Positiver Rückblick unserer Delegierten auf den 24. Ordentlichen Gewerkschaftstag

Beim 24. Ordentlichen Gewerkschaftstag der IG Metall in Nürnberg haben in der vergangenen Woche 483 Delegierte über den Kurs der Gewerkschaft für die nächsten vier Jahre beraten und abgestimmt. Die Geschäftsstelle Düsseldorf-Neuss war mit insgesamt 5 Kolleginnen und Kollegen vertreten. Zur Beratung standen insgesamt 792 Anträge, darunter auch 5 Anträge aus der Geschäftsstelle Düsseldorf Neuss, die alle von den Delegierten angenommen worden sind.

„Der Gewerkschaftstag hat gezeigt, dass die IG Metall auf die Herausforderungen der Zukunft vorbereitet ist. Wir haben leidenschaftlich diskutiert und die Weichen für die kommenden vier Jahre gestellt. Jetzt müssen die Beschlüsse mit Leben gefüllt werden“, sagt Karsten Kaus, Geschäftsführer der IG Metall Düsseldorf-Neuss.

Auch unsere Delegierten aus den Betrieben waren beeindruckt und sind motiviert aus Nürnberg zurückgekommen: „Vom Gewerkschaftstag geht ein klares Signal aus. Die IG Metall ist gut gerüstet, um die große Transformation von Arbeit und Gesellschaft zu meistern – sozial, ökologisch und demokratisch“, so Reingard Hertzler von der Siemens AG- Niederlassung Düsseldorf. „Der Gewerkschaftstag hat gezeigt: Die IG Metall ist eine Organisation, die von der Vielfalt ihrer Mitglieder lebt. Die Delegierten haben auch ein eindeutiges Signal gegen Hass und Hetze gesetzt“, sagte Abdullah Yilmaz von der Vallourec Deutschland GmbH – Werk Reisholz.

Der wiedergewählte Vorstand hat nun vier Jahre Zeit die Anträge mit ihren Prioritäten mit Hilfe aller Mitglieder abzuarbeiten.

Verhandlungsergebnis KFZ-Dienstleistungen NRW Altersvorsorgewirksame Leistungen

IG Metall NRW und Metall NRW Fachgruppe Dienstleistungen haben am 21.10.2019 ein Verhandlungsergebnis über altersvorsorgewirksame Leistungen (AVWL) erzielt:

  • Ab 01.Dezember 2019 können IG Metall-Mitglieder im Bereich KFZ- Dienstleistungen AVWL erhalten/beantragen
  • Die AVWL beträgt
    • für Beschäftigte kalenderjährlich 319,08 €, monatlich 26,59 €
    • für Auszubildende kalenderjährlich 159,48 €, monatlich 13,29 €
  • Über diese Beträge hinausgehende Einzahlungen aus dem Nettoentgelt sind möglich
  • Teilzeitbeschäftigte haben Anspruch auf eine anteilige Leistung
  • Der Anspruch entsteht nach 12-monatiger Betriebszugehörigkeit
  • Es sind mehrere Anlagearten für die AVWL möglich, diese sind im Tarifvertrag beschrieben
  • Vor dem 01.Dezember 2019 bestehende Verträge können weitergeführt werden
  • Bestehende betriebliche Regelungen zu altersvermögenswirksame Leistungen können beibehalten werden, soweit sie mindestens die Leistungen dieses Tarifvertrages erreichen.

Zur altersvorsorgewirksamen Entgeltumwandlung konnte derzeit kein Ergebnis erzielt werden.

IG Metall Gewerkschaftstag beschließt: Kohleausstieg sozial und gerecht gestalten

Auf Initiative der IG Metall Düsseldorf-Neuss und anderen Geschäftsstellen, die im oder am rheinischen Revier liegen,  hat der 24. Ordentliche Gewerkschaftstag einen Antrag zur Gestaltung des Braunkohleausstiegs beschlossen.

In der Region sind rund 27 000 Arbeitsplätze durch den Braunkohleausstieg bedroht. Etwa 6000 davon entfallen auf industrielle Zuliefer- oder Dienstleistungsunternehmen, die im Wesentlichen dem Organisationsbereich der IG Metall angehören. Klar ist- auch hier darf niemand ins Bergfreie fallen.

