Faire Tarifstandards sind Voraussetzung für die Zukunft des Handwerks

Sprockhövel – Mehr als 100 Betriebsrätinnen und Betriebsräte aus den verschiedenen Handwerksbetrieben in Nordrhein-Westfalen nehmen an der IG-Metall Handwerkskonferenz teil. Die betrieblichen Interessenvertreterinnen und –vertreter aus den unterschiedlichen Gewerken, unter anderem Elektro-, KFZ-, Schlosser- und Landmaschinenhandwerk, stellen sich den betrieblichen und tarifpolitischen Herausforderungen im Handwerk. Ziel ist es, durch eine gute und vernünftigte Kooperation von Gewerkschaften, Politik und Arbeitgebern die Position der Branche in Nordrhein-Westfalen zu stärken. Mit einer Beschäftigtenzahl von rund 1,1 Millionen zählt die Handwerksbranche zu den zentralen Arbeitsfeldern in Nordrhein-Westfalen. Für die IG Metall Nordrhein-Westfalen ist sie damit von äußerster Bedeutung und bietet eine Vielzahl von betrieblichen und tarifpolitischen Handlungsfeldern.

Betriebliche Interessensvertretung und gewerkschaftliches Handeln erfordert in den, im Vergleich zur Industrie, meist klein- und mittelständisch geprägten Handwerksbetrieben ein hohes Durchsetzungsvermögen und eine lange Ausdauer. Damit die Branche im Wettbewerb um die Fachkräfte Schritt halten kann, sind ordentliche Tarifverträge, ein faires Einkommen und anständige Arbeitsbedingungen die Voraussetzung. Tarifpolitisch hat die IG Metall in der Handwerksbranche beachtliche Erfolge vorzuweisen. So erhalten die Beschäftigten im Schlosserhandwerk beispielsweise in zwei Schritten Lohnerhöhungen von insgesamt 5,4 Prozent. Erstmalig gibt es eine Übernahmegarantie für die Ausgebildeten.

IG Metall NRW-Bezirksleiter Knut Giesler: „Wir sind im Handwerk einen guten Schritt vorangekommen und blicken optimistisch in die Zukunft. Im Elektrohandwerk haben wir in einem Tarifvertrag das erste Mal „Qualifizierung“ genau definiert. So kann zusätzliche Arbeitszeit nur für zuvor definierte Weiterbildungsmaßnahmen eingesetzt werden. Das macht im Ergebnis die Branche für Beschäftigte weiterhin attraktiv und führt zu einer höheren Wettbewerbsfähigkeit.“ Bezugnehmend auf die zukünftigen Herausforderungen führt Giesler weiter aus: „Wir pochen darauf, dass es im Handwerk zu einer Ausweitung der Tarifbindung kommt. Hier erwarten wir auch von der Arbeitgeberseite, dass uns keine Steine in den Weg gelegt werden. Denn an der Zukunftsfähigkeit des Handwerks dürften auch sie interessiert sein.“

Im Laufe des Jahres 2017 stehen im Handwerk eine Vielzahl von Tarifrunden an. Unter anderem verhandelt die IG Metall Nordrhein-Westfalen für die Beschäftigten im Elektro- und Schlosserhandwerk sowie für das Sanitär-Heizung-Klima-Gewerk.

Annika Leenen |IG Metall-Bezirksleitung NRW | Roßstr. 94, 40476 Düsseldorf

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