Die Mitarbeiter von HUF Electronics in Düsseldorf Rath sind geschockt. Aus der Presse mussten sie vorgestern erfahren, dass der Automobilzulieferer Huf Hülsbeck & Fürst den Verkauf seiner Düsseldorfer Tochter Huf Electronics in Rath an eine Schweizer Firmengruppe erwägt.

Unterlagen, die der Presse zugespielt wurden, belegen zudem, dass der potenzielle Käufer die Produktionsmittel nach Rumänien verlagern will. Die Nachricht kommt völlig überraschend. Die Angst unter den Beschäftigten, ihren Arbeitsplatz zu verlieren ist groß. Auch bei den Betriebsräten des Velberter Mutterunternehmens Huf Hülsbeck & Fürst waren die Pläne völlig unbekannt.

Am Standort in Rath gibt es bislang keinen eigenen Betriebsrat, und ohne den kann bei einer geplanten Werksschließung kein Interessensausgleich und Sozialplan verhandelt werden – die Beschäftigten sind schutzlos den Entscheidungen der Unternehmensleitung ausgesetzt.

Die Berichterstattung hat jetzt auch die IG Metall Düsseldorf-Neuss auf den Plan gerufen, die ihre Mitglieder bestmöglich in der Situation unterstützen will. „Wir stehen jetzt alle in Alarmbereitschaft“, sagt Karsten Kaus, Geschäftsführer der IG Metall Düsseldorf-Neuss, „die Einleitung der Betriebsratswahl ist dringend notwendig.“ Auch wenn es jetzt von der Unternehmensleitung heißt, dass der Verkauf des Düsseldorfer Standortes nur eine Option ist, die gerade geprüft würde und noch nichts entschieden sei, hat die IG Metall heute alle Beschäftigten bei Huf Electronics zu einer Wahlversammlung am 10. Oktober 2019 eingeladen. „Unserer Mitglieder erhalten von uns jede notwendige Unterstützung. Wir gehen aber davon aus, dass die Betriebsratswahl von der Unternehmensseite nicht behindert wird. Gerade weil es jetzt wichtig ist, dass die Beschäftigten wieder Vertrauen fassen können“ so Dinah Trompeter, zuständige Gewerkschaftssekretärin, weiter.

Auf der Versammlung sind die Beschäftigten dann zur Wahl des Wahlvorstandes aufgerufen, der danach unverzüglich seine Arbeit aufnehmen kann. Die IG Metall wird sich dafür einsetzen, dass der zukünftige Betriebsrat dann alle seine Mitbestimmungsmöglichkeiten voll ausschöpft.