Unruhe bei Thyssenkrupp: Elevator Mitarbeiter wollen demonstrieren

Bei den Beschäftigten des angeschlagenen Thyssenkrupp-Konzerns wächst der Unmut über den Kurs der Unternehmensführung. Mitarbeiter der Aufzugs-Sparte wollen deshalb am Mittwoch 4. Dezember vor der Konzernzentrale von Thyssenkrupp in Essen demonstrieren. Grund dafür ist vor allem die Hinhaltetaktik des Managements bei den Plänen für den Konzernumbau.

Der Bereich thyssenkrupp Elevator soll ganz oder teilweise an die Börse gebracht oder verkauft werden, um Geld in die Konzernkasse zu bekommen. Die Arbeitsplätze werden zum Spekulationsobjekt gemacht. Die Verhandlungen um einen Zukunftstarifvertrag für die Beschäftigten bei Elevator stocken. Das Management weigert sich weiterhin beharrlich, die erforderlichen Sicherheiten für Arbeitsplätze und Standorte zu geben.

Darum kommen die Beschäftigten der verschiedenen Standorte am 04.12.2019, um 13:00 Uhr am thyssenkrupp-Quartier, ThyssenKrupp Allee/Altendorfer Straße, 45143 Essen zusammen.

Es sprechen die Arbeitnehmervertreter/innen:

  • Susanne Herberger, Vorsitzende der Betriebsrätearbeitsgemeinschaft bei thyssenkrupp Elevator. Aufsichtsrätin thyssenkrupp Elevator und thyssenkrupp AG
  • Knut Giesler, Bezirksleiter der IG Metall Nordrhein-Westfalen und stellvertretender Aufsichtsratsvorsitzender bei thyssenkrupp Elevator
  • Wolfgang Krause, Gesamtbetriebsratsvorsitzender thyssenkrupp Aufzüge
  • Jasmin Heßler, Jugend- und Auszubildendenvertreterin thyssenkrupp Aufzüge
  • Dörte Castens, Gesamtbetriebsratsvorsitzende Tepper
  • Yusuf Tüfekci, Betriebsratsvorsitzender thyssenkrupp Fahrtreppen
  • Dirk Sievers, Konzernbetriebsratsvorsitzender thyssenkrupp AG
  • Georgios Triantafillidis, Betriebsratsvorsitzender thyssenkrupp Aufzugswerke Neuhausen

 

Ansprechpartner in unserer Geschäftstelle ist Ralf Keller (ralf.keller@igmetall.de)

Vallourec: Werk Reisholz droht Schliessung

Die Zukunft der 300 verbliebenen Beschäftigten von Vallourec in Reisholz ist weiter ungewiss. Es droht jetzt sogar die Standortschliessung.

Hieß es Anfang des Jahres noch man suche einen Käufer für das Werk, ist dieser Plan jetzt aufgegeben worden. Die produkte aus reisholz sind mit hohen chinesischen Schutzzölle belegt worden. Wegen der dadurch deutlich verschlechterten Marktsituation ist die Absatzplanung für das Werk erheblich beeinträchtigt und das Werk völlig unattraktiv für eventuelle Kaufinteressenten.

Der Betriebsrat des Werkes hat inzwischen eigenständig ein Fortführungskonzept in Auftrag gegeben, das die neue Auftragslage berücksichtigt und dem management vorgelegt. Das Unternehmen selbst hält sich mit Zukunftsaussagen zurück.

Einen ausführlichen Pressebericht zum Thema findet ihr hier

 

Komplett Verlagerung bei SMS

Die Geschäftsführung der SMS group GmbH hat auf der gestrigen Betriebsversammlung völlig überraschend verkündet, dass der komplette Düsseldorfer Betrieb mit knapp 1400 Beschäftigten bis März 2023 nach Mönchengladbach verlagert wird.

