Schokolade, Streik und Schichtarbeit

Mit einer kleinen Überraschung zu Nikolaus macht man wohl Jedem eine Freude. Genau das dachten sich auch die Betriebsräte und Vertrauensleute der Hydro Aluminium Rolled Products GmbH in Grevenbroich, als sie ausgestattet mit Schokonikoläusen, Umfragekarten und jeder Menge Informationen zur Arbeitszeitforderung aus der aktuellen M+E-Tarifrunde am vergangenen Mittwoch eine große Infoaktion am Werkstor starteten.

Willst Du mit mir Warnstreiken gehen?

Knapp drei Wochen vor Ablauf der Friedenspflicht ging es den Aktiven bei Hydro  darum die Beschäftigten nochmal auf die zu erwartenden Warnstreiks einzustimmen. Über vorbereitete Karten, mit der einfachen, aber entscheidenden Frage: „Willst Du mit mir Warnstreiken gehen?“, fragten sie deshalb symbolisch die Unterstützung der Beschäftigten ab. Die Resonanz der Beschäftigten auf die Frage war durchweg positiv und es wurden viele Fragen rund um das Thema Warnstreiks und Tagestreiks gestellt und beantwortet. Die spätere Auswertung hat dann übrigens gezeigt, dass auf die Beschäftigten der Hydro wie immer Verlass ist und die Unterstützungsbereitschaft auch in dieser Tarifrunde sehr groß ist.

Entlastung für Schichtarbeiter

Die Aktion am Werkstor wurde von den Betriebsräten und Vertrauensleuten vor allem genutzt, um nochmals über die Arbeitszeitforderung, mit dem Fokus auf Beschäftigte in Schichtarbeiter, zu informieren. Der überwiegende Teil der Beschäftigten bei Hydro arbeitet im Schichtdienst und dass ein Leben lang Schichtarbeit schlaucht und die Gesundheit gefährdet ist den Beteiligten klar, denn es gibt genügend anschauliche Beispiele von erkrankten Kolleginnen und Kollegen. Die Betriebsräte machten daher an diesem Morgen klar, dass mit der Forderung nach verkürzter Vollzeit, vor allem die besonders belasteten Schichtarbeiter entlastet werden sollen.

In ihren Gesprächen mit den Beschäftigten wiesen die Vertrauensleute zusätzlich darauf hin, dass die Tarifforderung auch einen finanziellen Ausgleich umfasst, wenn Schichtarbeiter ihre Arbeitszeit reduzieren, damit sich Alle die kürzere Arbeitszeit auch leisten können. Die Arbeitszeitreduzierung selbst soll verblockt möglich sein und zu mehr Freischichten führen.

Die Gespräche haben gezeigt, dass das Bedürfnis der Beschäftigten nach selbstbestimmten Arbeitszeiten mit mehr Freiräumen für sich selbst, Familie und Freunde, auch bei Hydro groß ist. Für die Vertrauensleute und Betriebsräte war deshalb nach der Aktion und dem positiven Feedback klar, dass die Nikolausaktion nicht die letzte Infoaktion am Werkstor bleiben wird.

 

Begleitaktion zur Zweiten Verhandlungsrunde

Zur Zweiten Verhandlungsrunde in Wuppertal wollen wir den Arbeitgebervertretern einen eindrucksvollen Empfang bereiten. Sei mit dabei und zeige mit uns gemeinsam, dass wir bereit sind für unsere Forderungen zu kämpfen!

Um möglichst zahlreich in Wuppertal vertreten sein zu können hat die Geschäftsstelle 3 Busse organisiert. Die Routen und Abfahrtszeiten findest Du unten.

Wenn Du mit dabei sein willst, dann melde dich einfach bis zum 13.12.2017 mit einer Email an: heinz.hassel@igmetall.de an und sag‘ uns, an welchem Treffpunkt Du zu uns stößt.