Der geforderte Kohleausstieg und ein verschärfter europäischer Emissionshandel würden das sofortige Aus für die Aluminium- und Stahlwerke hier in der Region bedeuten. „Neben den Zulieferern und Dienstleistern setzen wir uns auch für die Beschäftigten der energieintensiven Industrie in der Region ein. Auch hier gibt es massive Risiken für tausende Arbeitsplätze, angesichts der bereits kurzfristig absehbaren Einschränkungen der Verfügbarkeit von Strom zu verlässlichen Bedingungen und wettbewerbsfähigen Kosten“ sagt Volker Consoir, Geschäftsführer IG Metall Düsseldorf-Neuss.

Aus diesem Grund habe der Gewerkschaftstag beschlossen, dass sich die IG Metall dafür einsetzen wird, dass Beschäftigte in solchen Unternehmen, im Falle des Verlustes ihres Arbeitsplatzes resultierend aus dem Kohleausstieg eine Leistung vergleichbar zum „Anpassungsgeld Bergbau“ für die originär beim bergbautreibenden Unternehmen beschäftigten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter erhalten. Zudem müssten Zulieferer aus Mittelstand und Handwerk bei der Entwicklung von Zukunftsperspektiven unterstützt und Qualifizierungsmaßnahmen für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer für die neuen Herausforderungen geschaffen werden.

Die IG Metall setze sich außerdem dafür ein, dass in der Region ein Fokus auf Schaffung neuer regionaler Wertschöpfungsketten, Entwicklung neuer industrieller Kerne sowie die Sicherung regionaler Energieversorgung gelegt werde und gute Arbeit im Revier bleibt.

Consoir betont, dass eine zuverlässige Energieversorgung der energieintensiven Industrie zu wettbewerbsfähigen Preisen bei gleichzeitiger Klima- und Umweltverträglichkeit gewährleistet sein muss. Ziel müsse es sein, dem Deinvest in den Unternehmen entgegen zu wirken, die energieintensive Industrie zu modernisieren und auch langfristig im Rheinischen Revier zu halten und auszubauen. Neben stabilen energiepolitischen Rahmenbedingungen als Grundlage unserer energieintensiven Industrie am Standort NRW benötigen wir weitere Entwicklung derselben durch Investition in wichtige Zukunftsfelder beim Klimaschutz (Elektromobilität und Leichtbau) sowie bei der Rohstoffeffizienz (z. B. Recycling).

Die IG Metall wird sich auf Grundlage dieses Antrags nun intensiv in die politische Debatte einbringen, um sichere Perspektiven für die Beschäftigten im industriellen Energieland NRW zu geben.

Den Initiativantrag findet ihr hier

Betriebsrat von Hydro bei NRW-Arbeitsminister

Der Betriebsrat der Hydro Aluminium Rolled Products GmbH aus Grevenbroich und der Geschäftsführer der IG Metall Düsseldorf-Neuss, Volker Consoir, haben sich mit NRW-Arbeitsminister Karl-Josef Laumann getroffen.

Anlass dafür sind die umfassenden Restrukturierungs-Ankündigungen der Hydro-Konzernleitung und der damit verbundene Abbau von bis zu 730 Stellen im Konzern, davon alleine über 560 Arbeitsplätze am Standort in Grevenbroich. Die Belegschaft spielt offensichtlich nur eine untergeordnete Rolle und trotzdem soll sie für die Entscheidungen des Arbeitgebers in der Vergangenheit und die angespannte Marktsituation im Folienbereich durch billige Aluminium-Importe bestraft werden.

In dem Dialog betonte Heinz Höhner, Betriebsratsvorsitzender am Standort in Grevenbroich, dass es dem Unternehmen derzeit nur um Rentabilität geht und im Gegensatz der Betriebsrat für eine tragfähige Zukunftsstrategie steht.

Volker Consoir ergänzte, dass das Aluminium-Geschäft zudem durch die mittelfristig zu erwartenden steigenden Kosten für Strompreise und die derzeit ungebremste Einfuhr von billigem chinesischen Aluminium in die EU – welches ohnehin fast mit dreifach mehr CO2-Emmissionen pro Tonne als in Deutschland produziert wird – weiter schwierig bleibt. Den Arbeitsplätzen und dem Klima ist damit keineswegs geholfen.