Als Grund für die erforderliche Verlagerung nennt die Geschäftsleitung den maroden Zustand des Hauptgebäudes in der Eduard-Schloemann-Straße und den auslaufenden Mietvertrag für ein weiteres Gebäude, in dem 400 Düsseldorfer Beschäftigte untergebracht sind. Wirtschaftlich sinnvoll ist aus Sicht des Managements deshalb allein ein Neubau für alle 1400 Beschäftigten auf dem eigenen Werksgelände in Mönchengladbach.

Die Ankündigung über die Verlagerung kollidiert jedoch völlig mit den Regelungen des vor einem Jahr abgeschlossenen Zukunftstarifvertrag mit der IG Metall, der eine Standortgarantie wenigstens bis Ende 2023 vorsieht. „Die Frage wird sein: Wie sich solch eine Verlagerung gestalten wird. Vor allem wie viele Mitarbeiter am Ende auf der Strecke bleiben, weil sie aus familiären Gründen den Wechsel nach Mönchengladbach nicht stemmen können oder weil längere Anfahrtszeiten kostbare Lebenszeit sind, die nicht jeder bereit ist zu investieren“, sagt Ulrike Saaber, zuständige Gewerkschaftssekretärin der IG Metall Düsseldorf-Neuss.

Im Zukunftstarifvertrag wurde ein umfassendes Investitionsbudget für die rund 5-jährige Laufzeit festgelegt, das ausreichen soll, das Unternehmen wieder zukunftsfähig zu machen. Ein zweistelliger Millionenbetrag fließt dabei in die zukunfts- und aufgabenorientierte Weiterbildung der Beschäftigten. Die Beschäftigten verzichten im Gegenzug bis 2020 auf Entgelterhöhungen und haben eine höhere Wochenarbeitszeit, wodurch sie nicht unerheblich zum Gesunden Ihres Unternehmens selbst beitragen. „Die Besten gehen in der Regel zuerst –– was fatal wäre, da das Unternehmen auf das Know-How seiner Mitarbeiter gerade in dieser Umbruch- und Aufbauphase besonders angewiesen ist“, so Saaber weiter.

Einen weiteren Pressebericht zum thema findet ihr hier

Die neue Schock-Kultur bei Vodafone

Netzwerk 55plus – Termine 2020

Bleib aktiv in der IG Metall  – auch 2020 hat die IG Metall Düsseldorf-Neuss wieder ein Angebot mit einer Mischung aus Politik, Kultur und einem geselligen Austausch für die Altersgruppe der Menschen mit 55 Jahren.

Das komplette Programm und Informationen rund um das Netzwerk 55plus gibt es jetzt auf einen Blick in unserem neuen Info-Flyer.

Thyssenkrupp Elevator – Beschäftigte wollen Sicherheit

Besondere Situationen erfordern besondere Maßnahmen. So fanden am heutigen Freitag bundesweit für alle Beschäftigten von Thyssenkrupp Elevator mehr als 20 Betriebsversammlungen statt – bislang einmalig in der Geschichte des Unternehmens.

Die Zukunft der Aufzugs- und Fahrtreppensparte (Thyssenkrupp Elevator) von Thyssenkrupp ist momentan völlig offen. Geplant ist, einen Teil der hochprofitablen Aufzugssparte an die Börse zu bringen, aber es wird auch öffentlich über einen Teilverkauf oder gar Komplettverkauf spekuliert. Im Gespräch sind sowohl Finanzinvestoren als auch direkte Konkurrenten wie KONE oder Hitachi. Bei den Beschäftigten herrscht eine große Verunsicherung.

Auch in Neuss informierten der Betriebsrat und die IG Metall auf einer gut besuchten Versammlung die Beschäftigten von Thyssenkrupp Home Solutions über die Situation bei Thyssenkrupp und bezogen klare Positionen. „Niemand weiß heute, wer in Zukunft bei Elevator das Sagen hat. Für uns Beschäftigte ist aber vor allem wichtig, dass die Arbeitsplätze gesichert werden und es keine Verschlechterungen der Arbeitsbedingungen und der Entgelte gibt,“ so der stellv. Betriebsratsvorsitzende Daniel Mandel „Deshalb fordern wir zusammen mit der IG Metall einen Tarifvertrag, der dies für alle möglichen Szenarien sicherstellt,“ so Mandel weiter.

