IG Metall Gewerkschaftstag beschließt: Kohleausstieg sozial und gerecht gestalten

Auf Initiative der IG Metall Düsseldorf-Neuss und anderen Geschäftsstellen, die im oder am rheinischen Revier liegen,  hat der 24. Ordentliche Gewerkschaftstag einen Antrag zur Gestaltung des Braunkohleausstiegs beschlossen.

In der Region sind rund 27 000 Arbeitsplätze durch den Braunkohleausstieg bedroht. Etwa 6000 davon entfallen auf industrielle Zuliefer- oder Dienstleistungsunternehmen, die im Wesentlichen dem Organisationsbereich der IG Metall angehören. Klar ist- auch hier darf niemand ins Bergfreie fallen.

Der geforderte Kohleausstieg und ein verschärfter europäischer Emissionshandel würden das sofortige Aus für die Aluminium- und Stahlwerke hier in der Region bedeuten. „Neben den Zulieferern und Dienstleistern setzen wir uns auch für die Beschäftigten der energieintensiven Industrie in der Region ein. Auch hier gibt es massive Risiken für tausende Arbeitsplätze, angesichts der bereits kurzfristig absehbaren Einschränkungen der Verfügbarkeit von Strom zu verlässlichen Bedingungen und wettbewerbsfähigen Kosten“ sagt Volker Consoir, Geschäftsführer IG Metall Düsseldorf-Neuss.

Aus diesem Grund habe der Gewerkschaftstag beschlossen, dass sich die IG Metall dafür einsetzen wird, dass Beschäftigte in solchen Unternehmen, im Falle des Verlustes ihres Arbeitsplatzes resultierend aus dem Kohleausstieg eine Leistung vergleichbar zum „Anpassungsgeld Bergbau“ für die originär beim bergbautreibenden Unternehmen beschäftigten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter erhalten. Zudem müssten Zulieferer aus Mittelstand und Handwerk bei der Entwicklung von Zukunftsperspektiven unterstützt und Qualifizierungsmaßnahmen für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer für die neuen Herausforderungen geschaffen werden.

Die IG Metall setze sich außerdem dafür ein, dass in der Region ein Fokus auf Schaffung neuer regionaler Wertschöpfungsketten, Entwicklung neuer industrieller Kerne sowie die Sicherung regionaler Energieversorgung gelegt werde und gute Arbeit im Revier bleibt.

Consoir betont, dass eine zuverlässige Energieversorgung der energieintensiven Industrie zu wettbewerbsfähigen Preisen bei gleichzeitiger Klima- und Umweltverträglichkeit gewährleistet sein muss. Ziel müsse es sein, dem Deinvest in den Unternehmen entgegen zu wirken, die energieintensive Industrie zu modernisieren und auch langfristig im Rheinischen Revier zu halten und auszubauen. Neben stabilen energiepolitischen Rahmenbedingungen als Grundlage unserer energieintensiven Industrie am Standort NRW benötigen wir weitere Entwicklung derselben durch Investition in wichtige Zukunftsfelder beim Klimaschutz (Elektromobilität und Leichtbau) sowie bei der Rohstoffeffizienz (z. B. Recycling).

Die IG Metall wird sich auf Grundlage dieses Antrags nun intensiv in die politische Debatte einbringen, um sichere Perspektiven für die Beschäftigten im industriellen Energieland NRW zu geben.

Den Initiativantrag findet ihr hier