Neuigkeiten, die Angestellte betreffen

Atos: Umfangreiches Verhandlungsergebnis erzielt

In der letzten Verhandlungsrunde gelang endlich der Durchbruch: Nach dem Atos auf seine überzogenen Forderungen an die finanzielle Beteiligung der Arbeitnehmer verzichtete, konnte ein gutes Paket als Fundament für eine erfolgreiche Transformation verhandelt und abgeschlossen werden.

Das Verhandlungsergebnis ist noch kein abschließendes Ergebnis. Es wird in den nächsten Tagen den Mitgliedern der IG  Metall-Tarifkommission und den Vertrauensleuten zur Verfügung gestellt, und nach einer Diskussion mit den Mitgliedern wird von der IG  Metall-Seite die Tarifkommission Ende August abschließend entscheiden. Zusätzlich müssen die Vereinbarungen in Tarifvertragstexte umgesetzt werden, aus denen sich dann auch ein unmittelbarer Anspruch für die Mitglieder selbst ergibt.

Kern der Einigung ist der Umbau des Unternehmens ohne Restrukturierung und betriebsbedingten Personalabbau. Stattdessen hat Atos/Unify zugesagt, eine großangelegte Qualifizierungsoffensive durchzuführen.

Das Verhandlungsergebnis in der Übersicht findest Du in unserer aktuellen TarifInformation

 

Warnstreik bei Unify und Atos: Mitarbeiter fürchten um ihre Jobs

In einem langen Protestmarsch und einer anschließenden Kundgebung vor den Türen des Atos-Standortes in Essen machten die Beschäftigten von Atos/Unify jetzt ihrem Unmut Luft. Sie waren aus Düsseldorf und Gelsenkirchen angereist, um lautstark zu protestieren und den Arbeitgeber aufzufordern, sich in den Verhandlungen mit der IG Metall endlich zu bewegen. Auch in anderen Atos/Unify Lokationen wurde und wird gestreikt, um die IG Metall bei den aktuellen Verhandlungen zu unterstützen.

Atos plant einen gigantischen Unternehmensumbau, um sich für die Zukunft aufzustellen. Dazu will der Arbeitgeber bundesweit 1600 Arbeitsplätze abbauen und die gleiche Anzahl in andere Unternehmen outsourcen. Finanzieren sollen das – wenn es nach dem Willen der Geschäftsführung ginge – zu einem großen Anteil die Beschäftigten selbst. Rund 75% der Kosten will Atos/Unify auf die Belegschaft abwälzen, in dem diese auf Entgelt und freie Tage – der Forderungskatalog der Arbeitgeber ist groß – verzichten sollen.

Kompensationsangebote hat der Arbeitgeber in den Verhandlungen bisher keine gemacht. Die IG Metall fordert unter anderem langfristige Sicherheiten für die Beschäftigten und sozialverträgliche Angebote für diejenigen, die Atos/Unify verlassen sollen.

Die Verhandlungspartner kommen jetzt in Hamburg zur letzten geplanten Tarifverhandlung zusammen.

Ob es zu einem Tarifabschluss zur Transformation kommt, ist fraglich, denn noch liegen die Positionen sehr weit auseinander.

Vodafone-Betriebsräte befürchten Jobabbau

Die Arbeitnehmervertreter befürchten unfaire Konkurrenz durch den Neuling United Internet (1&1), der am Mittwoch Frequenzen für ein eigenes Mobilfunknetz ersteigert hat. Auf dem Land will United aber die Netze der etablierten Wettbewerber nutzen.

Nachdem es United Internet am Mittwoch geschafft hat Frequenzen zum Betrieb eines vierten Mobilfunknetzes in Deutschland zu erringen, befürchten die Arbeitnehmervertreter der etablierten drei Netzbetreiber bei ihren Unternehmen massiven Jobabbau. Tausende Stellen seien gefährdet.

