Internationaler Frauentag

 Anlass

Der Internationale Frauentag am 8. März steht weltweit für den Kampf der Frauen für mehr Gleichberechtigung in der Gesellschaft. Die IG Metall und ihre Betriebsräte nehmen den Internationalen Frauentag zum Anlass, auf die Themen aufmerksam zu machen, mit denen Frauen im Arbeitsalltag konfrontiert sind: Entgeltgerechtigkeit, berufliche Entwicklungsperspektiven und Vereinbarkeit von Arbeit und Leben.

Fakten

Eine Entgeltlücke zwischen Frauen und Männern existiert in der gesamten EU, sie ist in Deutschland aber konstant höher als im EU-Durchschnitt. Und: Je weiter Frauen auf der Karriereleiter nach oben steigen, desto größer wird der Abstand zu den Einkommen der Männer.

Die Aufstiegschancen von Frauen sind in Europa nach wie vor bescheiden. Wenn man den Frauenanteil in den höchsten Entscheidungsgremien börsenorientierter Unternehmen in Europa betrachtet, fällt auf, dass z.B. Norwegen, das schon länger eine gesetzliche Frauenquote hat, einen deutlich höheren Frauenanteil in Aufsichtsratsgremien besitzt.

Eine entscheidende Stellschraube für berufliche Entwicklungsperspektiven ist die Arbeitszeit. Und Teilzeitarbeit in Europa ist weiblich geprägt, wenn auch auf unterschiedlichem Niveau. Im EU-Vergleich zeigt sich hier, dass die Teilzeitquote von Frauen in Deutschland in der Altersgruppe der 25- bis 49-Jährigen im EU-Vergleich besonders hoch ist, worin sich die eher traditionellere Aufgabenteilung gegenüber anderen europäischen Ländern widerspiegelt.

Pflichten des Arbeitgebers

Arbeitgeber haben dafür zu sorgen, dass Benachteiligungen wegen des Geschlechtes verhindert und beseitigt werden. So steht es in § 1 des Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetzes. Das Betriebsverfassungsgesetz verpflichtet den Arbeitgeber mindestens einmal im Jahr auf einer Betriebsversammlung zu erläutern, welche Maßnahmen er ergriffen hat, um die Gleichstellung von Männern und Frauen zu fördern. In seinem Gleichstellungsbericht soll der Arbeitgeber unter anderem die Unterschiede beim Einkommen und der Art der Beschäftigung (Vollzeit/Teilzeit, unbefristet/befristet) darlegen und den Anteil von Frauen in Führungspositionen nennen.

Mitbestimmung des Betriebsrats

Betriebsräte haben eine Fülle von Möglichkeiten, die Benachteiligungen von Frauen abzubauen. Flexible Arbeitszeitmodelle verbessern die Vereinbarkeit von Familie und Beruf für Männer wie Frauen. Die richtige Eingruppierung sorgt dafür, dass gleiche Arbeit auch gleich bezahlt wird. Und mit ihrem Mitbestimmungsrecht bei Einstellungen und Versetzungen können Betriebsräte darauf achten, dass Frauen die gleichen Chancen haben wie Männer. Gleiches gilt für die Aus- und Weiterbildung sowie den beruflichen Aufstieg.

Initiativen der IG Metall

Die Gleichstellung von Frauen und Männern ist ein zentrales Anliegen der IG Metall. Im Rahmen der Kampagne „Wer die Besten will, kann auf Frauen nicht verzichten“ stellt die IG Metall umfangreiches Material zur Verfügung, das die Betriebsräte bei der Durchsetzung der Gleichstellung im Betrieb unterstützt

(→ extranet.igmetall.de/frauenwerbemonat).

Weltweit unterstüzt die IG Metall Gewerkschaften, um faire und gute Arbeitsbedingungen für Männer und Frauen zu erreichen, so z.B. für Textilarbeiterinnen in Asien.

 

Die IG Metall setzt sich ein für

  • flexible, an unterschiedlichen Lebensphasen
    angepasste Arbeitszeitmodelle,
  • ein verbindliches Recht auf Teilzeit und
    Rückkehr in Vollzeit,
  • gleiches Geld für gleichwertige Arbeit,
  • ein Entgeltgleichheitsgesetz,
  • bessere Zugänge zu Qualifizierung,
  • mehr Frauen in Führungspositionen
    durch verbindliche Zielquoten.

Zum Download hier klicken => Faktenblatt-Internationaler_Frauentag