Route A:

Treffpunkt: Daimler Werk Tor 1, Rather Straße 51, 40468 Düsseldorf

Abfahrtszeit: 12:00 Uhr

 

Route B:

Treffpunkt 1: AluNorf, Koblenzer Str. 120, 41468 Neuss

Abfahrtszeit: 11:30 Uhr

Treffpunkt: 2 Hille & Müller, Am Trippelsberg 48, 40589 Düsseldorf

Abfahrtszeit: 11:50 Uhr

Treffpunkt 3: Kiepe Electric, Ecke Spangerstraße / Bublitzer Straße

Abfahrtszeit: 12:00 Uh

Treffpunkt 4: Komatsu und Kone Cranes, Hasselerstraße (Höhe Lidl)

Abfahrtszeit: 12:10 Uhr

 

Route C:

Treffpunkt 1: Hydro, Aluminiumstraße 1, 41515 Grevenbroich

Abfahrtszeit: 11:30 Uhr

Treffpunkt 2: Schmolz&Bickenbach,  Gladbacher Str. 455, 41460 Neuss

Abfahrtszeit: 12:00 Uhr

 


Miteinander für Morgen – Auftakt in die Tarifrunde 2018

©Bernd Röttgers

Mit ihrer Auftaktveranstaltung im Düsseldorfer DGB Haus hat die IG Metall Düsseldorf-Neuss am 17.11.2017 zusammen mit mehr als 50 IG Metall Betriebsräten und Aktiven aus den Betrieben der Metall- und Elektroindustrie die Tarifrunde 2018 eingeläutet.

 

Fit für die Tarifrunde 2018

Mit kurzen Inputreferaten und einem abschließenden Kommunikationstraining bot die Veranstaltung allen Teilnehmern die Gelegenheit sich auf die laufende Tarifrunde und die bevorstehenden Warnstreiks umfassend vorzubereiten.

Zur Einstimmung auf die Tarifrunde stand zu Beginn der Veranstaltung eine kurze Rückschau von Richard Rohnert, Tarifkoordinator der IG Metall NRW und Mitglied der Verhandlungskommission,  zur ersten Verhandlungsrunde vom Vortag in Dortmund auf dem Plan. Er berichtete, dass die Metallarbeitgeber die Forderungen weiterhin als überzogen bewerten und insbesondere das Recht der Beschäftigten auf selbstbestimmte Arbeitszeiten kategorisch ablehnen. Abschließend forderte er die Mitglieder und Aktiven der IG Metall Düsseldorf-Neuss auf, die Zeit jetzt zu nutzen, um in den Betrieben alles für die anstehenden Warnstreiks und Tagesstreiks vorzubereiten.

Was bei der Durchführung von Warnstreiks, Tagesstreiks bzw. Streiks alles zu beachten ist, wurde im Anschluss in Form einer kleinen Arbeitskampfschulung anhand von plakativen und praktischen Beispielen aufgezeigt.

©Bernd Röttgers

Neben den allgemeinen rechtlichen Rahmenbedingungen wurde hier der Fokus vor allem auf die neue Streikform der IG Metall – den 24-Stunden-Streik und die Möglichkeit des Einsatzes von neuen Arbeitskampfformen gelegt. Besonders Letzteres, regte die Teilnehmer im Anschluss zu einer guten Diskussion mit vielen kreativen Beispielen für ihre betrieblichen Warnstreikaktionen an.

© Bernd Röttgers

 

Es ist Zeit für gute Gespräche

Zum Abschluss ging es für alle Teilnehmer in Kommunikations-Workshops. Hier konnte mit Hilfe von drei Kommunikationstrainern die Auseinandersetzung mit den Tarifforderungen im direkten Gespräch geübt und verbessert werden. Den Teilnehmern wurde auf einfache Weise aufgezeigt, wie sie sich noch bewusster und erfolgreicher den Diskussionen mit ihren Kolleginnen und Kollegen stellen können. Am Ende waren sich alle einig darüber, dass man viel erreichen kann, wenn man nur mal drüber redet.

Die Weichen für die Tarifrunde sind gestellt. Die zweite Verhandlungsrunde steht für den 14.12.2017 in Wuppertal an und die Vorbereitungen in unseren Betrieben für die heiße Phase Anfang 2018 laufen auf Hochtouren.

 

In der Tarifrunde auf dem Laufenden bleiben! Hier klicken!

 

Wahloption auf kürzere Arbeitszeit – gut gegen Fachkräftemangel

Nur mit modernen Arbeitszeiten können Unternehmen Fachkräfte halten und neue gewinnen.