Was die Vodafone-Betriebsräte aus den Standorten Ratingen und Düsseldorf für die Beschäftigten hier in der Region befürchten lest ihr hier

Vodafone: Podiumsdiskussion zum 5G – Netzausbau

Die Konzernbetriebsratsvorsitzenden der Mobilfunknetzbetreiber trafen sich in Düsseldorf, um mit der Politik die Zukunft der Branche und die Bedingungen der 5G Auktion zu besprechen. Die Konzernbetriebsratsvorsitzenden fordern gemeinsam, dass eine Ermächtigung für ein verpflichtendes lokales Roaming in Deutschland auch bei zukünftigen Änderungen des Telekommunikationsgesetz (TKG) endgültig vom Tisch kommt. Marktlösungen wie festgelegte Verhandlungsgebote zwischen den Akteuren am Markt reichen aus und müssen immer den Vorzug haben. „Gute Netze und Gute Arbeit sind für uns untrennbar miteinander verbunden!“, waren sich die drei Konzernbetriebsratsvorsitzenden von Vodafone Deutschland GmbH, Deutscher Telekom AG und der Telefónica Deutschland Holding AG – Konkurrenten im Markt – einig.

Welche Forderungen die Konzernbetriebsratsvorsitzenden an den Standort Deutschland und die Politik haben lest ihr in unserem ausführlichen Bericht

Starkes Tarifergebnis bei Vodafone

Der Entgelttarifabschluss der IG Metall aus dem letzten Jahr mit der Erhöhung um 4,3 % sieht eine Laufzeit bis ins nächste Jahr vor. An die T-Zug Komponente (Einmalzahlung 27,5 %) des Tarifabschluss ME fühlte sich Vodafone nicht gebunden, da sie kein Bestandteil des Rahmentarifvertrages telekommunikation ist.

Trotzdem haben die IG Metall und Vodafone Gespräche über eine Anpassung im Jahr 2019 aufgenommen.

400 Euro Einmalzahlung und dauerhaft am 24.12. und 31.12 . arbeitsfrei
In den darauffolgenden Tarifgesprächen konnten wir folgendes Tarifabkommen vereinbaren:

  • Einmalzahlung in Höhe von 400 Euro brutto in den Kalenderjahren 2019 und 2020 (Auszahlung 30.08.).
  • Grundsätzlich arbeitsfrei am 24.12. und 31.12. Diese Regelung für Vodafone gilt erstmals in 2019 und nimmt dann dauerhaft an der Laufzeit des RTV Telekommunikation teil.
  • Die Tarifvertragsparteien werden ab Herbst 2020 Verhandlungen über eine mögliche Neugestaltung von Regelungen des RTV Telekommunikation aufnehmen.
  • Das Tarifabkommen beinhaltet weiterhin: „Die Tarifvertragsparteien stimmen hiermit der GBV „Vereinbarung zur Ergänzung der GBV Entgeltsystematik für Mitarbeiter mit Provisionsvergütung in den Geschäftsbereichen Consumer und Wholesale“ vom 8. Dezember 2016 zu.“

Somit haben wir gemeinsam ein ordentliches Tarifergebnis erzielen, welches die Einmalzahlung von 100 Euro für den Zeitraum von Januar bis März 2018 und die vereinbarte Entgelterhöhung aus der Fläche in Höhe von 4,3 Prozent in 2018 ergänzt.

Das ganze ergebnis im Überblick findest Du nochmal in unserem Mitglieder-Flyer

1. Mai: Angestelltenausschuss mit dabei

Der Angestelltenausschuss beteiligte sich an der Mai Demo mit einem eigenen Banner. Er machte damit auf eines seiner Schwerpunktthemen aufmerksam: Möglichkeiten der wirksamen Beschränkung ausufernder Arbeitszeiten.

Wer beim Angestelltenausschuss mitmachen will, ist herzlich willkommen. Nähere Infos gibt’s bei Ulrike Saaber (ulrike.saaber@igmetall.de).

 

Protest bei ZF/TRW Werk auf Schalke

Es ging heftig zu auf der außerordentlichen Betriebsversammlung im Schalker ZF-Werk! Am vergangenen Donnerstag verkündete die Geschäftsführung der Belegschaft die Schließung des Standortes zum Jahresende 2018. Die Beschäftigten reagierten wütend und empört.

Der ZF-Konzern hatte TRW erst 2015 aufgekauft. Die Beschäftigten hatten damals große Hoffnung in den neuen Eigentümer gelegt, weil sie große Chancen zum Ausbau des Geschäfts sahen. Nun aber die Hiobsbotschaft der Geschäftsleitung: der Schritt der Schließung sei unausweichlich, denn die Wirtschaftlichkeit des Standortes sei nicht mehr gegeben. Der von der IG Metall beauftragte Wirtschaftsprüfer sieht das, nach Prüfung der Sachlage, allerdings anders.