 Forderungen an die Politik

Einig waren sich alle Gesprächsteilnehmer darin, dass die Energiewende nicht nur energiepolitisch, sondern auch industriepolitisch erfolgreich gestaltet werden muss. Vorderstes Ziel muss es sein eine vernünftige Balance von gerechter Strukturentwicklung, Guter Arbeit und Fortschritten beim Klimaschutz zu finden. Es muss erst Klarheit über die Strukturentwicklung in den Regionen und die Perspektiven fairer Arbeit geben, bevor Kapazitäten abgebaut werden. Dazu benötigt die energieintensive Industrie in NRW stabile, verlässliche und langfristig angelegte politische Rahmenbedingungen und eine Verringerung von Investitionshürden.

Minister Laumann bekräftigte seine Bereitschaft, die Beschäftigten der Aluminiumindustrie in Grevenbroich und der Region bei ihrem Einsatz für ihre Arbeitsplätze zu unterstützen.

Geschichte erleben – Stolpersteinrundgang in Düsseldorf

An vielen Stellen in Düsseldorf glänzen sie auf dem Boden, mahnen und regen auch mal zum Stehenbleiben an. Die goldenen Stolpersteine sollen an Opfer des Nationalsozialismus erinnern und liegen dort, wo diese ihren letzten selbst gewählten Wohnort hatten.

Gemeinsam mit der Historikerin Isabel Mücke von der Mahn- und Gedenkstätte in Düsseldorf haben wir uns vergangenen Samstag auf die Spuren dieser Menschen und deren Geschichten gemacht. Dort, wo sie passiert sind – mitten in Düsseldorf.

Gestartet wurde mit einer Besichtigung der Dauerausstellung der Mahn- und Gedenkstätte zum Thema „Düsseldorfer Kinder und Jugendliche im Nationalsozialismus“. Isabel Mücke erklärte anhand der ausgestellten Biografien, wie Kinder und Jugendliche sich während der Zeit des Nationalsozialismus verhalten, wie sie gehandelt und welche Erfahrungen sie in der Diktatur gemacht haben. Zudem gab sie einen tiefen Einblick in die bewegte Geschichte des Stadthauses an der Mühlenstraße 29 – von der Errichtung durch den Jesuitenorden über die Nutzung durch die Gestapo und den Einzug der 20. SS-Standarte sowie dem Wehrbezirkskommando in den 1930er Jahren, bis hin zur Errichtung der Mahn- und Gedenkstätte 1987.

Weiter ging es dann mit einem Rundgang in der Düsseldorfer Altstadt mit Halten am Warenhaus der jüdischen Kaufmänner Hartoch über die Schneider-Wibbel-Gasse zum Alten Hafen, wo Mücke mit der Geschichte des kleinen Sinti-Mädchens „Ehra“, die während des Dritten Reiches im Düsseldorfer Lager für Sinti und Roma am Höherweg in Lierenfeld interniert gewesen und später in ein Konzentrationslager deportiert wurde, alle Teilnehmenden zum Innehalten und Nachdenken brachte. Über Stolpersteine in Erinnerung an die Eheleute Meyerstein am Rathausufer ging es zum Abschluss an den Carlsplatz, der mit seinem riesigen unterirdischen Luftschutzbunker schon damals Anlaufstelle für viele Düsseldorfer gewesen ist.

Das einheitliche Fazit der Teilnehmenden am Ende: Eine herausragende Führung, die einmal mehr ins Bewusstsein gerufen hat wie wichtig es ist sich mit der Geschichte auseinanderzusetzen, damit öffentliche Diskurse sich nicht nach rechts verschieben und menschen- und demokratiefeindliche Positionen nie wieder salonfähig werden.

 

Klimaschutz: sozial und gerecht gestalten

Die Bundesregierung hat ihr „Klimaschutzprogramm 2030“ vorgestellt. Das wesentliche Ziel des Programms: Die CO2-Emissionen in den Sektoren Verkehr und Gebäude senken. Dazu schlägt die Regierung eine Reihe von Maßnahmen vor: Unter anderem soll der Ausbau der erneuerbaren Energien und der Ladeinfrastruktur für die Elektromobilität beschleunigt werden – und
der Ausstoß von CO2 soll einen Preis erhalten. Wer Heiz- und Kraftstoffe verkauft, soll für deren  CO2-Emissionen künftig Emissionszertifikate kaufen müssen.