  • Trotz Anstiegs der Erwerbstätigen gibt es in Deutschland ein beträchtliches ungenutztes Arbeitskräftepotenzial. Den größten Anteil stellen die 2,6 Mio. Unterbeschäftigten. Das sind Erwerbstätige, die ihre Arbeitszeit gerne aufstocken würden und auch kurzfristig zur Verfügung stünden. Die Arbeitszeit reduzieren wollen demgegenüber nur 1,2 Mio. sogenannte Überbeschäftigte.
  • Weitere ungenutzte Fachkräftepotenziale: Laut IG Metall-Befragung sind fast 25 % der Frauen und 14 % der Männer in der MuE-Industrie unter ihrer Qualifikation beschäftigt. Die Arbeitszeitaufstockung von Frauen in ungewollter Teilzeit brächte bis zu 1,2 Mio. Vollzeitäquivalente. Eine gute Vereinbarkeit von Familie und Beruf fördert die Erwerbsbeteiligung von Frauen und bringt dadurch mehr Fachkräfte. Nicht zuletzt: Immer noch finden viele Bewerber keinen Ausbildungsplatz.

  • Die Wahloption auf verkürzte Vollzeit macht Unternehmen für Fachkräfte attraktiver. Sie unterstützt die Vereinbarkeit von Arbeit und Privatleben und verhindert durch Gesundheitsförderung, dass Fachkräfte ausfallen. Das Rückkehrrecht führt dazu, dass Fachkräfte nicht in der Teilzeitfalle stecken bleiben.

 

Tarifrunde Metall+Elektro 2018: Mehr Zeit für Kinder

Öfter mal selbst bestimmen, wann es nach Hause zu den Kids geht: Auch darum geht es bei der Metall-Tarifrunde.

Wahloption: Ausgleich für Schichtarbeit und andere belastende Arbeitszeiten.

Kürzere Arbeitszeit und mehr Freischichten reduzieren die Belastung.

• Beschäftigte, die regelmäßig in Schicht arbeiten oder versetzte Arbeitszeiten haben, berichten häufiger von gesundheitlichen Beschwerden als Beschäftigte, die normale Arbeitszeiten – zwischen 7 und 19 Uhr – haben. Vor allem bei Schichtarbeit nimmt die gesundheitliche Belastung zu und zeigt sich deutlich in Form von Rückenschmerzen, Müdigkeit und Erschöpfung.

• Arbeit in Schicht oder zu untypischen Zeiten ist nicht nur eine gesundheitliche, sondern auch eine soziale Belastung. Denn die Beschäftigten arbeiten zu Zeiten, in denen normalerweise das Familienleben oder andere soziale Aktivitäten stattfinden. Der Arbeitszeitreport 2016 der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BauA) zeigt, dass Schichtarbeit die Work-LifeBalance stark belastet.

• Kürzere Arbeitszeiten, vor allem in Form von mehr frei wählbaren freien Tagen, können helfen Belastungen zu reduzieren. Deshalb empfiehlt die Arbeitswissenschaft, bei Schichtarbeit mehr freie Tage im Jahr vorzusehen als z.B. bei Tagarbeit. Die Beschäftigten erholen sich besser und sind gesünder. Das senkt Fehlzeiten und fördert das Wohlbefinden – auch weil mehr Zeit für Kinder und Familie, Hobby oder Verein bleibt.

Schichtarbeit. Wenn Arbeitszeiten das Leben bestimmen.

 

Mehr Freiheit bei der eigenen Freizeit. Michael Grünert ist Schichtarbeiter. Viele Nächte arbeitet er durch, füllt Kisten nach und macht Qualitätsprüfung. Eine große Belastung. Sein Wunsch: Mehr Freiheit über die eigene Freizeit. Und er ist sich sicher: Auch Unternehmen würden von besseren Arbeitszeitregelungen profitieren.
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Arbeitszeit: Das wollen Beschäftigte in Schichtarbeit. Unsere große Beschäftigtenbefragung zeigt: Die meisten Schichtarbeiter wünschen sich, ihre Freischichten frei einteilen zu können, doch nur etwa die Hälfte kann das. Was ist den Beschäftigten in Schichtarbeit bei ihrer Arbeitszeit sonst noch wichtig? Hier sagen wir es.
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Schichtarbeit: Was jeder selbst tun kann.Schichtarbeit bedeutet vor allem eins: Stress für den Körper. Die Folgen können Schlafstörungen, Herz-, Kreislauf- und Magen-Darm-Erkrankungen sein. Meist leiden auch Freizeit, Familie und Freunde. Mit diesen Tipps fällt Betroffenen der Taktwechsel leichter.

Wie gesundheitsverträglich sind unsere Arbeitszeiten?