Schon zum Jahresende soll nach Aussage der Geschäftsführung der Produktionsteil der ehemaligen TRW auf Schalke geschlossen werden. Von den rund 500 Beschäftigten am Standort seien aber „nur“ rund 350 Beschäftigte betroffen, beschwichtigt die Geschäftsführung. Dass der Kelch an den restlichen 150 Mitarbeitern vorübergeht, mag aber keiner so recht glauben. Fragen der Belegschaft wozu man ohne Produktion vor Ort noch eine Logistikabteilung braucht und wo die Auszubildenden eingesetzt werden sollen, blieben unbeantwortet. Auch den beruhigenden Aussagen der Geschäftsführung zu Übernahmemöglichkeiten in andere Betriebe wurde mit äußerster Skepsis begegnet. Von der Schließung Betroffene sollen angeblich auch im Düsseldorfer Betrieb einen neuen Job finden. Dabei handelt es sich in Düsseldorf um einen reinen Entwicklungsbetrieb und keinen Produktionsstandort.

Zur Unterstützung der Belegschaft waren ZF/TRW-Gesamtbetriebsräte aus ganz Deutschland, sowie Vertreter der IG Metall, des DGB und der Lokalpolitik gekommen, um ihre Solidarität zu bekunden. Auch aus dem Düsseldorfer Entwicklungsbetrieb in Oberkassel waren Betriebsräte zur Unterstützung in Gelsenkirchen. Alle gemeinsam forderten von der Geschäftsführung die Rücknahme der Fehlentscheidung und beteiligten sich im Anschluss am Protestzug durch die anliegenden Straßen.

Es ist davon auszugehen, dass diese einmalige Aktion den Konzern nicht zum Umdenken bewegt. Belegschaft und IG Metall sind jedoch gewappnet für eine weitere und größere Offensive und entschlossen die Pläne der Geschäftsleitung zu verhindern!

Streikprobe in der Mittagspause

Gestern nutzten die Beschäftigten des ATOS-Konzerns, zu dem auch der in Düsseldorf ansässige Unify-Betrieb gehört, ihre Mittagspause aktiv für eine kleine Demonstration vor ihrem Betrieb.Mit der Aktion unterstrichen die Beschäftigten ihre Forderung in der aktuell laufenden Tarifverhandlung für die ATOS-Gesellschaften, nach Übernahme der in der Metall- und Elektroindustrie erzielten Tariferhöhung.

In den bisherigen Sondierungsgesprächen hat die ATOS-Geschäftsführung der IG Metall-Verhandlungskommission völlig unakzeptable Vorschläge für eine modifizierte Übernahme der Entgelterhöhung vorgelegt.Die derzeit gültigen Tarifverträge sehen grundsätzlich eine automatische Übernahme der Entgelterhöhungen in der Metall- und Elektroindustrie mit einmonatiger Verspätung vor, bieten dem Arbeitgeber aber gleichzeitig die Möglichkeit, von der Erhöhung abzusehen, sofern die Entwicklung in der IT-Industrie anders verläuft als in der Metall und Elektro-Branche. Von dieser Abweichungsmöglichkeit versucht die Arbeitgeberseite derzeit Gebrauch zu machen, bisher jedoch ohne Argumente dafür zu liefern!

Die Belegschaften wollen mit den in dieser Woche bundesweit laufenden Aktionen die Verhandlungskommission der IG Metall unterstützen und dem Arbeitgeber unmissverständlich klar machen, dass er sich im Fall der Nicht-Übernahme der Entgelterhöhung auf einen harte Tarifauseinandersetzung einstellen muss.

Bevor morgen Nacht (12.04.2018) die Friedenspflicht endet, treffen sich noch einmal die Verhandlungspartner, um einen letzten Versuch für eine gütliche Einigung zu machen. Falls dieser scheitern sollte, sind die ATOS-Beschäftigten in Düsseldorf auf jeden Fall bereit für Streik!

