Warnstreik bei Unify und Atos: Mitarbeiter fürchten um ihre Jobs

In einem langen Protestmarsch und einer anschließenden Kundgebung vor den Türen des Atos-Standortes in Essen machten die Beschäftigten von Atos/Unify jetzt ihrem Unmut Luft. Sie waren aus Düsseldorf und Gelsenkirchen angereist, um lautstark zu protestieren und den Arbeitgeber aufzufordern, sich in den Verhandlungen mit der IG Metall endlich zu bewegen. Auch in anderen Atos/Unify Lokationen wurde und wird gestreikt, um die IG Metall bei den aktuellen Verhandlungen zu unterstützen.

Atos plant einen gigantischen Unternehmensumbau, um sich für die Zukunft aufzustellen. Dazu will der Arbeitgeber bundesweit 1600 Arbeitsplätze abbauen und die gleiche Anzahl in andere Unternehmen outsourcen. Finanzieren sollen das – wenn es nach dem Willen der Geschäftsführung ginge – zu einem großen Anteil die Beschäftigten selbst. Rund 75% der Kosten will Atos/Unify auf die Belegschaft abwälzen, in dem diese auf Entgelt und freie Tage – der Forderungskatalog der Arbeitgeber ist groß – verzichten sollen.

Kompensationsangebote hat der Arbeitgeber in den Verhandlungen bisher keine gemacht. Die IG Metall fordert unter anderem langfristige Sicherheiten für die Beschäftigten und sozialverträgliche Angebote für diejenigen, die Atos/Unify verlassen sollen.

Die Verhandlungspartner kommen jetzt in Hamburg zur letzten geplanten Tarifverhandlung zusammen.

Ob es zu einem Tarifabschluss zur Transformation kommt, ist fraglich, denn noch liegen die Positionen sehr weit auseinander.

KFZ-Handwerk: 5,3 Prozent in zwei Stufen!

Die IG Metall und der Metallarbeitgeberverband NRW haben sich heute in Düsseldorf auf ein Verhandlungsergebnis verständigt.

Zum 1. Juni 2019 steigen die Entgelte für die Beschäftigten im KFZ-Handwerk NRW um 2,7 Prozent. Ab 1. August 2020 erfolgt eine weitere Erhöhung um 2,6 Prozent. In beiden Stufen steigt die Vergütung um mindestens 80 Euro. Die Auszubildenden erhalten in beiden Stufen pro Lehrjahr jeweils 50 Euro mehr Geld. Darüber hinaus bekommen die Auszubildenden unmittelbar vor der schriftlichen Abschlussprüfung einen bezahlten freien Tag. Der Tarifvertrag läuft bis 31.05.2021. Die Kfz-Tarifkommission wird am Freitag, 28. Juni, über das Verhandlungsergebnis abstimmen.

Zur Umsetzung eines tariflichen Anspruchs auf Altersvorsorgewirksame Leistungen (AvwL) setzten die Tarifparteien eine Arbeitsgruppe ein. Sie soll bis Ende Oktober 2019 einen Vorschlag erarbeiten, der die Besonderheiten des Kfz-Handwerks berücksichtigt und erläutert, wie die AvwL einen Beitrag zur Altersvorsorge leisten können.

Der Tarifvertrag gilt für die Betriebe, die Mitglied der Fachgruppe Kfz-Dienstleistungen im Arbeitgeberverband Metall NRW sind: das sind BMW, Daimler, Iveco und die PSA-Gruppe.

Ausführliche Informationen findet ihr in unseren kfznachrichten

 

Hydro-Beschäftigte schlagen Alarm wegen Energiewende

Weil die Braunkohleverstromung endet, bangen die Betriebsräte und die Belegschaft bei Hydro um ihre Zukunft und ihre Jobs.

Im Interview mit der Rheinischen Post erklären Heinz Höhner – Betriebsratsvorsitzender bei Hydro Aluminium Rolled Products in Grevenbroich- und Knut Giesler – Bezirksleiter der IG Metall NRW- ausführlich, welche Anforderungen sie an einen sauberen Plan für die Energiewende haben und was den Beschäftigten in dem energieintensiven Betrieb droht, wenn es keinen Plan gibt.

Das gesamte Interview lest ihr hier

Nein zum Angriff auf die soziale Mitbestimmung!

Ob bei Zahnersatz, Arzneimitteln oder Beitragshöhe: In den gesetzlichen Krankenkassen entscheiden die Beitragszahler, Arbeitnehmer und Arbeitgeber, mit. Gesundheitsminister Jens Spahn will diese Mitbestimmung, soziale Selbstverwaltung genannt, nun demontieren. Der Vorstand der IG Metall lehnt diesen Vorstoß als verfehlt und gefährlich ab.

In der aktuellen Ausgabe des SOPOINFO Gesundheit – dem Magazin über aktuelle sozial- und arbeitsmarktpolitische Entwicklungen und Debatten – der IG Metall sind wieder alle wichtigen Informationen rund um das Thema zusammengefasst und aufbereitet.
Die aktuelle Ausgabe findest Du hier.