Ab 2021 werden diese Zertifikate zu einem Preis von zehn Euro pro Tonne CO2 verkauft, bis 2025 wird der Preis auf 35 Euro pro Tonne steigen. Der Benzin- und Dieselpreis würde sich dadurch um anfangs etwa drei Cent und später etwa zehn Cent pro Liter erhöhen. Produzenten und Konsumenten sollen so einen Anreiz erhalten, auf CO2-arme Technik umzusteigen.

Eine erste Bewertung zeigt: Die Bundesregierung stellt mit dem Klimaschutzprogramm 2030 einige Weichen richtig. Dennoch bleiben viele Fragen offen. Ziele werden richtig beschrieben, ob allerdings die benannten Maßnahmen in den nächsten Jahren ausreichen, ist fraglich.

Das Paket enthält einige positive Punkte – von der Vergünstigung der Bahntickets über die Umstellung der KfZ-Steuer auf CO2 und die Förderung der E-Mobilität bis hin zur Senkung der EEG Umlage und der Erhöhung des Wohngeldes.
Für den angekündigten großen Wurf mit wirklich durchschlagender Wirkung bleibt es aber auf der Investitionsseite zu mutlos. Zudem lässt der Entwurf vermuten, dass die Priorität der Bundesregierung weiterhin dem ausgeglichenen Haushalt gilt und nicht einer entschlossenen Klimapolitik, deren Investitionsbedarfe weit über den zu erwartenden Mehreinnahmen liegen.

Das Eckpunktepapier zum Klimaschutzprogramm 2030 der Bundesregierung findet ihr hier

Die Stellungnahme der IG Metall zum Klimaschutzprogramm 2030 findet ihr hier

Ein Interview mit dem Vorsitzenden der IG Metall Jörg Hofmann zum Thema wie man den Klimaschutz sozial und gerecht gestaltet findet ihr hier

Über 1.000 Warnstreikende im Schlosserhandwerk NRW

Heute sind  knapp 1.230 Beschäftigte aus 25 Betrieben im Schlosserhandwerk NRW dem Warnstreikaufruf der IG Metall gefolgt.  Die gute Beteiligung an den Warnstreiks zeigt, dass die Schlosser sauer auf das magere Angebot der Arbeitgeber sind und mehr Wertschätzung für ihre Arbeit erwarten. Die Arbeitgeber hatten in der zweiten Verhandlung am 11. September 2,3 Prozent und 2,0 Prozent Entgeltsteigerung für 24 Monate angeboten.

Die IG Metall fordert für die 58.000 Beschäftigten im Schlosserhandwerk NRW dagegen eine Anhebung der Vergütungen um 6 Prozent sowie die Erhöhung der Ausbildungsvergütungen um 80,00 Euro in jedem Ausbildungsjahr bei einer Laufzeit von 12 Monaten. Patrick Loos, Verhandlungsführer der IG Metall, betont: „Die Beschäftigten sind engagiert und hoch motiviert. Sie stehen voll und ganz hinter unseren Forderungen. Die Arbeitgeber sollten erkennen, dass sie in der nächsten Verhandlung am Freitag gegenüber ihrem letzten Angebot deutlich nachlegen müssen.“

Die nächste Verhandlung findet am 4. Oktober 2019 statt.

Hydro: Unterstützung aus der Politik

Die geplante Schließung des Folienbetriebs bei der Hydro Aluminium Rolled Products GmbH in Grevenbroich und dem damit verbundenen massiven Stellenabbau, hat jetzt auch die Kreispolitik auf den Plan gerufen.

Der Kreisausschuss der Stadt Grevenbroich hat in seiner letzten Sitzung einstimmig eine Solidaritätserklärung beschlossen und sowohl der Werkleitung als auch dem Betriebsrat zukommen lassen. Den Kreispolitikern sei es wichtig, dass es eine Perspektive zur Sicherung der Arbeitsplätze und Konzepte für die Zukunft gibt. Gerade Aluminium ist ein Schlüsselwerkstoff für nachhaltige Produkte und Verfahren im Rahmen der Energiewende. Hydro kann aus ihrer Sicht dabei dabei eine wichtige Rolle spielen.

Mehr zum Kreisausschuss-Beschluss und zur Solidaritätserklärung findet ihr hier