Ralf Keller, Gewerkschaftssekretär der IG Metall Düsseldorf-Neuss, betonte, dass für die IG Metall eine Mehrheitsbeteiligung von Thyssenkrupp an der zukünftigen Thyssenkrupp Elevator AG die präferierte Variante ist, und dass sich die IG Metall mit aller Macht gegen eine Zerschlagung von Elevator wehren wird. „Wir fordern von jedem Kaufinteressenten, dass er ein Zukunftskonzept vorlegt, das die Arbeitsplätze sichert. Ohne eine Fair-Owner-Vereinbarung mit klaren Zusagen für die Beschäftigten wird es von uns keine Zustimmung geben“, so Ralf Keller. Im Moment sei die IG Metall in Essen mit der Arbeitgeberseite in Verhandlungen über einen Zukunftstarifvertrag. Insbesondere die Frage der Standort- und Beschäftigungssicherung sei aber strittig.

Betriebsrat und IG Metall kündigten an, dass in den nächsten Wochen weitere Aktionen notwendig werden könnten, um den Forderungen der Beschäftigten Nachdruck zu verleihen.

 

Einen weiterführenden Presseartikel zum Thema findest Du hier

IG Metall fordert Sicherheit für die Beschäftigten bei Vodafone

Gut aufgestellt für morgen – Alle Beschlüsse des 24. Ordentlichen Gewerkschaftstags

BBIG Novellierung – Guter Anfang, aber noch lange nicht am Ende

Die IG Metall begrüßt Verbesserungen für Auszubildende beim Berufsbildungsmodernisierungsgesetz (BBiG), sieht aber weiterhin Handlungsbedarf für dual Studierende. Vor allem durch die Intervention der Gewerkschaften ist das Gesetz gegenüber dem Referentenentwurf deutlich besser geworden.

Besonders positiv bewertet die IG Metall die Kostenübernahme für Fachliteratur und die Freistellungstage vor den Abschlussprüfungen für alle Auszubildenden. Es fehlt aber der wichtige Schritt: die Anwendung des BBiG auf dual Studierende.

Bei der Mindestausbildungsvergütung wurde im Vergleich zum Referentenentwurf nochmal deutlich nachgebessert. Auf Initiative der DGB-Gewerkschaften wurde die gültige Rechtsprechung zur „Angemessenheit“ von Ausbildungsvergütungen (die Ausbildungsvergütung darf nicht um mehr als 20 Prozent der durchschnittlichen, branchenüblichen Tarif-Ausbildungsvergütung unterschritten werden) ins Gesetz aufgenommen. Die Mindestausbildungsvergütung soll nun außerdem für außerbetriebliche Ausbildungen gelten, was für viele, häufig benachteiligte Jugendliche eine deutliche finanzielle Verbesserung bedeutet.

Die gesamte Bewertung der IG Metall zur BBIG Novellierung findet ihr hier

 

Verbesserter Tarifvertrag bei Bosch

Ein hartes Stück Arbeit liegt hinter der Tarifkommission. Doch nach drei langen Gesprächsrunden steht jetzt das Verhandlungsergebnis, was mit breiter Zustimmung angenommen worden ist.

Die Arbeitgeberseite musste im Vorfeld erst einmal davon überzeugt werden, dass es mit dem bisherigen ST-Ergänzungstarifvertrag (ErgTV) so nicht mehr weitergeht. Zu viele Nachteile für die Beschäftigten sind mit dem Vertragswerk aus dem Jahre 2006 verbunden. Mit Umsicht und großer Verantwortung sind Tarifkommission und IG Metall deshalb auf den Arbeitgeber zugegangen und haben am Ende ein tragfähiges Ergebnis mit besseren Quali-Regelungen und einer höheren Erfolgsbeteiligung für Alle erreicht.

Das gesamte Ergebnis und die vereinbarten Verbesserungen findest Du hier