Vodafone-Betriebsräte befürchten Jobabbau

Die Arbeitnehmervertreter befürchten unfaire Konkurrenz durch den Neuling United Internet (1&1), der am Mittwoch Frequenzen für ein eigenes Mobilfunknetz ersteigert hat. Auf dem Land will United aber die Netze der etablierten Wettbewerber nutzen.

Nachdem es United Internet am Mittwoch geschafft hat Frequenzen zum Betrieb eines vierten Mobilfunknetzes in Deutschland zu erringen, befürchten die Arbeitnehmervertreter der etablierten drei Netzbetreiber bei ihren Unternehmen massiven Jobabbau. Tausende Stellen seien gefährdet.

Was die Vodafone-Betriebsräte aus den Standorten Ratingen und Düsseldorf für die Beschäftigten hier in der Region befürchten lest ihr hier

Lange Nacht der Industrie Rhein-Ruhr 2019

Am 19. September öffnen 80 Unternehmen und Institutionen an Rhein und Ruhr ihre Werkstore für die 9. LANGE NACHT DER INDUSTRIE. Erwartet werden bis zu 3.100 Gäste, denen außergewöhnliche Einblicke in Technologien, Arbeitsprozesse und Produkte der Unternehmen gewährt werden.

Industrie für die Besucher erlebbar zu machen und Begeisterung durch eigene, unmittelbare Eindrücke zu wecken – das ist das Ziel der Serie, die von der Gesellschaftsinitiative Zukunft durch Industrie e.V. präsentiert und von den Industrie- und Handelskammern, Unternehmerverbänden und Industriegewerkschaften in der Region mitgetragen wird. Am Veranstaltungstag besuchen die Teilnehmer zwischen 17:00 Uhr bis 22:30 Uhr im Rahmen kostenfrei organisierter Bustouren nacheinander jeweils zwei Unternehmen. Dort erleben sie hautnah moderne Produktionsstätten und viele innovative Produkte, welche in der Region entwickelt und hergestellt werden.

Auch zahlreiche Betriebe aus der Geschäftsstelle Düsseldorf-Neuss öffnen am 19. September ihre Werkstore für spannende und informative Touren.

Mehr Informationen zum Tour-Angebot und zur Anmeldung bekommst Du hier

Mehr Informationen zu den teilnehmenden Betrieben aus der Region bekommst Du hier

 

Vodafone: Podiumsdiskussion zum 5G – Netzausbau

Die Konzernbetriebsratsvorsitzenden der Mobilfunknetzbetreiber trafen sich in Düsseldorf, um mit der Politik die Zukunft der Branche und die Bedingungen der 5G Auktion zu besprechen. Die Konzernbetriebsratsvorsitzenden fordern gemeinsam, dass eine Ermächtigung für ein verpflichtendes lokales Roaming in Deutschland auch bei zukünftigen Änderungen des Telekommunikationsgesetz (TKG) endgültig vom Tisch kommt. Marktlösungen wie festgelegte Verhandlungsgebote zwischen den Akteuren am Markt reichen aus und müssen immer den Vorzug haben. „Gute Netze und Gute Arbeit sind für uns untrennbar miteinander verbunden!“, waren sich die drei Konzernbetriebsratsvorsitzenden von Vodafone Deutschland GmbH, Deutscher Telekom AG und der Telefónica Deutschland Holding AG – Konkurrenten im Markt – einig.

Welche Forderungen die Konzernbetriebsratsvorsitzenden an den Standort Deutschland und die Politik haben lest ihr in unserem ausführlichen Bericht

Starke Beteiligung am Aktionstag im Kfz-Handwerk

Rund 150 Kolleginnen und Kollegen aus verschiedenen Kfz-Handwerks Betrieben der IG Metall Düsseldorf-Neuss haben sich am Dienstag gemeinsam am bundesweiten Aktionstag der IG Metall beteiligt, um ihre Unzufriedenheit gegenüber der Angebote der Arbeitgeber zu zeigen.

In der letzten Woche hatten die Arbeitgeber das inzwischen bundesweit bekannte Angebot von 2,3 Prozent im ersten und 2 Prozent im zweiten Jahr vorgelegt. Das ist angesichts der guten Auslastung der Werkstätten und der guter Geschäfte in den Autohäusern mager und das haben die Beschäftigten heute bei ihren Aktionen deutlich gemacht.

Auch den Auszubildenden wollen die Arbeitgeber nur 30 Euro zugestehen. Das Angebot ist angesichts des Fachkräftemangels in dieser Branche deutlich zu wenig. Das Handwerk leidet darunter, dass viele junge Menschen lieber in der Industrie einen Ausbildungsplatz annehmen. Dort ist die Vergütung deutlich höher. Darum muss gerade für die Auszubildenden eine überproportionale Erhöhung kommen.

Die IG Metall fordert gegenüber der „METALL NRW Fachgruppe Dienstleistungen/KFZ-Dienstleistungen“ für die Beschäftigten im Kfz-Handwerk 5 Prozent mehr Geld für zwölf Monate sowie eine überproportionale Erhöhung der Auszubildendenvergütung.

Auch nach den zweiten Verhandlungsrunde sind die Forderungen der beiden Tarifparteien noch sehr weit voneinander entfernt. Die nächste Verhandlungsrunde steht in den nächsten Wochen an.

Mehr Informationen zu den Hintergründen und Forderungen bekommst Du hier