 

ATOS- und Unify-Beschäftigte am Düsseldorfer Standort am Seestern

Auch in einer Außenstelle beim Kunden in Meckenheim wird demonstriert

Zoff im ZTE Konzern im Vorfeld der BR-Wahlen

Einstweilige Verfügung gegen Wahlvorstand vor dem LAG abgeschmettert

Davor fürchten sich viele Wahlvorstände: Dass ihre Beschlüsse und Entscheidungen vor Gericht angefochten werden.

Aber auch in diesem Fall hat sich wieder gezeigt, dass diese Ängste nicht sein müssen: Wenn der Wahlvorstand seine Entscheidungen wohlüberlegt und nach bestem Wissen und Gewissen fällt, ist er auf der sicheren Seite.

Es war ein eher ungewöhnliches Begehren, mit dem sich der Wahlvorstand bei der NAS, einer Tochter des chinesischen Telekommunikationsausrüsterkonzerns ZTE, befassen musste: Mehrere Beschäftigte, die der Wahlvorstand als leitende Angestellte identifiziert hatte, wollten in die Wählerliste aufgenommen werden und erhoben Einspruch. Die Mitglieder des Wahlvorstands forderten weitere Unterlagen an, prüften erneut und äußerst gründlich, weil ihnen die Tragweite ihrer Entscheidung durchaus bewusst war. Einer der Einspruch erhebenden Kollegen, Herr Sch., nach eigener Aussage „Head of HR“ (Leiter des Personalwesens), hatte nämlich im Vorfeld bereits deutlich signalisiert, dass er für die Betriebsratswahl mit einer eigenen Liste kandidieren wolle; er hatte dazu schon vor Beginn des Wahlverfahrens mehrere Wahlplakate von sich im Betrieb platziert.

Der Wahlvorstand lehnte die Einsprüche ab. Einer der Beweggründe des Wahlvorstands: Als Mitglied des Betriebsrats hätte Herr Sch. selbst über personelle Maßnahmen beraten können, die er zuvor selbst eingeleitet hatte – zum Beispiel über Einstellungen, Versetzungen und Kündigungen. Bei der Verhandlung von Betriebsvereinbarungen hätte Herr Sch. beide Seiten vertreten. Trotzdem reichte Herr Sch. eine Kandidatenliste ein, die der Wahlvorstand konsequent als unheilbar beanstandete. Herr Sch. versuchte daraufhin, beim Arbeitsgericht Düsseldorf eine Einstweilige Verfügung zu erwirken, um feststellen zu lassen, dass er auf die Wählerliste gehöre und seine Liste noch zur Wahl zugelassen werde.

Beides wurde vor dem Arbeitsgericht abgewiesen, weil der Eingriff in den Ablauf der Wahl nur dann in Frage käme, wenn die Fehler beim Wahlverfahren so gravierend seien, dass diese zur Nichtigkeit der Wahl führten. Das einzig mögliche Verfahren – so der Richter – sei die Anfechtung der Wahl nach deren Durchführung, was Herrn Sch, selbst Jurist, und dem ihn vertretenden Anwalt durch den Richter ausführlich erläutert wurde.

Entgegen der richterlichen Empfehlung ging Herr Sch.. direkt in die nächste Instanz. Auch das Landesarbeitsgericht wies die Klage ab: Kein Eingriff in das laufende Wahlverfahren! Interessanterweise war auch der Arbeitgeber bei den Verfahren auf Seiten Herrn Sch. als weiterer Beteiligter vertreten

Am Tag der Wahl ließ es sich Herr Sch. nicht nehmen, „im Auftrag der ZTE Services Deutschland GmbH und der NAS Netcare Administration Services GmbH“ die Beschäftigten per E-Mail dazu aufzurufen, seine Liste zu wählen, „auch wenn sie nicht auf der Liste vorgegeben ist“. Er lade „herzlich ein, nach Abgabe seiner Stimme im Wahlanfechtungsbüro seine Unterschrift unter die Anfechtung der Wahl zu setzen“ – alles ein klarer Verstoß gegen die gebotene Neutralität des Unternehmens bei Betriebsratswahlen.