Arbeitszeit ist seit jeher ein umkämpftes Terrain. Seit Beschäftigte sich mit ihren Gewerkschaften für eine Verbesserung ihrer Arbeitsbedingungen einsetzen, ist Arbeitszeit Gegenstand von Auseinandersetzungen.

Es geht um Macht- und Verteilungsfragen: Wer bestimmt über die Zeit? Wer bestimmt darüber, wann und wie lange von wem gearbeitet wird? Arbeitszeiten entscheiden darüber, wer zu welchen Bedingungen am Erwerbsleben teilhaben kann. Es geht um Beschäftigungs- und Einkommenssicherung und um die Frage, wie Arbeit und Privatleben miteinander vereinbart werden können. Und nicht zuletzt entscheiden Arbeitszeiten über die Gesundheit und wie lange die Menschen ihren Job machen können.

Bereits zum 4. Mal legt die IG Metall mit ihrem aktualisierten Arbeitszeit-TÜV® eine Arbeitshilfe vor, mit dem Arbeitszeiten im Betrieb problemlos analysiert und Arbeitszeitprobleme aufgedeckt werden können. Dazu bietet er einen umfassenden Überblick über die aktuelle Situation der Arbeitszeiten in Deutschland, stellt die aktuellsten arbeitswissenschaftlichen Erkenntnisse zu den Auswirkungen der Arbeitszeit auf die Gesundheit dar und bietet mit dem Befragungs-Tool am Ende ein Werkzeug an, das es ermöglicht alle Beschäftigten in die Analyse mit einzubeziehen.

Den kompletten Arbeitszeit-TÜV® findest Du hier: > Arbeitszeit-TÜV®<

oder online unter: www.gesunde-arbeitszeiten.de

 

 

Entgeltforderung: So setzt sie sich zusammen

GUTE ARGUMENTE II
Die IG Metall setzt ihren verlässlichen Kurs in der Tarifpolitik fort

Wir stellen Euch aus der Reihe „Gute Argumente zur Tarifrunde“ eine Infografik für die Diskussion und Mobilisierung im Betrieb zur Verfügung.

IG Metall NRW beschließt Tarifforderung: 6 Prozent mehr Entgelt und Wahloption zur Absenkung der Arbeitszeit

Die Tarifkommission für die Metall- und Elektroindustrie in Nordrhein-Westfalen hat heute in Sprockhövel die Forderung für die Metall- und Elektroindustrie beschlossen.

Neben der Forderung auf Erhöhung der Entgelte um 6 Prozent wurde außerdem eine Wahloption zur Absenkung der Arbeitszeit beschlossen. Alle IG Metall-Mitglieder sollen zukünftig einen individuellen Anspruch erhalten, ihre Arbeitszeit ohne Begründung für zwei Jahre auf bis zu 28 Stunden in der Woche absenken zu können.

Bestimmte Gruppen – Schichtarbeiter etwa oder Beschäftigte, die Kinder unter 14 Jahren betreuen oder Angehörige pflegen – sollen dafür auch einen Entgeltausgleich bekommen.

Darüber hinaus verlangt die Tarifkommission, dass in den Verhandlungen über einen vergüteten freien Tag je Prüfungstag für Auszubildende und dual Studierende gesprochen wird.

Auch bei den Tarifkommissionsmitgliedern der Geschäftsstelle Düsseldorf-Neuss trifft der Forderungsbeschluss auf volle Zustimmung. „Die Entgeltforderung beteiligt die Beschäftigten angemessen an den guten Gewinnen der Unternehmen. Und mit der Arbeitszeitforderung haben wir eine moderne Forderung, die es endlich allen Beschäftigten ermöglicht ohne Zustimmung des Arbeitgebers ihre Arbeitszeit an kurzfristige Ereignisse anzupassen und die gleichzeitig ein Rückkehrrecht auf Vollzeit garantiert“ äußert sich Peter Zeise, Betriebsratsvorsitzender der Siemens AG in Düsseldorf und Tarifkommissionsmitglied, im Anschluss an die Sitzung in Sprockhövel.

Das letzte Wort hat am 26. Oktober 2017 der Vorstand der IG Metall, der dann endgültig über die Forderung entscheiden wird. Erstmals wird über den neuen Tarifvertrag für die etwa 700.000 Beschäftigten der Metall- und Elektroindustrie in NRW am 16. November 2017 in Dortmund verhandelt.

 

Hier findest Du weitere Informationen zu unseren Forderungen:

Forderungsübersicht

Erklärbroschüre zur Arbeitszeitforderung