeiter nehmen zum Abschied ihre Helme ab und verneigen sich für das letzte Rohr und für 121 Jahre Industriegeschichte.

Rote Karte für Huf Electronics in Düsseldorf