Dieser Fall wirft Fragen auf:

Herr Sch. ist selbst Jurist und hatte weitere anwaltliche Unterstützung. Es ist hinlänglich klar, dass ein aktiver Eingriff in ein laufendes Wahlverfahren nur bei drohender Nichtigkeit in Frage kommt bzw. überhaupt möglich ist. Spätestens nach der richterlichen Belehrung hätten das auch diese beiden Juristen erkennen müssen. Warum gingen sie trotzdem in die zweite Instanz?

War dieses Verhalten der Sache dienlich oder wurde hier vielmehr vehement versucht, Vertreter des Arbeitgebers im Betriebsrat zu platzieren?

Der Wahlvorstand ließ sich vor Gericht anwaltlich vertreten. Diese Kosten muss der Arbeitgeber tragen. Wer die Kosten des von Herrn Sch. beauftragten Juristen trägt, wissen wir nicht. Allerspätestens nach der ersten Instanz hätte Herrn Sch. klar sein müssen, dass sein Unterfangen aussichtslos ist. Ist der chinesischen Geschäftsführung das Wirken ihres „Head of HR“ in dieser Angelegenheit klar?

Ist das chinesische Management in der Lage, die rechtliche Sinnhaftigkeit von Herrn Sch.‘s Handlungen nachzuvollziehen?

Klar ist in jedem Fall: Die IG Metall hat ihre Mitglieder im Wahlvorstand die ganze Zeit über mit Rat und Tat unterstützt. Und sie wird den Kolleginnen und Kollegen auch weiterhin zur Seite stehen, damit die Beschäftigten einen Betriebsrat behalten, der diesen Namen auch verdient.

Wie selbstbestimmt ist selbstbestimmtes Arbeiten wirklich?

Dieser Frage ging Stephan Siemens in seinem Vortrag zu indirekter Steuerung im gut gefüllten großen Saal des DGB-Hauses am 7.2.18 nach.

Bereits vor ca. 60 Jahren haben Forscher der Arbeits- und Organisationspsychologie in Studien beschrieben, wie und unter welchen Voraussetzungen Beschäftigte effektiver und selbständiger arbeiten und „freiwillig das tun, was für das Unternehmen am besten ist“. Unternehmen fahren mit dieser Strategie seit langem sehr erfolgreich, die Produktivität ihrer Beschäftigten ist höher als jemals zuvor:

Teams werden durch konstruierte Marktanforderungen zu Höchstleistungen angespornt, die Kontrolle der einzelnen Teammitglieder übernimmt die Gruppe selbst, jeder unterstützt jeden – bis an den Rand der Erschöpfung und auch darüber hinaus. Vorgesetzte greifen nicht mehr ein, auch das ist Kalkül. Sollte ein Teammitglied den stetig wachsenden Anforderungen nicht mehr gerecht werden, so wird dieses nicht eingestanden sondern in der Freizeit weitergearbeitet. Burnout ist die schlimmste Folge dieser permanenten gewollten Überforderung. „ Die Mitarbeiter richten sich selbst!“ so der BR-Vorsitzende von IBM in Düsseldorf, der häufig betroffene Kollegen berät und unterstützt.

Stephan Siemens stellte heraus, dass sich Individuen gegen diese Organisationsform nicht erfolgreich behaupten können. Er wies eindringlich darauf hin, dass Gewerkschaften und Betriebsräte die Aufgabe übernehmen müssen, die Belegschaften aufzuklären und die Kolleginnen und Kollegen zur offenen und ehrlichen Auseinandersetzung mit der stetigen Überforderung zu bewegen.

In der anschließenden regen Diskussion wurde von eigenen Erfahrungen berichtet, aber auch Vorschläge erarbeitet, wie man den negativen Auswirkungen begegnen könnte.

Zum Abschluss erklärte Ulrike Saaber von der IGM Geschäftsstelle, dass es notwendig sei, sich mit der Problematik der indirekten Steuerung weiter zu befassen und versprach, möglichst in diesem Jahr noch ein Seminar dazu anzubieten.

Wer Näheres zu den Mechanismen der indirekten Steuerung erfahren möchte, kann sich hier auf amüsante, aber doch ernstgemeinte Art einen Überblick verschaffen:

https://www.youtube.com/watch?v=lukzu-gwmpM

Und wer sich mehr für die praktische Umsetzung interessiert, wird bei Rüdiger fündig:

https://www.youtube.com/watch?v=JK3Vg5ufO6M